WM 2026
WM 1970: Das "Jahrhundertspiel" in Mexiko

Am 11. Juni beginnt die WM in den USA, Kanada und Mexiko. Deutschland nimmt zum bereits 21. Mal an einer WM-Endrunde teil. In einer Serie blickt DFB.de auf die deutsche WM-Geschichte zurück, von Turnier zu Turnier. Heute: die siebte Teilnahme bei der WM 1970 in Mexiko.
Alle Spieler, die dabei gewesen waren, schwören noch heute: "Mexiko war die schönste WM!" Auch die Weltmeister von 1974 sagten das. Denn die Deutschen erlebten wahre Sternstunden und ernteten große Sympathien in einem sehr gastfreundlichen Land. Nach drei Vorrundensiegen waren sie binnen vier Tagen gleich an zwei "Jahrhundertspielen" beteiligt. In Leon nahmen sie Revanche an England und machten aus einem 0:2 noch ein 3:2. Uwe Seelers Hinterkopftor war die "Rache" für Wembley.
Im Halbfinale gegen Italien wurde das Drama auf die Spitze getrieben. Der Wahl-Italiener Karl-Heinz Schnellinger glich noch in der Nachspielzeit zum 1:1 aus und schenkte der Welt eine legendäre Verlängerung. Zweimal wechselte die Führung, am Ende siegten die Italiener auch dank einer fragwürdigen Schiedsrichterleistung mit 4:3. Nie fielen mehr Tore in einer WM-Verlängerung als am 17. Juni 1970 in der Gluthitze von Mexico City. Im Azteken-Stadion erinnert noch heute eine Gedenktafel an dieses "Jahrhundertspiel". Als Dritter kehrten die Deutschen heim, und der Wunsch der Bild wurde wahr: "Bitte empfangt sie wie Weltmeister!" Einen Titel gab es trotzdem: Gerd Müller wurde mit zehn Treffern WM-Torschützenkönig - als erste Deutscher.
Wer schoss die deutschen Tore?
Müller (10), Seeler (3), Libuda, Schnellinger, Overath (je 1).
Wieviel eingesetzte Spieler?
19 - erstmals durfte ausgewechselt werden, was die Chancen der Reservisten deutlich erhöhte.
Fakten
Erstmals gewann Deutschland alle drei Vorrundenspiele: 2:1 gegen Marokko, 5:2 gegen Bulgarien, 3:1 gegen Peru.
England verlor erstmals in seiner Geschichte ein Länderspiel trotz einer Zwei-Tore-Führung - im Viertelfinale von Leon gegen Deutschland.
Kurioses
Willi Schulz stand zwar auf dem Spielberichtsbogen, war aber im Spiel um Platz drei nicht einsatzbereit, da er seine Schuhe durch ein Versehen nicht dabei hatte. Er hatte sie in den falschen Bus gepackt. So kam Max Lorenz zu seinem einzigen WM-Einsatz.
Zitat
"Ausgerechnet Schnellinger - werden die Italiener sagen. Ausgerechnet Schnellinger!" (ARD-Kommentator Ernst Huberty nach dem Ausgleich im Halbfinale)
Wer wurde Weltmeister?
Brasilien - mit 4:1 im Finale gegen Italien.
Kategorien: WM 2026, Männer-Nationalmannschaft, Weltmeisterschaft
Autor: um

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