Prävention und Sicherheit
Regionalkonferenzen 2026: "Prävention und Sicherheit im Wandel"

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die DFL Deutsche Fußball Liga haben im Februar knapp 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Frankfurt zu den Regionalkonferenzen 2026 begrüßt. Das Feld der Teilnehmerinnen und Teilnehmer spiegelte die Vielfalt der sogenannten Funktionsgruppen wider, die an den Spieltagen der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga für ein sicheres Stadionerlebnis sorgen.
Neben Vertreterinnen und Vertretern von DFL und DFB entsendeten die Klubs ihre Veranstaltungsleitungen sowie Sicherheits- und Fanbeauftragten. Zudem nahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fanprojekte sowie der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) und der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW (LAG NRW) teil. Von den Sicherheitsbehörden nahmen Polizeiführerinnen und Polizeiführer der Landespolizei sowie Vertreter und Vertreterinnen der Bundespolizei, der Landesinformationsstellen Sporteinsätze (LiS) und der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZiS) die Einladung zum vertrauensvollen Austausch an.
"Druck, Dynamik, Dialog"
Die diesjährigen Regionalkonferenzen wurden von DFL und DFB, eröffnet und moderiert. Von Beginn an stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt, der das Format lebendig und wertvoll macht. Die Inhalte, die gemeinsam mit der Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (KoFaS) entwickelt wurden, orientierten sich an den drei Säulen "Druck, Dynamik, Dialog" und spiegelten die aktuellen Herausforderungen im Netzwerk wider. Das facettenreiche Konzept ermöglichte es, neue Impulse zu setzen, kontroverse Diskussionen zu führen und die Vernetzung von Entscheidern aus den Bereichen Sicherheit und Prävention zu stärken.
In ihren Begrüßungsworten betonten Ansgar Schwenken, Direktor Spielbetrieb & Fans (DFL) und Christina Gassner, Direktorin Politische Beziehungen, Gesellschaft & Sicherheit (DFB) die Bedeutung von Offenheit, Zusammenarbeit und Perspektivenwechsel. Schwenken verwies auf das hohe Sicherheitsniveau in den Stadien und die Chancen, die Veränderungen mit sich bringen. Er unterstrich: "Das diesjährige Konferenzthema 'Druck, Dynamik, Dialog - Prävention und Sicherheit im Wandel' könnte aktueller kaum sein. Der politische, gesellschaftliche und mediale Druck wächst. Auf Clubs und Verbände. Und auch die Sicherheitspartner und Fanorganisationen erleben dies. Deshalb wir sind gefordert, offen und konstruktiv miteinander zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten."
Gassner sagte: "Sicherheit entsteht nie im Alleingang. Gerade wenn der Druck steigt, zeigt sich, wie belastbar unsere Netzwerke wirklich sind. Wir brauchen Partner, die miteinander sprechen, auch wenn es unbequem ist - und ein Vertrauen, das nicht nur in guten Zeiten trägt, sondern vor allem in herausfordernden. Prävention funktioniert genauso: Sie lebt von Menschen, die sich kennen und die in ihrer jeweiligen Rolle Verantwortung übernehmen - Tag für Tag. Genau dafür stehen die Regionalkonferenzen. Der Austausch stärkt nicht nur die Zusammenarbeit, sondern verfolgt ein gemeinsames Ziel: sichere und stimmungsvolle Fußballveranstaltungen zu ermöglichen. Die eigentlichen Erfolge dieser Konferenzen zeigen sich nicht im Plenum, sondern später - dort, wo die lokalen Netzwerke arbeiten und die Gespräche von heute ihre Wirkung entfalten."
Impulsgeber für Vernetzung und Innovation
Die Keynotes setzten inhaltliche Schwerpunkte und gaben Impulse für die weitere Arbeit. Zukunftsforscher Marcel Aberle unterstrich die Bedeutung von Vorstellungskraft, gemeinsamen Zielen und der Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten. Anne Schröder, Psychologin und ehemalige Hockeynationalspielerin, vermittelte wie Druck als Chance genutzt werden kann und wie Netzwerke die Handlungsmöglichkeiten erweitern und Stabilität schaffen.
Bei der Veranstaltung wurde ein vielfältiges Workshopprogramm angeboten, das den Teilnehmenden die Möglichkeit gab, sich aktiv einzubringen und in den Austausch mit anderen Funktionsgruppen zu treten. In einer geschützten Atmosphäre konnten belastbare Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren aufgebaut und gestärkt werden, begleitet von konstruktiver Offenheit.
Die Workshops deckten ein breites Themenspektrum ab – von technischen Innovationen zur Stadionsicherheit, dem Umgang mit Pyrotechnik, über Visionen einer Fußballveranstaltung ohne Polizeipräsenz, bis hin zu gesellschaftlichen Entwicklungen in den Fanszenen und dem Abbau von Feindbildern. In allen Workshops stand die Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze und der Austausch praxisnaher Strategien für die Arbeit im Netzwerk Fußball im Mittelpunkt. Im anschließenden Messe-Format setzten die Teilnehmenden sich mit den Ergebnissen und Inhalten auseinander und kamen mit den Workshopleitungen ins Gespräch. In der Abschlussdiskussion wurden die gewonnenen Erkenntnisse auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Fußball übertragen.
Die Konferenzen lebten von engagierten Gesprächen, dem offenen Miteinander, aber auch von kontroversen Diskussionen – eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung von Prävention und Sicherheit im Fußball.
