Google Pixel Supercup der Frauen

Rottenberg vor Supercup: "Emotionen bis heute in Erinnerung geblieben"

07.08.2026
Silke Rottenberg: "Ein Finale ist für jede Spielerin immer etwas ganz Besonderes" Foto: picture-alliance/DFB

Mehrfach stand Silke Rottenberg als Torhüterin im Supercup, gleich bei ihrer ersten Teilnahme gewann sie mit dem TSV Siegen den Titel. Beim Google Pixel Supercup 2026 wird die ehemalige Nationaltorhüterin den Pokal ins Stadion tragen. Mit DFB.de spricht die Welt- und Europameisterin über die Entwicklung des Wettbewerbs, die Professionalisierung des Frauenfußballs und darüber, was den Supercup als Finale so besonders macht.

DFB.de: Frau Rottenberg, was zeichnet den Supercup für Sie aus?

Silke Rottenberg: Ein Finale ist für jede Spielerin immer etwas ganz Besonderes. Wer im Supercup steht, hat sich diesen Moment mit einer erfolgreichen Vorsaison verdient. Allein die Qualifikation ist eine Auszeichnung. Natürlich möchte jede Mannschaft den Titel holen. In der Bundesliga hast du über die Saison viele Spiele und kannst Fehler wieder gutmachen. Im Supercup gibt es diese zweite Chance nicht. Entweder hältst du am Ende den Pokal in den Händen oder eben nicht. Genau das macht den Reiz eines Endspiels aus.

DFB.de: Sie haben zwischen 1992 und 1996 mehrfach als Torhüterin im Supercup gestanden. Welche Momente sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Rottenberg: Ich selbst habe den Supercup fünfmal gespielt und tatsächlich nur einmal gewonnen. An die einzelnen Spiele erinnere ich mich heute gar nicht mehr so genau. Es sind vor allem die Emotionen, die mir bis heute in Erinnerung geblieben sind: das Kribbeln im Bauch, wenn vor dem Anpfiff die Nationalhymne erklingt, der Stolz, in einem Finale auf dem Platz zu stehen, das Glücksgefühl nach dem Schlusspfiff und der Moment, in dem man den Pokal gemeinsam in die Höhe stemmen darf – aber eben auch die Enttäuschung nach einer Niederlage.

DFB.de: Wenn Sie den Supercup von damals mit heute vergleichen – was hat sich verändert?

Rottenberg: Der Frauenfußball insgesamt hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm gewandelt. Anfang der 90er waren wir alle noch Amateurinnen. Die meisten Spielerinnen haben gearbeitet oder studiert und nebenbei ihr Training absolviert. Heute ist der Fußball viel professioneller geworden. Die Spielerinnen sind top ausgebildet, athletisch und das Spiel hat deutlich an Schnelligkeit gewonnen. Gleichzeitig hat sich auch die Wahrnehmung verändert: Frauenfußball war damals eher eine Randsportart, heute ist er eine richtige Marke geworden.

DFB.de: Auch die Zuschauerzahlen haben sich deutlich entwickelt. Welche Rolle spielt das für Sie?

Rottenberg: Das ist eine Entwicklung, über die ich mich besonders freue. Bei meinem ersten Supercup waren rund 2.500 Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion. Für die damalige Zeit war das eigentlich eine richtig gute Kulisse, nur war das Stadion einfach viel zu groß. Heute sprechen wir von deutlich mehr als 16.000 Fans. Das zeigt, wie sehr sich der Frauenfußball entwickelt hat. Gleichzeitig kommen Zuschauerinnen und Zuschauer nicht von allein. Dahinter steckt unglaublich viel Arbeit von den Vereinen, dem DFB und allen, die sich mit viel Engagement für den Frauenfußball einsetzen.

DFB.de: Heute begleiten Sie den Supercup aus einer anderen Perspektive: In diesem Jahr tragen Sie den Pokal ins Stadion. Wie fühlt sich das an?

Rottenberg: Ich freue mich riesig darüber und empfinde es als große Ehre. Natürlich durfte ich selbst viele Titel feiern, aber den Pokal auf das Spielfeld tragen zu dürfen, ist noch einmal etwas ganz Besonderes. Das ist für mich eine große Wertschätzung für das, was ich selbst im Frauenfußball erleben durfte. Auch wenn ich heute nicht mehr selbst auf dem Platz stehe, wird wahrscheinlich trotzdem ein bisschen Nervosität dazugehören.

DFB.de: Mit dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg treffen zwei Topteams aufeinander. Worauf freuen Sie sich besonders?

Rottenberg: Ich erwarte einfach ein richtig gutes Fußballspiel. Beide Mannschaften haben enorme Qualität und viele Nationalspielerinnen in ihren Reihen. Gerade zu Beginn einer Saison ist der Supercup eine spannende Standortbestimmung. Man sieht, wie weit die Mannschaften nach der Vorbereitung sind und wo sie im direkten Vergleich stehen. Für die Spielerinnen selbst ist der Supercup eine Chance, sich für künftige Nominierungen, wie etwa für die Nationalmannschaft, zu empfehlen. Mein Augenmerk liegt natürlich besonders auf den Torhüterinnen.

DFB.de: Sie arbeiten seit vielen Jahren als Torwartkoordinatorin beim DFB. Was möchten Sie jungen Torhüterinnen mit auf den Weg geben?

Rottenberg: Genießt den Moment und bewahrt euch die Freude am Spiel. Gerade ein Finale ist etwas Besonderes – dafür trainiert man schließlich die ganze Saison. Natürlich gehört Nervosität dazu, aber am Ende muss niemand etwas Außergewöhnliches machen. Es geht darum, die eigene Leistung abzurufen und das, was man sich im Training erarbeitet hat, mit der Mannschaft gemeinsam auf den Platz zu bringen.

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Autor: dfb