Frauen-Nationalmannschaft
Wück: "U 23-Spielerinnen zeigen, dass der Weg zu uns nicht so weit ist"

Bundestrainer Christian Wück und U 23-Trainer Michael Urbansky haben zusammen mit Sportdirektorin Nia Künzer ihre Aufgebote für die Länderspielphasen der Frauen-Nationalmannschaft und der U 23-Frauen-Nationalmannschaft vorgestellt und auch über die Verzahnung zwischen den beiden Teams gesprochen.
Christian Wück über...
... die Wahl der Gegner: Wir haben zwei Spiele vor uns, die wir uns durch die direkte Qualifikation erarbeitet haben. Es sind zwei Phasen mit Testspielen, um zu schauen, wie wir den nächsten Schritt machen. Mit zwei außereuropäischen Teams werden wir zwei Spiele auf hohem Niveau haben, die uns auf andere Weise fordern werden. Wir wollen dort die nächsten Schritte gehen, um im nächsten Jahr die Qualifikation für Olympia zu schaffen und eine hoffentlich erfolgreiche WM spielen zu können.
... den Austausch mit der U 23: Es ist unheimlich wichtig, dass wir den Spielerinnen der U 23 zeigen, dass der Weg zu uns nicht so weit ist, dass der Schritt nur ein kleiner ist zur Nationalmannschaft. Der Austausch ist wichtig, auch auf internationaler Ebene. Mit dem Länderspiel-Doppelpack in Bremen, ist es die erste Möglichkeit seit meinem Amtsantritt, dass beide Mannschaften am selben Ort spielen. Es ist eine einmalige Gelegenheit, die wollen und werden wir auch nutzen. Wir sehen die U 23 als Talente-Pool für uns und dann ist der Kader die erste Option, wenn wir Bedarf auf Positionen haben. Generell wollen wir je nach Fall immer kurzfristig entscheiden können.
... die WM-Vorbereitung: Wir werden dazu übergehen, in Details zu sprechen und zu arbeiten. Wir haben eine gute Grundlage geschaffen, auch mit der EM-Analyse und mit dem Auftreten in der Nations League. Wir wollen die Mannschaft weiterentwickeln, gegen einen tief stehenden Gegner zu spielen, aber gleichzeitig nicht zu vernachlässigen, wie wir auch gegen die Topteams dominant auftreten wollen. Die Abläufe gilt es in den beiden Spielen zu verfeinern, um irgendwann für die WM gewappnet zu sein.
... eine Stammelf: Ich glaube schon, dass wir nach der EM ein Gerüst gefunden haben, auch wenn es beispielsweise mit Rebecca Knaak und Kathrin Hendrich auch Ausfälle und Verletzte gibt. Wir werden unseren Weg weitergehen und hoffen, damit Erfolg zu haben. Jeder hat Ziele und will das Beste herausholen. Wir wollen nicht nur mithalten, sondern haben die Hoffnung, dann auch Top-Teams schlagen zu können.
... Laura Freigang: Ihre Leistung im Verein hat sich verändert, deswegen ist sie wieder dabei. Sie spielt auf einer etwas anderen Position, ihre Präsenz auf dem Platz hat sich verändert.
... Ann-Katrin Berger: Es war schon länger im Gespräch, dass sie irgendwann einmal einen Lehrgang aussetzen möchte und das war jetzt der Zeitpunkt, weil sie in den USA in der Liga in die Playoffs gehen. Es ist auf der anderen Seite auch eine Möglichkeit, den jungen Torhüterinnen Spielzeit zu geben.
... die Torhüterinnen im Kader: Die Leistungen von Ena Mahmutovic sind im Moment sehr gut, sie hat letztes Mal gegen Slowenien gespielt und wird auch jetzt ihre Spielzeit bekommen. Ob sie beide Spiele machen wird, werde ich mit Torwarttrainer Michael Fuichs besprechen. Stina Johannes hat bei uns sehr gute Leistungen gezeigt und hat im Moment im Verein ab und an nicht überzeigt. Sie hat einen anderen Anspruch an sich. Man muss Spielerinnen eine schwächere Phase zugestehen, aber wenn ich das Vertrauen in sie nicht hätte, hätte ich sie nicht nominiert.
... Cora Zicai: Es freut mich, dass sie zu ihrer alten Stärke zurückgefunden hat. Die Zeit in Wolfsburg ohne Nationalmannschaft hat ihr gut getan, um wieder auf die Beine zu kommen. Es gibt bei uns sehr viele offensive Außenspielerinnen, die ins Eins-gegen-Eins gehen und die wir international auf einem hohen Niveau sehen.
... Abgänge aus der Frauen-Bundesliga: Es ist ein großes Thema, das uns alle beschäftigt. Spielzeit ist die Währung im Fußball. Wenn unsere Spielerinnen keine Spielzeit bekommen, ist das nicht gut für sie und die Nationalmannschaft. Sie müssen ihre Trainer überzeuge, damit sie zu Spielzeit kommen, aber das ist nicht nur im Ausland so, sondern auch in der Bundesliga. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Talentförderung verbessern können, dass die Nachwuchsspielerinnen in der Bundeliga die Trainer überzeugen, sie aufzustellen.
