U 19-Junioren
Onyeka vor EM-Start: "Mit dem Titel nach Deutschland zurückkehren"
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Für die deutschen U 19-Junioren startet am Sonntag (ab 21 Uhr) die Europameisterschaft in Wales. Im ersten Spiel wartete im Central Park in Denbigh Dänemark auf die DFB-Auswahl. Im DFB.de-Interview spricht Kapitän Francis Onyeka über die Vorfreude, den Teamgeist und die Ziele der Mannschaft.
DFB.de: Francis, die U 19-Europameisterschaft in Wales steht kurz bevor. Für dich ist es das erste internationale Turnier mit einer deutschen Nationalmannschaft, mit der U 17 hat es vor zwei Jahren nicht zur Qualifikation gereicht. Wie groß ist die Vorfreude?
Francis Onyeka: Die Vorfreude ist sehr groß, und natürlich sind wir als gesamte Mannschaft heiß auf das Turnier. Da es mit der U 17 damals leider nicht geklappt hat, freuen wir uns umso mehr, jetzt dabei zu sein. Wir hoffen, das Bestmögliche zu erreichen.
DFB.de: Du hast nicht nur im vergangenen Jahr viele Pflichtspiele bestritten - sowohl im Verein beim VfL Bochum als auch in der Nationalmannschaft. Fühlen sich die bevorstehenden Aufgaben anders an, weil es jetzt wirklich um etwas geht?
Onyeka: Anders würde ich es nicht nennen. Im Endeffekt sind es genauso Pflichtspiele, allerdings eben in Turnierform. Unser Ziel ist es, mit dem Titel nach Deutschland zurückzukehren. Wir freuen uns, diese Aufgabe anzugehen. Ich merke, dass die Mannschaft bereit ist und richtig Lust auf das Turnier hat.
DFB.de: Im März habt ihr in Dreieich die letzte Qualifikationsrunde gespielt und gemeistert. Die Partien gegen Schweden, Griechenland und Österreich waren allesamt eng. Was nimmt man daraus mit?
Onyeka: Im Endeffekt haben wir zwei Spiele gewonnen und einmal Unentschieden gespielt. Wir sind ungeschlagen geblieben. Daraus kann man definitiv etwas Positives mitnehmen. Natürlich wäre der nächste Entwicklungsschritt für uns, Spiele früher zu entscheiden, damit am Ende keine gefährlichen Situationen mehr entstehen und nichts mehr anbrennt. Das ist etwas, an dem wir arbeiten.
DFB.de: Wie ist die Atmosphäre in eurer Mannschaft?
Onyeka: Vom ersten Tag eines jeden Lehrgangs an verstehen wir uns sehr gut. Die Stimmung ist hervorragend. Jeder bringt Humor mit, jeder ist locker. Das ist für eine Mannschaft enorm wichtig. Man sollte nicht verkrampft sein bei dem, was man tut, sonst wird es schwer, erfolgreich zu sein. Außerdem ist es entscheidend, Vertrauen in die Mitspieler zu haben. Genau dieses Vertrauen haben wir in unserer Mannschaft. Das sieht man auch auf dem Platz. Diese Lockerheit ist ein wichtiger Bestandteil unseres Spiels und zeichnet uns aus.
DFB.de: Und auf dem Platz: Welchen Fußball spielt die U 19 unter Cheftrainer Christian Wörns?
Onyeka: Ich würde sagen, dass wir einen sehr energiegeladenen Fußball spielen. In unserem Spiel steckt viel Wille - man merkt, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Genau das zeichnet unsere Mannschaft aus.
DFB.de: Du bist Kapitän der Mannschaft und trägst diese Rolle schon seit längerer Zeit. Wie lebst du das Kapitänsamt auf und neben dem Platz aus?
Onyeka: Ich bin grundsätzlich ein lockerer Typ, habe viel Humor und bin manchmal auch ein bisschen verrückt. Auf dem Platz gebe ich natürlich Anweisungen, aber das machen bei uns viele Spieler. Das ist wichtig, denn niemand kann alles allein übernehmen. Neben dem Platz versuche ich einfach, gute Laune zu verbreiten.
DFB.de: Auch mal mit dem einen oder anderen Spruch an die Mitspieler?
Onyeka: Ja, natürlich. (lacht) Ich lächle eigentlich immer und bin meistens gut gelaunt. Innerhalb der Mannschaft gibt es aber einige, die für gute Stimmung sorgen. Moritz Reimers bringt zum Beispiel immer viel Energie und gute Laune mit, was für eine positive Atmosphäre sorgt.
DFB.de: Du hast in der vergangenen Saison beim VfL Bochum 30 Spiele absolviert und acht Tore erzielt. Auch in der U 19 warst du mehrfach erfolgreich und bist Toptorschütze. Wie erklärst du dir deine positive Entwicklung?
Onyeka: Ich versuche gar nicht, so viel an Tore zu denken. Mein Spiel ist darauf ausgelegt, häufig in die zweite Welle zu kommen und in den Strafraum nachzurücken. Auf diese Weise entstehen die meisten meiner Tore. Das entspricht einfach meinem Spielstil.
DFB.de: Wie würdest du dich als Offensivspieler beschreiben?
Onyeka: Ich bin ein sehr laufstarker Spieler. Ich arbeite sowohl offensiv als auch defensiv viel für die Mannschaft und versuche, stets Torgefahr auszustrahlen. Es ist mein Anspruch, nicht nur auf dem Platz zu stehen, sondern der Mannschaft auch wirklich zu helfen. Ich denke, das gelingt mir ganz gut.
DFB.de: In der Gruppenphase trefft ihr auf Dänemark, Gastgeber Wales und Spanien. Drei sehr unterschiedliche Gegner. Worauf wird es ankommen?
Onyeka: Klar ist, dass alle drei Spiele nicht einfach werden. Wir werden Durchsetzungsvermögen brauchen und den festen Willen, erfolgreich zu sein. Wir gehen mit dem Ziel in das Turnier, die Gruppe zu gewinnen und am Ende im besten Fall ganz oben zu stehen. Dafür braucht man die richtige Mentalität und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten.
DFB.de: Die deutsche U 19 wurde zuletzt 2014 Europameister. Damals gehörte unter anderem der aktuelle WM-Kapitän Joshua Kimmich zum Team. Spielt es eine Rolle zu sehen, welche Bedeutung ein solches Turnier für die persönliche Entwicklung haben kann?
Onyeka: Ich denke, dass ein solches Turnier sehr viel bewirken kann. Man kann später immer auf diese Momente zurückblicken. Allein die Teilnahme an einer Europameisterschaft ist etwas Besonderes. Wenn man hört, dass die letzte erfolgreiche U-19-Mannschaft Spieler wie Joshua Kimmich hervorgebracht hat, steigert das die Vorfreude zusätzlich.
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