Frauen im Fußball - Strategie 2027

Aktuell wird die Strategie für Frauen im Fußball detailliert ausgearbeitet. Diese soll im Herbst 2021 finalisiert und veröffentlicht werden.

Im Folgenden finden Sie Informationen über das Projekt Frauen im Fußball und die Strategie 2027.

DFB-Projekt "Frauen im Fußball"

Auf dem 43. Ordentlichen DFB-Bundestag im September 2019 wurde der Beschluss zum "Projekt Zukunft weiblich", aus dem sich später das "Projekt Frauen im Fußball" bildete, verabschiedet. Zielsetzungen und Handlungsfelder sind unter anderem die Stärkung der Strukturen, die Erhöhung der öffentlichen Wahrnehmung, die Optimierung der Talent- und Spitzenförderung, sowie altersgerechte Angebote für Frauen und Mädchen. Außerdem sollen zukünftig mehr Frauen verantwortungsvolle Funktionen in verschiedenen Bereichen des Fußballs übernehmen.

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Das Projektteam hat den Auftrag, eine langfristige und ganzheitliche Strategie für den Frauen- und Mädchenfußball und für Frauen im Fußball in Deutschland von der Breite bis zur Spitze zu erarbeiten. Es ist eins von drei wichtigen Zukunftsprojekten des DFB.

In der Projektgruppe sind Mitarbeiter*innen aus dem sportlichen Bereich der Akademie, Nationalmannschaften sowie der Spielbetrieb bis hin zu allen Fachabteilungen des DFB vertreten, beispielsweise Gesellschaftliche Verantwortung und Basisentwicklung. Ihr gehören unter anderem Vize-Präsidentin Hannelore Ratzeburg, Heike Ullrich, Doris Fitschen, Celia Sasic und Renate Lingor an. Auch externe Expert*innen werden einbezogen. Die Gruppe entwickelt die "Frauen im Fußball - Strategie 2027":

"Frauen im Fußball - Strategie 2027"

Die Strategie umfasst alle Bereiche des weiblichen Fußballs, von den Amateurinnen über die Bundesligen bis zu den Nationalmannschaften, von der Basisarbeit, Kommunikation, Marketing, Trainer*innenwesen bis hin zur Talentförderung und Frauen im Haupt- und Ehrenamt im DFB.

Ziele der Strategie sind neben einer erfolgreichen sportlichen Zukunft, mehr aktive Spielerinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen zu gewinnen, eine höhere Sichtbarkeit und mehr Frauen in entscheidenden Positionen im Haupt- und Ehrenamt des DFB und seiner Verbände und Vereine. Die Strategie soll Grundlage für das Handeln auf allen Ebenen des Fußballs (DFB, Regional- und Landesverbände) sein.
Aktuell wird die Strategie detailliert ausgearbeitet und soll im Herbst 2021 finalisiert und veröffentlicht werden.

Parallel zur Erarbeitung der Frauen im Fußball - Strategie 2027 werden schon konkrete Maßnahmen in den verschiedene Handlungsfeldern erarbeitet und umgesetzt.

Aktuelle Handlungsfelder und Maßnahmen:

  • Bewerbung FIFA Frauen-WM 2027

    Unter dem Motto "Three Nations – One Goal!" bewirbt sich der DFB gemeinsam mit dem Belgischen (RBFA) und dem Niederländischen Fußball-Verband (KNVB) um die Ausrichtung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2027. Der DFB wäre nach der Frauen-WM 2011 zum zweiten Mal Gastgeber einer Weltmeisterschaft im Frauenfußball. Wann eine Entscheidung über den Austragungsort des Turniers im Jahr 2027 getroffen wird, steht noch nicht fest.

    Die drei Fußballlegenden – Silvia Neid (Deutschland), Femke Maes (Belgien) und Sarina Wiegman (Niederlande) sind die Gesichter der Bewerbung.

