3. Liga
Cottbus-Torjäger Engelhardt: "Erfolg des Teams muss über allem stehen"

Zur Herbstmeisterschaft des FC Energie Cottbus in der 3. Liga steuerte Erik Engelhardt 13 Treffer bei. Der 27 Jahre alte Angreifer überwintert damit auch in der Torjägerliste auf Platz eins. Schon in der Saison 2022/2023 war er entscheidend am Aufstieg des VfL Osnabrück in die 2. Bundesliga beteiligt. Im DFB.de-Interview spricht Engelhardt über die Qualitäten des Teams und die Torjägerkanone.
DFB.de: Wie gut hat Ihnen die Auszeit über Weihnachten und den Jahreswechsel getan, Herr Engelhardt?
Erik Engelhardt: Es war gut, ein wenig abschalten zu können. Ich habe mit der Familie einige Tage im Bayerischen Wald verbracht. Inzwischen sind wir aber schon mittendrin in der Vorbereitung auf die Rückserie, haben allein an den ersten drei Tagen sechsmal trainiert. Es geht schließlich Schlag auf Schlag weiter. In weniger als zwei Wochen steht das erste Ligaspiel auf dem Programm. Grundsätzlich bin ich ein Freund einer so kurzen Vorbereitung.
DFB.de: Wie gut gefällt Ihnen zur Saisonhalbzeit der Blick auf die Tabelle?
Engelhardt: Wie sagt man so schön: Es ist eine Momentaufnahme, mehr nicht.
DFB.de: Welche Bedeutung hat der Gewinn der Herbstmeisterschaft für Sie?
Engelhardt: Die Tabellenführung bedeutet, dass wir uns ein kleines Polster erarbeitet haben. Es hätte noch der eine oder andere Punkt mehr sein können. Aber in der Rückrunde haben wir die Möglichkeit, es noch besser zu machen.
DFB.de: Von den vorherigen 17 Herbstmeistern haben 15 Teams am Saisonende auch den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft. Was macht diese Statistik mit Ihnen?
Engelhardt: Ganz ehrlich: nicht viel. Jede Saison ist anders, ein Automatismus ergibt sich daraus ganz sicher nicht. Vor allem die Mannschaft auf den ersten sechs Plätzen sind so eng zusammen, dass noch alles passieren kann. Selbstverständlich wollen wir unsere Position möglichst bis zum Saisonende verteidigen.
DFB.de: Was hat Ihre Mannschaft in diese gute Ausgangsposition gebracht?
Engelhardt: Uns zeichnet vor allem eine große Widerstandskraft aus. Wir stecken niemals auf, lassen uns auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen, sondern bleiben ruhig und ziehen die Spiele durch. Das zeichnet uns aus.
DFB.de: In welchen Bereichen sehen Sie noch Verbesserungspotential?
Engelhardt: Ein Punkt ist sicherlich, dass wir nicht mehr so viele Gegentore bekommen dürfen. Da ist die gesamte Mannschaft gefordert, besser zu verteidigen, beispielsweise auch bei gegnerischen Standards. Wir müssen dahinkommen, dass auch mal ein 1:0 für drei Punkte reicht.
DFB.de: Sie führen mit 13 Treffern auch die Torjägerliste der 3. Liga an. Wie gerne würden Sie am Ende auch die Torjägerkanone gewinnen?
Engelhardt: Ich sage es mal so: Ich hätte sicherlich nichts dagegen. Sollten mir noch einige Tore gelingen, dann würde ich damit schließlich auch der Mannschaft helfen. Nur darum geht es unter dem Strich.
DFB.de: In Ihrer bislang besten Saison in der 3. Liga trafen Sie für den VfL Osnabrück elfmal. Diese Marke haben Sie bereits übertroffen. Wie erklären Sie sich Ihren guten Lauf?
Engelhardt: Da kommen einige Faktoren zusammen. Vor allem spüre ich das Vertrauen des gesamten Teams und von Trainer Claus-Dieter Wollitz. Das ist für mich extrem wichtig, nachdem die zurückliegenden Jahre für mich alles andere als einfach waren.
DFB.de: Welche Rolle spielt Ihr Teamkollege Tolcay Cigerci, der mit zwölf Treffern auch Ihr erster Verfolger ist?
Engelhardt: Tolcay ist ein Instinktfußballer, macht intuitiv fast immer alles richtig. Er kann ein Spiel lesen, ist außerdem nie zufrieden. Wir harmonieren sehr gut, gönnen uns gegenseitig den Erfolg. Ich profitiere sehr von seinen Pässen. Wenn er besser steht, spiele ich aber selbstverständlich genauso ab.
DFB.de: Worauf wird es ankommen, um die Spitzenposition bis zum Schluss zu verteidigen?
Engelhardt: Wir müssen als Mannschaft zusammenbleiben, der Erfolg des Teams muss über allem stehen. Wenn das jeder beherzigt, haben wir gute Möglichkeiten. In wenigen Wochen feiert der FC Energie sein 60-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum mit einem Aufstieg zu krönen, das wäre natürlich der Wahnsinn.
DFB.de: Am Samstag, 17. Januar, reist Ihr Team zum Rückrundenauftakt zum 1. FC Saarbrücken. Wie schätzen Sie die Aufgabe ein?
Engelhardt: Auch wenn der FCS aktuell nur auf Rang 15 steht, sollte man in dieser Liga niemanden abschreiben. Es ist für jeden Gegner schwierig, im Ludwigspark zu bestehen. Das Spiel wird für uns mit Sicherheit direkt ein Gradmesser.
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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