Stimmen aus dem Netzwerk
"Fußball lebt von Emotionen, doch seine Zukunft lebt von Verantwortung", sagte Michael Madre, Polizeidirektor Zentrale Informationsstelle Sport (ZiS). "Wer Verantwortung trägt sollte Konflikte klug moderieren und die Würde des Menschen zur obersten Leitlinie machen. Es braucht Sicherheit im Fußball, lange vor dem Anpfiff. Diese entsteht durch verantwortungsvolle Zusammenarbeit im Netzwerk und durch Dialog. Die Regionalkonferenzen sind ein wesentliches Format, das eben diese Zusammenarbeit fördert und die wertebasierte Streitkultur einrahmt. Hier treffen Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammen, denen organisationsspezifische Perspektiven und eigene Erfahrungen zugrunde liegen. Die Regionalkonferenzen 2026 griffen dies erneut methodisch optimal auf und führen alle in den Dialog – nicht laut, aber kritisch und insbesondere verantwortungsvoll."
Felix Nebel, Fanbeauftragter FC Magdeburg und Regionalsprecher Ost: "Die Regionalkonferenzen bieten wertvollen, konstruktiven Austausch und ermöglichen es, Sicherheit und neue Ideen auch mal kontrovers zu diskutieren. Besonders bereichernd ist die deutschlandweite Vernetzung – so bekommen wir Einblicke in andere Standorte und können voneinander lernen, um gemeinsam besser zu werden."
Sandro Pittelkow. stellvertretender Leiter Führungs- und Einsatzstab Polizeipräsidium Stuttgart: "Die Besprechung von Themen zwischen Verein, Polizei und Fanvertretern ist aus meiner Sicht elementar – sowohl in sicheren als auch in unsicheren Zeiten. Im Ernstfall kann man auf die aufgebauten Verbindungen zurückgreifen, was den bundesweiten Austausch besonders wertvoll macht. Die Regionalkonferenzen fördern gegenseitiges Verständnis, das nicht nur zwischen den verschiedenen Funktionsgruppen vertieft, sondern auch innerhalb der Polizei weitergetragen werden sollte. Die Keynotes zum Thema Druck haben zudem gezeigt, dass gesellschaftliche Herausforderungen nicht nur den Fußball, sondern viele Bereiche betreffen. Damit können auch Bewältigungsstrategien gut übertragen werden."
Philipp Ringmayr, Sicherheitsbeauftragter Eintracht Braunschweig: "Ich war zum ersten Mal bei den Regionalkonferenzen und für mich ist der nachhaltigste Effekt das Knüpfen neuer Kontakte und das Kennenlernen anderer Perspektiven. Es ergeben sich frische Ansätze, und man erlebt die eigenen Netzwerkpartner auf eine ganz neue Weise, was das Miteinander stärkt. Gerade weil das Feld so dynamisch ist und sich die Aufgaben immer wieder verändern, wäre es sinnvoll, solche Treffen regelmäßig stattfinden zu lassen – denn Vertrauen entsteht vor allem durch persönliche Begegnungen."
Dominik Rittel, Einsatzleiter Braunschweig: "Die Veranstaltung fand in einem passenden Rahmen statt und bot die Möglichkeit, sicherheitsrelevante Fragen zu klären. Die Keynotes haben den Blick auf das Thema Druck und das Netzwerk unter Druck gelenkt, was sich gut auf die Praxis übertragen lässt. In den Workshops wurde offen und kontrovers diskutiert, was für alle Beteiligten sehr gewinnbringend war."
Antje Hagel, Fanprojekt Offenbach, BAG Sprecherin: "Die Veranstaltung war fachlich sehr gut, interessant und zugleich mutig und herausfordernd. Das Setting und die bundesweite Perspektive haben mir besonders gefallen, da sie über die Perspektive in den Bundesländern hinausgehen. Am Stand des Netzwerks gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt sind viele interessante Gespräche entstanden, die dazu beitragen, dass sich mehr Funktionsgruppen mit diesem Thema auseinandersetzen."
Lea Zenker, DFB-Sicherheit, Projektleitung Regionalkonferenzen: "Die diesjährigen Regionalkonferenzen haben gezeigt, wie dynamisch und herausfordernd unsere Arbeitsfelder sind. Eine gelebte Fankultur bedingt eine gelebte Sicherheitskultur – und beides gelingt nur gemeinsam: durch gegenseitiges Verständnis, Respekt für unterschiedliche Rollen und verlässliche Kommunikation. Offenheit, Transparenz und praktische Kooperation müssen im Alltag spürbar werden, im Stadion wie im Umfeld. Veränderungen und Belastungen betreffen uns alle, deshalb ist gegenseitige Unterstützung und eine konstruktive Dialogkultur entscheidend."
Zum Hintergrund: Bereits seit 2011 lädt die DFL als Teil des Zehn-Punkte-Plans für mehr Sicherheit im Fußball regelmäßig zu Regionalkonferenzen ein. Das Format wurde entwickelt, um wichtige Akteure miteinander zu vernetzen und zur Rollenklärung beizutragen, fachlichen Austausch zu fördern sowie Impulse für neue und innovative Ansätze in der gemeinsamen Arbeit bei Fußballgroßveranstaltungen zu setzen. Diese Vernetzung trägt maßgeblich dazu bei, die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Spieltagen an den einzelnen Standorten kontinuierlich zu optimieren und flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren.
Kategorien: Prävention und Sicherheit, Fanbelange, DER DFB
Autor: dfb/dfl

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