3. Liga
Acht Tore: Aue und Hoffenheim mit Saisonrekord

Am 31. Spieltag der 3. Liga wurde eine Bestmarke der Saison 2025/2026 eingestellt. Zwischen dem FC Erzgebirge Aue und der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim fielen beim 3:5 (1:4) zum dritten Mal in dieser Spielzeit acht Treffer in einer Partie. DFB.de wirft einen Blick auf die torreichsten Partien in der Geschichte der Spielklasse.
Deniz Zeitler (5.), Luka Duric (8.) und Paul Hennrich (15.) brachten das Nachwuchsteam des Bundesligisten aus dem Kraichgau bereits in der ersten Viertelstunde auf Kurs. Als dann bei Aue auch noch Jamilu Collins aufgrund einer Notbremse die Rote Karte kassierte (18.), wurde die Aufgabe für die Gastgeber noch schwieriger. Luka Duric (29.) markierte den vierten Hoffenheimer Treffer, ehe sich mit Marcel Bär (40.) auch ein Spieler der Gastgeber in die Torschützenliste eintragen konnte.
Im zweiten Durchgang erzielte Zeitler (52.) seinen zweiten Treffer der Partie. Erneut Bär (55.) sowie Ricky Bornschein (86.) konnten mit ihren Toren die siebte Niederlage des FC Erzgebirge Aue in Serie auch nicht mehr verhindern. Kurz nach der Partie wurden Cheftrainer Christoph Dabrowski, der erst seit Anfang Februar an der Seitenlinie der "Veilchen" stand, und Assistent Lars Fuchs von ihren Aufgaben entbunden. Außerdem trat Sport-Geschäftsführer Michael Tarnat von seinem Amt zurück.
Für einen Platz in den Geschichtsbüchern der dritthöchsten Spielklasse reicht es für das torreiche Duell zwischen Aue und Hoffenheim nicht ganz. Zuvor gab es seit der Einführung der 3. Liga im Jahr 2008 bereits 32 Partien, in denen ebenfalls acht Tore gefallen war, davon auch schon zweimal in dieser Spielzeit. Kurios: Vor Hoffenheim hatten dabei mit dem VfL Osnabrück (5:3 beim SSV Ulm 1846 Fußball) und dem FC Ingolstadt 04 (6:2 beim TSV Havelse) ebenfalls die Auswärtsteams das bessere Ende für sich. Für die Spitzenwerte sorgten zuvor zwei Partien mit zehn und neun Begegnungen mit jeweils neun Treffern.
Aue siegt in Sandhausen 6:4
Im Dezember 2024 hatten der SV Sandhausen und der FC Erzgebirge Aue den mehr als 14 Jahre alten Torrekord der 3. Liga eingestellt, damals mit dem besseren Ende für die Sachsen. Beim spektakulären 4:6 fielen so viele Treffer wie zuvor nur am 35. Spieltag der Gründungssaison 2008/2009 beim 5:5 zwischen Eintracht Braunschweig und Fortuna Düsseldorf. Dass der SV Sandhausen im Rekordspiel als Verlierer vom Feld gehen würde, hatte sich zunächst nicht angedeutet. Schließlich trug sich zunächst SVS-Kapitän und Innenverteidiger Jakob Lewald (10.) in die Torschützenliste ein.
Noch vor der Pause drehte Aue durch Omar Sijaric (26./41.) und Kilian Jakob (31.) aber die Partie. Auf die weiteren Treffer des SV Sandhausen durch Sebastian Stolze (57.) und Dominic Baumann (76.) hatten erneut Sijaric (58.) und Sean Seitz (77.) jeweils eine schnelle Antwort parat. Zwischenzeitlich war auch noch Ali Loune (70.) für die Sachsen erfolgreich. Sandhausens Jeremias Lorch (90.+3) sorgte schließlich in der Nachspielzeit dafür, dass die Partie einen Platz in den Geschichtsbüchern bekam.
Rekord aus Gründungssaison
Eine Partie vom 10. Mai 2009 hielt zuvor den alleinigen Rekord. Im Saisonendspurt der Gründungsspielzeit 2008/2009 trennten sich Eintracht Braunschweig und Fortuna Düsseldorf am 35. Spieltag 5:5 (1:2). Für die Gäste bedeutete das Remis einen Rückschlag, verpasste das damals von Norbert Meier trainierte Fortuna-Team damit doch den möglichen Sprung auf den Relegationsrang. Und das, obwohl die Düsseldorfer nach dem frühen Rückstand durch Smail Morabit (1.) nach den Treffern von Marco Christ (10./85.), Ranisav Jovanovic (12.), Andreas Lambertz (51.) und Claus Costa (54.) nicht weniger als viermal in Führung gegangen waren.