  • Projekt Zukunft Weiblich / Sport

    Die sportspezifische Strategie des DFB für Frauen im Fußball. Mit Veränderungen in fünf Bereichen (Trainer*innen, Wettbewerbe, Förderstrukturen, Nationalmannschaften, Datengestützte Fußballentwicklung) wollen wir den deutschen Frauenfußball zurück an die Weltspitze bringen und dort dauerhaft etablieren.

  • Konkrete Ziele und Maßnahmen im Bereich Sport, gemäß Beschluss des DFB-Bundestages 2019:
  • Beispiele:

    1. i. Mehr Trainerinnen gewinnen, u.a. Möglichkeit zum Erwerb der Trainer*innen-Lizenz für aktuelle Nationalspielerinnen (ab Juni)
    2. ii. Integration von Inhalten, die für Trainer*innen von Frauen und Mädchen relevant sind, in die neue Ausbildungstreppe und somit in alle Ebenen der Trainer*innenausbildung (z.B. leistungsadäquate Belastungssteuerung)
    3. Kinderfußball: Gemeinsames Spielen von Mädchen und Jungen als Selbstverständlichkeit
    4. Weitere Professionalisierung des Frauenfußballs durch Überarbeitung der Zulassungsvoraussetzungen für Vereine der FLYERALARM Frauen-Bundesliga und der 2. Frauen-Bundesliga
    5. Optimierung der Förderstrukturen im Hinblick auf verbesserte Talentgerechtigkeit
    6. Weitere Professionalisierung der U-Nationalmannschaften im weiblichen Bereich
    7. Erhebung von Spieldaten (Positionsdaten, Ereignisdaten, taktischer Kamerafeed) bei der Frauen-Nationalmannschaft und den weiblichen U-Nationalmannschaften ab der Saison 21/22, sowie voraussichtlich in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga ab der Saison 2022/2023
  • Leadagentur Kommunikation

    Implementierung einer Leadagentur für den Frauenfußball und Umsetzung der Kommunikationsoffensive "fussball ,die (feminin)" – "Gemeinsam für mehr Frauen und Mädchen im Fußball"

    "fussball ,die (feminin)" soll alle Kommunikationsaktivitäten des DFB im Frauenfußball bündeln, um dessen Strahlkraft zu stärken. Dabei geht es darum, die weibliche Seite des Spiels zu zeigen und zu kommunizieren, was Fußball zu Fußball macht: Taktik, die; Technik, die; Begeisterung, die; Gemeinschaft, die. Fokus der Kommunikation liegt auf den sozialen Medien. Es wurde aber auch ein TV-Spot produziert, der vor dem DFB-Pokalfinale Frauen und den Länderspielen von Frauen und Männern im TV ausgestrahlt wird und Frauen und Mädchen für Fußball begeistern soll.

  • Basisentwicklung

    Ziele des DFB sind vor allem mehr aktive Spielerinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen, sowie mehr Frauen in Gremien zu gewinnen. Dafür wird derzeit eine Teilstrategie weiblicher Amateurfußball als Ableitung aus der Gesamtstrategie des Projekts "Frauen im Fußball" mit den Schwerpunkten in den Handlungsfeldern "Verband", "Verein" und "Spiel- und Wettkampfangebote" erarbeitet.

    Die Entwicklung und Ausarbeitung der weiblichen Amateurfußballstrategie wird mit den Landesverbänden und Vereinen stattfinden. Dabei wird der DFB-Masterplan eine entscheidende Bedeutung einnehmen.

  • Mehr Frauen im Fußball / Vielfalt

    Erarbeitung eines DFB-Gleichstellungsplans für das Haupt- und Ehrenamt, um den Anteil von Frauen und anderen unterrepräsentierten Gruppen in ehrenamtlichen Gremien und in Führungspositionen im Hauptamt zu erhöhen. Der Gleichstellungplan soll beim nächsten Bundestag 2022 eingebracht und verabschiedet werden.

    Parallel dazu gibt es schon konkrete Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Fußball wie beispielsweise das Leadership-Programm für Frauen, das unter der Überschrift "Mehr Vielfalt in Gremien" bereits seit 2016 angeboten wird. Zudem startet in diesem Jahr das DFB-Leadership-Programm für Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte – Ziel ist eine paritätische Besetzung m/w. (Ausschreibung für Teilnehmer*innen Start 01.06.2021, Programmbeginn Oktober 2021).

