3. Liga

Als erst zehnter Spieler: Kaya schnürt Viererpack

16.02.2026
Vierfach-Torschütze gegen den MSV Duisburg: Wehen Wiesbadens Fatih Kaya Foto: imago

Fatih Kaya, Kapitän des SV Wehen Wiesbaden, hat als erst zehnter Spieler in der Geschichte der 3. Liga ein besonderes Kunststück geschafft. Dem Torschützenkönig der abgelaufenen Saison gelang beim 6:1 im Topspiel gegen den MSV Duisburg ein Viererpack. DFB.de mit dem Überblick über die bisherigen Vierfach-Torschützen.

Dass es für Fatih Kaya kein alltägliches Spiel werden könnte, deutete sich bereits früh an. Schon in der 3. Minute drückte der 26-Jährige einen Eckball von Niklas May aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung über die Linie. Nachdem sein Sturmkollege Moritz Flotho (26.) den Vorsprung ausbauen konnte, sorgte wieder Kaya (45.+2) für den Halbzeitstand.

Auf den frühen Duisburger Anschlusstreffer von Florian Krüger (46.) hatte der nun erfolgreichste SVWW-Torschütze (47.) die schnelle Antwort parat, ehe er in der 63. Minute mit dem 5:1 seinen vierten Treffer perfekt machte. Das Tor zum Endstand durch den eingewechselten Lukas Schleimer (67.) legte Kaya auch noch als Vorbereiter auf.

"Das war der erste Viererpack in meiner Karriere", freute sich der Spielführer des SV Wehen Wiesbaden. "Gegen einen solchen Gegner ist das nochmal geiler. Die Mannschaft wird auf jeden Fall etwas von mir bekommen, denn das war außergewöhnlich. Unser Matchplan ist komplett aufgegangen. Wir waren sehr aktiv und haben sehr zielstrebig gespielt. Dafür haben wir uns belohnt."

Schäffler trägt zum höchsten Sieg bei

Mit Fatih Kaya ist der SV Wehen Wiesbaden nun zum zweiten Mal unter den Vierfach-Torschützen der 3. Liga vertreten. In der Spielzeit 2018/2019 reihte sich auch Manuel Schäffler in den erlesenen Kreis der Viererpacker ein. Der inzwischen 37 Jahre alte Mittelstürmer erwischte beim 7:0 des SV Wehen Wiesbaden am 14. Spieltag bei Fortuna Köln einen "Sahnetag". Er erzielte das 3:0 und 4:0 (19./44.) sowie auch das 6:0 und 7:0 (78./88.) für den SVWW, bereitete noch ein weiteres Tor vor.

Der SV Wehen Wiesbaden stellte mit dem 7:0 in Köln auch den Rekord für den höchsten Sieg der Drittligahistorie ein. In der Saison 2010/2011 hatte der 1. FC Saarbrücken ebenfalls 7:0 beim FC Carl Zeiss Jena gewonnen. Später folgten noch (jeweils am 38. und letzten Spieltag der Saison 2021/2022) der SV Waldhof Mannheim (7:0 gegen den TSV Havelse) und der FSV Zwickau, der die Würzburger Kickers ebenfalls mit demselben Ergebnis nach Hause schickte.

Thiele sorgt für schnellsten Viererpack

Vor Kaya gelang zuletzt Timmy Thiele vom FC Energie Cottbus am 8. Spieltag der zurückliegenden Spielzeit ein Viererpack. Dabei sorgte der gebürtige Berliner auch eine neue Bestmarke: Der 34 Jahre alte Angreifer steuerte nämlich beim 4:1-Heimsieg gegen den 1. FC Saarbrücken nicht nur alle Treffer der Lausitzer bei. Der gebürtige Berliner ist seitdem auch der einzige Profi, dem in der dritthöchsten Spielklasse bereits zum zweiten Mal ein Viererpack gelang.

Bereits in der Spielzeit 2017/2018 hatte sich Timmy Thiele unmittelbar vor der Winterpause im Rahmen des 20. Spieltages beim turbulenten 4:3 seines früheren Klubs FC Carl Zeiss Jena gegen den SV Wehen Wiesbaden mit einem Viererpack in die Torschützenliste eintragen können. Nach einem 0:1-Rückstand wendete Timmy Thiele mit vier Toren innerhalb von nur 21 Minuten (43./51./55./64.) das Blatt. Es ist damit auch der bislang schnellste Viererpack in der 3. Liga.