Christian Lenze (49./52.), Mirko Boland (62.) und der eingewechselte Fait-Florian Banser (90.+1) brachten Braunschweig aber jeweils zurück. Die Partie hatte sogar noch das Potenzial für weitere Treffer. Sowohl Deniz Dogan (22.) als auch Mirko Boland (42.) waren aber mit Foulelfmetern jeweils an Düsseldorfs Torhüter Michael Melka gescheitert. Durch drei Siege nacheinander im Saisonendspurt gelang Fortuna Düsseldorf aber dann doch noch der direkte Aufstieg hinter dem 1. FC Union Berlin.
Spektakel der U 23-Teams
Mit dem turbulenten 5:5 übertrafen Eintracht Braunschweig und Fortuna Düsseldorf die bis dahin gültige Bestmarke vom 26. September 2008. Beim 4:5 zwischen den U 23-Teams des SV Werder Bremen und des VfB Stuttgart waren erstmals neun Treffer in einer Begegnung erzielt worden. Nachdem die Stuttgarter durch Johannes Rahn (9.) und Julian Schieber (16.) mit zwei Toren in Führung waren, konnten Sandro Stallbaum (30.) und Torsten Oehrl (41.) für den Bremer Nachwuchs ausgleichen.
Erneut Rahn (50.) und Schieber (52.) sowie Sebastian Hofmann (59.) sorgten für eine vermeintlich komfortable 5:2-Führung des VfB. Der eingewechselte Stefan Ronneburg (71.) sowie Oehrl (79.) konnten für die Bremer zwar verkürzen, zum Ausgleich reichte es in der Schlussphase aber nicht mehr. Neben Julian Schieber wirkten mit Christian Träsch und Daniel Didavi (alle VfB Stuttgart II) sowie Dennis Diekmeier, Sebastian Mielitz und Philipp Bargfrede (alle SV Werder Bremen II) zahlreiche spätere Bundesligaprofis mit.
Unterhaching dreimal dabei
Den ersten Heimsieg in einer Partie mit mindestens neun Treffern konnte der FC Hansa Rostock am 28. August 2010 verbuchen. Der Ex-Bundesligist setzte sich 7:2 gegen die SpVgg Unterhaching durch. Trotz des unter dem Strich deutlichen Endstands verlief auch diese Partie äußerst abwechslungsreich. Die Rostocker Führung durch Tobias Jänicke (5.) hatten Marc Nygaard (11.) und Abdenour Amachaibou (20.) für die Gäste zwischenzeitlich drehen können. Mohammed Lartey (22.), Radovan Vujanovic (55.), Torben Hoffmann (55., Eigentor), Marcel von Walsleben-Schied (72.), Enrico Neitzel (77.) und Björn Ziegenbein (88.) waren dann aber für den doch noch deutlichen Erfolg der Gastgeber verantwortlich.
Bis zum nächsten so torreichen Spiel sollte es etwas mehr als acht Jahre dauern. Dann stellte die SpVgg Unterhaching am 24. November 2018 aber unter Beweis, dass sie auch solche Begegnungen für sich entscheiden kann. Marc Endres (16.) hatte den ehemaligen Bundesligisten im Auswärtsspiel beim FC Carl Zeiss Jena (5:4) zunächst in Führung gebracht. Obwohl der FCC nach den Toren von Dominik Bock (36.), Phillip Tietz (41.) und Julian Günther-Schmidt (54.) zweimal vorne lag, brachte Stephan Hain (43./59./61.) die SpVgg mit einem Dreierpack zurück. Auf den Jenaer Ausgleichstreffer von Felix Brügmann (69.) hatte Lucas Hufnagel (81.) das späte Siegtor parat.
Bei den torreichsten Partien ist die SpVgg Unterhaching sogar noch ein drittes Mal vertreten. Beim 5:4 gegen die Würzburger Kickers am 27. Juli 2019 ging es dabei sogar am spektakulärsten zu. Denn bis kurz vor dem Abpfiff lag das Team des damaligen Trainers Claus Schromm im bayerisch-fränkischen Duell sogar noch 2:4 zurück. Christoph Ehlich (88.), Alexander Winkler (90.+1) und Moritz Heinrich (90.+4) ließen aber doch noch Unterhaching jubeln. Zuvor hatte Doppeltorschütze Stefan Schimmer (34./45.+2) für die Gastgeber verkürzen können. Den Würzburgern reichten die Treffer von Luke Hemmerich (4.), Luca Pfeiffer (8.) und Dominik Widemann (42./48.) nicht zu etwas Zählbarem.