    Für aktuelle Nationalspielerinnen gibt es ab diesen Sommer die Möglichkeit eine Trainerinnenausbildung neben ihrer aktiven Laufbahn zu absolvieren. Des Weiteren werden zwei Stipendien für das Zertifikatsprogramm "Management im Profifußball" an Frauen vergeben.

  • Strategische Weiterentwicklung der FLYERALARM Frauen-Bundesliga

    Um die Liga weiterzuentwickeln, gibt es derzeit zwei wichtige Kooperationen:

    DFL: Gemeinsam mit der DFL und Vertreter*innen der Vereine wird in einer Arbeitsgruppe an der Steigerung der Professionalisierung, Attraktivität und Bekanntheit der FLYERALARM Frauen-Bundesliga gearbeitet. Es sollen Potenziale und Perspektiven ausgelotet werden, um die Ligen voranzubringen. Ziel ist es Ansätze zu entwickeln, wie die Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga künftig unter Berücksichtigung der gewachsenen Strukturen und Systeme durch ein gezieltes Engagement die Professionalität, Attraktivität und Bekanntheit der höchsten Spielklassen im Frauenfußball stärken können.

    Internationales Fußball-Institut (IFI): Das IFI ist eine auf den Spitzenfußball spezialisierte Beratungs- und Forschungseinrichtung. Ziel der Kooperation zwischen DFB und dem IFI ist es jeden Verein der FLYERALARM Frauen-Bundesliga individuell und die Liga insgesamt weiterzuentwickeln. In insgesamt fünf Modulen wurden mit jedem Verein individuelle Online- und Präsenzworkshops durchgeführt, Themenschwerpunkte - wie z.B. Vermarktung, Vereinsstrukturen, Zuschauergewinnung - herausgearbeitet sowie Ziele und Maßnahmen ausgearbeitet. Gleichzeitig wurden Ideen und Maßnahmen entwickelt, um die Liga als Ganzes voranzubringen. Die Finalisierung der Ausarbeitungen des Projekts sind Anfang Juni 2021 geplant, so dass erste Maßnahmen schon in der Saison 2021/22 umgesetzt werden können.

  • Etablierung des DFB-Pokalfinals als größte Frauensport-Veranstaltung in Deutschland

    Ab der Saison 2022/23 soll der Pokalwettbewerb der Frauen erstmals eigenständig vermarktet werden. Ziel ist es insbesondere eine höhere mediale Präsenz schon in den Runden bis zum Finale zu erreichen. Es wird beispielsweise an einem Auslosungskonzept gearbeitet, um auch hier schon mehr Aufmerksamkeit für den Wettbewerb zu generieren. Insgesamt soll der Wettbewerb schon von der ersten Runde an bis hin zum Finale in Köln aufgewertet werden.

    Das DFB-Pokalfinale der Frauen soll zudem als Highlightevent im deutschen Frauensport etabliert und die Zuschauerzahlen weiter gesteigert werden.

  • Sichtbarkeit

    Eine größere Sichtbarkeit ist eines der Hauptziele für die Zukunft. Viele der innerhalb der Strategie erarbeiteten Maßnahmen sollen darauf einzahlen. Eine große Rolle spielen dabei die TV- beziehungsweise Medienrechte, die für den DFB-Pokal Frauen 2022/23 und für die Frauen-Nationalmannschaft und die FLYERALARM Frauen-Bundesliga ab 2023/24 neu vergeben werden. Der DFB will aber auch im Rahmen der aktuell bestehenden Verträge die Reichweiten steigern und die Sichtbarkeit erhöhen. In intensiven Gesprächen mit den Partnern, soll eine hundertprozentige Sichtbarkeit aller Spiele in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga erreicht werden. Für die aktuelle Saison ist das schon gegeben: Alle Spiele der letzten vier Spieltage der FLYERALARM Frauen-Bundesliga sind entweder im TV oder im Stream live sichtbar.