Dabei musste der FC Carl Zeiss Jena, der neben dem SVWW als einziger Verein zweimal in der Liste der Viererpacker auftaucht, ab der 45. Minute nach der Gelb-Roten Karte für Dennis Slamar sogar in Unterzahl spielen. Das hinderte Thiele jedoch nicht daran, nach der Pause einen lupenreinen Hattrick in 13 Minuten zu erzielen.

Michele Rizzi: Vier Tore nach Einwechslung

Insgesamt gelang bislang noch sieben weiteren Spielern das seltene Kunststück, vier Tore in einer Drittligapartie zu erzielen. Mehr Treffer eines Profis in einer Begegnung waren es noch nie. Nur sechs Wochen nach Timmy Thieles Premiere schnürte mit Michele Rizzi noch ein zweiter Akteur innerhalb einer Saison einen Viererpack - auch das ist bisher einzigartig. Als erster Mittelfeld- und gleichzeitig auch als bislang einziger Einwechselspieler taucht Rizzi in der Reihe der Rekordhalter auf, schoss den SC Preußen Münster praktisch im Alleingang zum 4:2-Auswärtserfolg bei der U 23 des SV Werder Bremen.

Michele Rizzi kam dabei zur Pause beim Stand von 0:1 auf den Platz, wenig später legten die Gastgeber sogar noch den zweiten Treffer nach. Ein verwandelter Foulelfmeter (56.) leitete dann die Wende ein, ehe Rizzi noch drei weitere Tore folgen ließ (61./72./90.). Kurios: Während der gesamten Saison erzielte er insgesamt nur fünf Treffer und verließ anschließend den Verein. Nach Stationen beim VfL Wolfsburg II und bei dessem Lokalrivalen Lupo Martini hängte der aktuell 37-Jährige die Fußballschuhe an den Nagel.

Salvatore Amirante ärgert Mehmet Scholl

Als erstem Spieler war Salvatore Amirante, damals ebenfalls beim FC Carl Zeiss Jena unter Vertrag, ein Viererpack gelungen. In der zweiten Saison der 3. Liga (2009/2010) erzielte der Italiener am 3. Spieltag alle vier Treffer hintereinander in der zweiten Halbzeit und hatte damit großen Anteil am 6:0-Heimerfolg der Thüringer gegen die von Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl trainierte zweite Mannschaft des FC Bayern München. Nachdem Amirante schon in der Anfangsphase die Vorarbeit zum 1:0 durch René Eckardt (8.) geleistet hatte, drehte er nach der Pause beim Stand von 2:0 richtig auf und legte innerhalb von 28 Minuten viermal nach (48./63./64./76.). Dreimal traf er dabei per Kopf.

An den Erfolg aus dem Bayern-Spiel konnte der inzwischen 41 Jahre Salvatore Amirante danach nicht mehr anknüpfen. Bis zur Winterpause gelang ihm nur noch ein weiterer Treffer. Der Vertrag in Jena wurde aufgelöst. Der in Genua geborene Angreifer spielte danach nie wieder in der 3. Liga. 2022 beendete er nach einigen Stationen in Italien seine Karriere.

Im Alter von 39 Jahren nun Scout bei Rot Weiss Ahlen in der Oberliga Westfalen ist derweil Marcel Reichwein, dem für Rot-Weiß Erfurt am 30. Spieltag der Saison 2011/2012 gegen den späteren Meister SV Sandhausen (4:2) ebenfalls vier Tore gelangen, inklusive eines lupenreinen Hattricks zur 3:0-Führung vor der Pause (17./25./36.). Nachdem der SVS auf 2:3 verkürzt hatte, machte Reichwein in der Nachspielzeit für die Thüringer auch noch alles klar (90.+2). Seine damaligen 17 Saisontreffer für Erfurt reichten Reichwein außerdem für Platz eins in der Torjägerliste.