Dreimal neun Tore in drei Monaten
War zwischen der ersten und der zweiten Begegnung der SpVgg Unterhaching noch besonders viel Zeit vergangen, gab es ab Februar 2022 förmlich eine Flut an besonders torreichen Spielen. Den Auftakt machte dabei das 3:6 zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück in einer Nachholpartie vom 20. Spieltag. Nur etwas mehr als zwei Monate später trennten sich der SC Verl und der spätere Meister 1. FC Magdeburg 4:5 (1:2). Vier Wochen später beendeten der TSV 1860 München und die U 23 von Borussia Dortmund die Saison 2021/2022 mit einem 6:3 (2:2).
Zwischen den beiden torreichsten Partien der Saison 2023/2024 lagen sogar nur sieben Tage. Auch das gab es noch nie. Zunächst kamen am 10. Februar 2024 (25. Spieltag) die 26.377 Fans im Rudolf-Harbig-Stadion beim 7:2 (4:1) zwischen der SG Dynamo Dresden und dem späteren Absteiger VfB Lübeck voll auf ihre Kosten. Die beiden Doppeltorschützen Niklas Hauptmann (10./60.) und Jakob Lemmer (28./90.+2) sowie Luca Herrmann (14.), Stefan Kutschke (38.) und ein Eigentor von Tommy Grupe (81.) ließen die Dynamo-Fans jubeln. Niklas Hauptmanns Bruder Marius (32.) und Aaron Herzog (62., Foulelfmeter) betrieben für die Gäste lediglich ein wenig Ergebniskosmetik.
Novum: Sieg nach 0:3-Rückstand
Noch verrückter wurde es allerdings exakt eine Woche später (17. Februar/26. Spieltag). Als erstem Drittligisten überhaupt gelang es dem SV Sandhausen, trotz eines Drei-Tore-Rückstands am Ende noch als Sieger vom Feld zu gehen. Der SVS lag gegen den damaligen Spitzenreiter und späteren Aufsteiger SSV Jahn Regensburg nach nur elf Minuten schon 0:3 zurück, startete dann aber eine spektakuläre Aufholjagd, gewann noch 6:3 (3:3) und schrieb mit diesem Novum Drittligageschichte.
Vor heimischer Kulisse kassierte der SV Sandhausen frühe Treffer von Noah Ganaus (3.), Christian Viet (8.) und Dominik Kother (11.). Es war nur eine Viertelstunde vergangen, als Patrick Greil (13.) und Yassin Ben Balla (15.) die Gastgeber schon wieder bis auf ein Tor herangebracht hatten. Livan Burcu (38.) glich sogar noch vor der Pause aus. Nach dem Seitenwechsel schnürten erneut Greil (60.) und Burcu (68.) jeweils ihren Doppelpack, ehe der eingewechselte David Otto (82., Foulelfmeter) für den Endstand sorgte. Dresdens 7:2-Kantersieg und Sandhausens 6:3-Wende schafften es jeweils in die "Top Elf" der torreichsten Drittligapartien (zweimal zehn, neunmal neun Treffer in einer Partie).
Die torreichsten Spiele in der Geschichte der 3. Liga:
| Saison | Spieltag | Mannschaften | Ergebnis |
| 2008/2009 | 35 | Eintracht Braunschweig - Fortuna Düsseldorf | |
| 2024/2025 | 18 | SV Sandhausen - FC Erzgebirge Aue | |
| 2008/2009 | 8 | SV Werder Bremen II - VfB Stuttgart II | |
| 2010/2011 | 6 | FC Hansa Rostock - SpVgg Unterhaching | |
| 2018/2019 | 16 | FC Carl Zeiss Jena - SpVgg Unterhaching | |
| 2019/2020 | 2 | SpVgg Unterhaching - Würzburger Kickers | |
| 2021/2022 | 20 | MSV Duisburg - VfL Osnabrück | |
| 2021/2022 | 34 | SC Verl - 1. FC Magdeburg | |
| 2021/2022 | 38 | TSV 1860 München - Borussia Dortmund II | |
| 2023/2024 | 25 | Dynamo Dresden - VfB Lübeck | |
| 2023/2024 | 26 | SV Sandhausen - SSV Jahn Regensburg |
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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