Männer-Nationalmannschaft
Tah: "Das wird sehr besonders für mich"

Ein Spiel im Rahmen einer Weltmeisterschaft ist immer außergewöhnlich – die Partie heute (ab 22 Uhr, live im ZDF und bei MagentaTV) gegen die Elfenbeinküste ist im Falle von Jonathan Tah noch einmal etwas außergewöhnlicher. Denn für den deutschen Nationalspieler ist das WM-Gruppenduell auch eine Begegnung mit der eigenen Geschichte. "Das wird schon sehr besonders sein für mich, anders als gegen andere Gegner", sagte Verteidiger Tah im Rahmen der offiziellen Abschlusspressekonferenz am Freitagabend im Stadion von Toronto. Schließlich stammt sein Vater aus dem westafrikanischen Land. Der Hamburger Tah, der mittlerweile in München beim FC Bayern in der Bundesliga spielt, hatte vor Wochen schon im Interview mit dem DFB-Journal auf die Begegnung unter besonderen Vorzeichen vorausgeblickt. Keine 24 Stunden mehr vor Anpfiff der emotionalen Partie wirkte Tah konzentriert, kontrolliert, so wie man ihn kennt. Souverän wechselte er zwischen den Sprachen, beantwortete die Frage eines Journalisten zur Elfenbeinküste gekonnt auf Französisch. Tah ist eben nicht nur in der deutschen Abwehr ein Ruhepol.
"Er ist der neue Chef", hatte ihn in den Tagen von Winston-Salem, wo die Nationalmannschaft derzeit wohnt und trainiert, Abwehrkollege Antonio Rüdiger geadelt. "Es ist grundsätzlich schön, lobende Worte zu bekommen", sagte Tah. "Aber wenn sie von Toni kommen, noch mal besonders. Wenn man sich anschaut, was er schon alles erreicht hat in seiner Karriere, unter anderem hat er zweimal die Champions League gewonnen, ehrt mich das noch mehr. Und auch wenn ich nicht gespielt habe, hat er mich immer gepusht und mir gesagt: Glaub an dich, deine Zeit wird kommen."
Rüdiger behielt Recht, Tahs Zeit ist längst angebrochen, heute wird er zum 49. Mal für Deutschland auflaufen. Ansonsten wollte sich Bundestrainer Julian Nagelsmann am Vorabend nicht entlocken lassen, wer gegen die Elfenbeinküste von Beginn an spielt. "Ich will nicht alles verraten, auch wenn es keinen offensichtlichen Grund gibt, viel zu ändern. Wir warten mal die Nacht ab, ob alle fit und gesund sind", sagte Nagelsmann. Auf veränderte äußere Gegebenheiten muss er sich allerdings sehr wohl einstellen. Nach dem Auftaktspiel im texanischen Houston, wo das Dach der Arena beim 7:1-Sieg über Curacao geschlossen war, weht nun in Toronto, unweit vom Ontariosee gelegen, eine steife Brise durch das Stadion. "Das wird ein bisschen anders morgen, es ist ein bisschen windig. Aber es ist ein schönes Stadion und es wird ein spannendes und gutes Spiel", sagte Nagelsmann.
Nagelsmann: "Wir sind auf alles gut vorbereitet"
Was seine Mannschaft auf dem Platz erwartet, kann der Bundestrainer dagegen selbst noch nicht richtig greifen. "Sowohl in der Qualifikation als auch beim Afrika-Cup hat die Elfenbeinküste immer in anderer Ordnung gespielt", führte Nagelsmann aus. "Wir wissen nicht genau, was uns erwartet, sind aber auf alles gut vorbereitet. Das Tempo, das Eins-gegen-Eins und das Umschalten nach Ballgewinn sind sicher ihre größten Stärken. Wir haben Maßnahmen ergriffen, um ihnen möglichst viele Stärken wegzunehmen. Das wird aber nicht immer klappen, dafür ist der Gegner zu gut."
Verteidiger Tah und seine Kollegen werden es in jedem Fall mit dem ivorischen Jungstar Yan Diomande von RB Leipzig zu tun bekommen. "Diomande ist ein überragender Spieler mit extrem viel Talent und Potenzial", sagte Tah. "Er ist noch jung, hat eine top Saison gespielt, er ist ein sehr unangenehmer Gegner." Auch die Aussicht auf Duelle mit dem schnellen Ivorer bringt Tah nicht aus der Ruhe. "Ich versuche den Fokus allgemein auf die WM und auf unsere Ziele zu richten." Denn auch nach dieser emotionalen Partie hat Tah mit seinem Team noch Besonderes vor.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026
Autor: al

WM-Gruppenspiel gegen Elfenbeinküste live im ZDF und bei MagentaTV
Die DFB-Auswahl bestreitet das zweite WM-Gruppenspiel heute (ab 22 Uhr MESZ, live im ZDF und bei MagentaTV) gegen die Elfenbeinküste. DFB.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum Duell mit den Ivorern im Toronto Stadium im FAQ.

Im Zeichen von Robert Enke: Das einzige Duell mit der Elfenbeinküste
Die DFB-Auswahl trifft im zweiten WM-Gruppenspiel heute (ab 22 Uhr MESZ, live im ZDF und bei MagentaTV) auf die Elfenbeinküste. Die bisher einzige Begegnung beider Nationen endete 2009 unter emotionalen Umständen mit 2:2.

Ticker: Auch in Toronto Tickets für den guten Zweck
Die WM 2026 läuft endlich auch für die Nationalmannschaft. Nach dem 7:1 zum Auftakt gegen Curacao geht es heute (ab 22 Uhr) in Toronto gegen die Elfenbeinküste weiter. Der DFB.de-Team-Ticker hält Fans mit neuesten Infos auf dem Laufenden.