"Dodo" Stroh-Engel Rekord-Torschützenkönig

Dominik Stroh-Engel stellte in der Saison 2013/2014 gleich mehrere Rekorde auf. Der groß gewachsene Angreifer (1,97 Meter) benötigte für seine vier Tore für den SV Darmstadt 98 beim 6:0 gegen den FC Hansa Rostock am 10. Spieltag nur 25 Minuten - das war bis dahin der Bestwert. Stroh-Engel drehte dabei - genau wie zuvor schon Salvatore Amirante - erst in der zweiten Halbzeit auf. Der Angreifer traf mit rechts (47.) und links (72.). Außerdem verwandelte er zwei Foulelfmeter (54./57.).

Die vier Tore gegen Rostock gehörten zu den insgesamt 27 Saisontreffern, die Stroh-Engel die Torjägerkrone in der 3. Liga bescherten. Damit ist er auch nach wie vor Rekordhalter. Denn so häufig traf sonst noch nie ein Stürmer in Liga drei innerhalb einer Spielzeit. Damit hatte "Dodo" auch großen Anteil am Aufstieg der Darmstädter in die 2. Bundesliga und am späteren Durchmarsch bis in die Bundesliga. Erst im zurückliegenden Sommer beendete der 40-Jährige seine aktive Laufbahn im Trikot des TSV 1882 Landsberg in der Bayernliga Süd.

Marcel Ziemer trumpft beim Startelfdebüt auf

Dass ein Viererpack eines Spielers nicht immer zwingend zum Sieg reichen muss, erfuhren Marcel Ziemer und der FC Hansa Rostock am 5. Spieltag der Saison 2014/2015 in der Partie beim SSV Jahn Regensburg (4:4). Zunächst brachte der heute 40-Jährige, der seine aktive Laufbahn im Januar 2020 beendet hatte, die "Hansa-Kogge" bei seinem ersten Einsatz in der Startelf zunächst zweimal in Führung (18./60.). Nachdem die Regensburger dann aber auf 4:2 davongezogen waren, glich Ziemer mit einem späten Doppelschlag (84./88.) noch aus, traf dabei einmal sogar mit einem sehenswerten Fallrückzieher. Ziemer ist damit der einzige Viererpacker, dessen Team nicht als Gewinner den Platz verließ.

Mit insgesamt 74 Treffern nach 238 Partien belegt Marcel Ziemer in der "Ewigen Torjägerliste" der 3. Liga den sechsten Platz. Nur Rekordtorschütze Anton Fink (136), Zlatko Janjic (81), der aktuell beim FC Erzgebirge Aue in der 3. Liga aktive Marcel Bär (81) sowie Pascal Testroet (80) und Adriano Grimaldi (75) trafen noch häufiger, aber nie viermal in einem Spiel.

Dennis Dressel der jüngste Rekordhalter

Der mit Abstand jüngste Viererpacker der 3. Liga war Mittelfeldspieler Dennis Dressel (jetzt 27), der am 9. Spieltag der Saison 2020/2021 nur wenige Tage nach seinem 22. Geburtstag entscheidenden Anteil am 6:1-Kantersieg seines langjährigen Klubs TSV 1860 München gegen den Halleschen FC hatte. Dressel, der in insgesamt 109 Drittligaspielen für die Löwen" 16 Tore markierte, benötigte gegen den HFC nur 30 Minuten (41./45.+2/56./71.) für vier Treffer an einem Tag.

Nach insgesamt 15 Jahren bei den "Sechz'gern" wechselte Dressel zum 1. Juli 2022 zum FC Hansa Rostock in die 2. Bundesliga. Nach insgesamt 68 Ligapartien, davon 63 von Beginn an, zog er im Sommer 2024 nach Österreich zum Erstligisten Grazer AK weiter. Seit etwas mehr als einem Jahr trägt er nun das Trikot des SSV Ulm 1846 Fußball und ist damit wieder in der 3. Liga am Ball.

In der Spielzeit 2023/2024 trug sich schließlich auch noch Mathias Fetsch in die Liste der Rekordhalter ein. Mit vier Treffern (28./45.+2/57./89.) schoss er den damaligen Aufsteiger SpVgg Unterhaching am 9. Spieltag zum 4:0-Heimsieg gegen Rot-Weiss Essen. Im Alter von damals 35 Jahren ist er auch der bislang älteste Spieler unter den Rekordhaltern. Seit Juli 2024 stürmt er für die U 23 des SC Freiburg in der Regionalliga Südwest.

Kategorien: 3. Liga

Autor: mspw