... Alara: Alara muss Spielzeit bekommen, um sich weiterzuentwickeln. Sie weiß, dass sie sich beim FC Bayern in einer Topmannschaft durchsetzen muss. Das ist der Grund, ihr die Spielzeit bei der U 23 zu geben. Bei uns ist die Konkurrenz groß, in der U 23 soll sie ihre Führungsrolle ausfüllen.
Michael Urbansky über...
... die Rolle der U 23: Die großen Turniere, die in den kommenden Jahren anstehen, sind Motivation genug für die Spielerinnen. Es ist eine Chance für die Mädels, sich zu präsentieren und Erfahrung zu sammeln. Ich möchte Christian Wück entsprechend ganz viele Kopfschmerzen bereiten, wenn er seinen Kader nominiert. Wir wollen Entwicklung und Erfolg miteinander verbinden, das ist unsere Aufgabe. Wir haben ein gemeinsames Abendessen mit der A-Nationalmannschaft und es ist schön, dass man auch außerhalb des Fußballs zusammenkommt. Die Arbeit mit dem Trainerteam der A-Mannschaft ist total intensiv, wir sind oft gemeinsam vor Ort. Es ist total wichtig, mit einer gemeinsamen Herangehensweise den Spielerinnen den Übergang so leicht wie möglich zu machen, weil sie wissen, was auf sie zukommt.
... Alara: Sie hat per se durch ihre Erfahrung eine Führungsrolle bei uns, die jüngeren Spielerinnen können und dürfen sich auch an ihr orientieren: Sie darf gerne über uns den nächsten Schritt machen.
... die Herausforderungen bei möglichen Nachnominierungen: Es sind sicherlich immer wieder Herausforderungen, wenn beispielsweise kurzfristig eine Spielerin von uns in die Frauen-Nationalmannschaft nachrückt, aber das ist auch das Schöne an unserem Job. Wir erwarten von den Spielerinnen genau dieselbe Flexibilität. Das ist der Grund, warum wir diesen Job machen.
Nia Künzer über...
... die Länderspielphase: In dieser Länderspielphase haben wir die Möglichkeit, uns auf höchstem Niveau mit tollen Teams zu messen. Aus der U 19 sind zwei Spielerinnen aus dem EM-Kader bei der U 23 dabei, das ist ein Beispiel, wie eng wir untereinander in den Teams zusammenarbeiten und wie kurz die Wege sind. In der WM-Saison ist es eine tolle Option, uns mit vier Testspielen auf den Weg zu machen und weiterzuentwickeln. Wir haben im Frühjahr auch eine Olympiaqualifikation zu spielen.
... den Status der Frauen-Bundesliga: Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Spielerinnen ins Ausland gehen. Die Entwicklung ist unterschiedlich, für die einen ist es ein Sprungbrett, die anderen haben nicht die Spielzeit, die sie sich wünschen. Wir müssen gemeinsam anpacken, um deutsche Nationalspielerinnen in der Liga zu halten.
... die Entwicklung der Frauen-Nationalmannschaft: In den vergangenen Jahren haben wir eine erfolgreiche Zeit gehabt und konnten beweisen, dass wir mit den Topteams mithalten und sie schlagen können. Wir haben jetzt zu Beginn der Saison die Herausforderung, uns zu finden und weiterzuentwickeln. Wir sehen immer noch Potential und dass es oben immer noch sehr eng zugeht. Und sind unsere Stärken bewusst, die wir gegen Topteams immer zeigen müssen, um zu bestehen. Grundsätzlich gibt es viel Grund zu Optimismus. Wir haben die Nations League zuletzt zweimal als Gruppenerste abgeschlossen und alle Chancen, das im Frühjahr wieder zu tun.
Kategorien: Frauen-Nationalmannschaft
Autor: dfb

Wück beruft 24 Spielerinnen: Baum erstmals dabei, Schulze Solano zurück
Bundestrainer Christian Wück hat seinen 24-köpfigen Kader für die Länderspiele gegen Australien in Karlsruhe am 9. Oktober (ab 20.30 Uhr, live im ZDF) und gegen Japan in Bremen am 13. Oktober (ab 17.45 Uhr, live in der ARD) berufen.

Tickets für Heimspiele gegen Australien und Japan
Für die beiden Heimspiele der DFB-Frauen im Oktober können nun Karten im DFB-Ticketportal erworben werden. Am 9. Oktober trifft die DFB-Auswahl in Karlsruhe auf Australien, vier Tage später in Bremen auf Japan.

Stehplätze bei Länderspielen: Das müssen Fans wissen
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