Männer-Nationalmannschaft
Neulinge im DFB-Kader: "Kindheitstraum, der in Erfüllung geht"

Was es bedeutet, für die deutsche Nationalmannschaft nominiert zu werden? Um die Antwort zu kennen, musste man am Dienstagvormittag nur in die strahlenden Augen von Younes Ebnoutalib, Philipp Treu und Max Rosenfelder schauen, als sie von ihren Telefonaten mit Bundestrainer Jürgen Klopp berichteten und in denen sie erfuhren: "Du bist dabei." Wer auch noch den dazugehörigen Worten im Rahmen einer Medienrunde im Teamquartier bei DFB-Partner adidas in Herzogenaurach lauschte, bekam ein umfassendes Bild: Dieser Moment muss einzigartig sein.
"Nach dem Anruf kamen mir ein bisschen die Tränen, weil ich darüber nachgedacht habe, wo ich noch vor ein paar Jahren war", sagte der Frankfurter Ebnoutalib, einer von insgesamt sechs Neulingen im Kader des Bundestrainers für die ersten beiden Spiele in der UEFA Nations League am Donnerstag (ab 20.45 Uhr, live bei RTL) in Amsterdam gegen die Niederlande und am Sonntag (ab 20.45 Uhr, live in der ARD) in Augsburg gegen Griechenland. Im zweiten Kader, der am Sonntag für die Spiele drei und vier anreist, stehen noch einmal fünf Newcomer.
"Alles aufsaugen"
"Für jeden ist es ein kleiner Kindheitstraum, der in Erfüllung geht, wenn man das erste Mal die Einladung zur A-Nationalmannschaft bekommt - das bedeutet mir sehr viel", sagte der Freiburger Verteidiger Rosenfelder, der schon in verschiedenen Junioren-Nationalmannschaften des DFB das Nationaltrikot trug. Der ersten Mitteilung des Bundestrainers auf seinem Handy misstraute Rosenfelder noch und fürchtete einen Scherz. "Dann war es sehr, sehr cool, seine Stimme zu hören", sagte Rosenfelder, der mit der deutschen U 21-Nationalmannschaft 2025 Vizeeuropameister geworden war. Er möchte in seinen ersten Tagen beim DFB-Team "alles aufsaugen, ich habe einfach Bock."
Im Gegensatz zu Rosenfelder wurde der Frankfurter Ebnoutalib lange nicht zu den größten Talenten Deutschlands gerechnet. Bis 2024 spielte er noch in der Regionalliga Südwest für den FC Gießen, vergangene Saison schaffte er den Sprung von der SV Elversberg aus der 2. Bundesliga zu Eintracht Frankfurt in Deutschlands Beletage. Für Frankfurt erzielte er an den ersten vier Bundesliga-Spieltagen vier Treffer. Sein Sturmkollege bei den Hessen, Jonathan Burkardt, wurde von Jürgen Klopp nun in den zweiten Kader für die Spiele am 1. Oktober (ab 20.45 Uhr, live im ZDF) in München gegen Serbien und am 4. Oktober (ab 20.45 Uhr MESZ, live bei RTL) in Thessaloniki gegen Griechenland berufen.
"Deutsche Nationalmannschaft mit Stolz repräsentieren"
Ebnoutalib kommt aus einer Sportlerfamilie, sein Vater Faissal Ebnoutalib gewann bei den Olympischen Spielen 2000 in Sidney für Deutschland die Silbermedaille im Taekwondo und betreibt noch heute eine Kampfsportschule in Frankfurt. Zehn Jahre lang trainierte Vater Ebnoutalib auch seinen Sohn im Taekwondo.
Sohn Younes, der trotz aller Rückschläge nie seinen Traum von der Karriere als Profifußballer aufgab, will sich auch in der Nationalmannschaft durchkämpfen. "Ich versuche einfach, mein Bestes zu geben und hoffe, dass ich dann viel Spielzeit bekomme", sagte Ebnoutalib, der zusammenfasste, was Bundestrainer Klopp von ihm, den anderen Newcomern und allen anderen Nationalspielern erwartet: "Dass wir die deutsche Nationalmannschaft mit Stolz repräsentieren, dass wir Gas geben und, auch wenn es manchmal nicht läuft, alles reinhauen."
"Ich will zeigen, wer ich bin"
Der Freiburger Philipp Treu, neben seinem Mannschaftskameraden Yannik Engelhardt, dem Augsburger Hennes Behrens und dem Hoffenheimer Bambasé Conté ein weiterer Neuling im ersten Kader, ist einer, der nachweislich marschieren kann. "Ich werde mein Herz auf dem Platz lassen und immer Gas geben", kündigte der Rechtsverteidiger an, der 2019 zwei Länderspiele für die deutsche U 19-Nationalmannschaft absolviert hatte. "Ich will zeigen, wer ich bin, auf mich kann man sich immer verlassen."
Bundestrainer Klopp hat bei den Neuen in der Nationalmannschaft in der kurzen Zeit bereits Eindruck hinterlassen, am Dienstagnachmittag standen sie zum ersten Mal mit ihm auf dem Trainingsplatz. "Für den willst du gefühlt durchs Feuer gehen", sagte Treu. "Er ist ein Megatyp." Für Ebnoutalib ist Klopp schlicht "einer der besten Trainer der Welt". Man merkt einfach: Bei der Nationalmannschaft zu sein, bedeutet ihnen nichts weniger als die Welt.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, Nations League
Autor: al

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