DER DFB
Neuendorf bei den UN: "Der DFB steht klar für Vielfalt"

Was der Fußball kann, erlebt gerade die ganze Welt. Bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko bringt er Millionen Fans zusammen, die friedlich feiern wollen: ihre Teams, das Turnier, den Sport, die Gemeinschaft. Was der Fußball auch ist, rückt derzeit in den Stadien glücklicherweise etwas in den Hintergrund. Er ist ein Abbild der Gesellschaft und ihres Zustands – und bleibt damit von ihren Schattenseiten nicht verschont. Umso wichtiger ist eine klare Haltung. "Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus widersprechen den Werten des Fußballs. Sie widersprechen den Regeln der Menschlichkeit. Und deshalb setzen wir ihnen etwas entgegen: Unseren Fußball. Und damit Fair Play, Respekt und Zusammenhalt. Der DFB steht klar für Vielfalt und gegen jede Form der Ausgrenzung – dieser Anspruch ist in unserer Satzung verankert und prägt unser Handeln“, sagte Bernd Neuendorf bei einem Panel im UN-Gebäude in New York City.
Der DFB-Präsident sprach auf Einladung der Vereinten Nationen (UN), des World Jewish Congress und der NGO "what matters“ bei der Veranstaltung mit dem Thema "More than 90 Minutes – Sport and Football as a Platform to Fight Antisemitism and Discrimination“. Neben Neuendorf nahmen Ricklef Beutin (Ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen), Chaloka Beyani (UN-Sonderberater für die Verhütung von Völkermord), Maram Stern (Geschäftsführender Vizepräsident des World Jewish Congress) sowie die "what matters“-Geschäftsführer Daniel Lörcher (zugleich Vizepräsident von Borussia Dortmund) und Dr. Andreas Kahrs an dem von Yfat Barak-Cheney moderierten Panel teil.
Besonderes Engagement des DFBs für Vielfalt
Exemplarisch für das Engagement des DFB nannte Neuendorf neben zahlreichen Projekten im Amateurfußball die jährliche Verleihung des Julius Hirsch Preises, mit dem seit mehr als 20 Jahren Vereine, Organisationen, Personen und Initiativen für ihr Wirken für Vielfalt und Menschenwürde und gegen Rassismus und Antisemitismus ausgezeichnet werden. Neuendorf betonte die aus der "teilweise beschämenden“ Geschichte erwachsene besondere Verantwortung des DFB. Der Verband und die meisten seiner Repräsentanten hätten sich mit dem NS-Regime gemein gemacht: "Gerade, wenn ich das Geschehen in Deutschland, in der Welt betrachte, dann habe ich das Gefühl, die Erinnerung verblasst.“ Es gebe Kräfte, die sich dies wünschten, "deshalb müssen wir klar sagen, heute und in Zukunft: Nie wieder!“
Die Strahlkraft großer Turniere wird dabei explizit genutzt. Das Programm zur EURO 2024 in Deutschland etwa umfasste neben zahlreichen kulturellen Veranstaltungen auch Angebote zur Erinnerungskultur. In diesem Jahr stehen zwei Ausstellungen im Fokus: eine für Schulen über Gottfried Fuchs, dem neben Julius Hirsch zweiten deutschen Nationalspieler jüdischen Glaubens, zusammen mit dem Goethe-Institut Nordamerika, sowie eine weitere zur jüdischen Geschichte des Weltfußballs, entstanden aus einer Kooperation des Deutschen Fußballmuseums mit dem Holocaust Museum Los Angeles.
"Menschlichkeit zu zeigen, Menschlichkeit zu leben"
Erinnern, unterstützen, präventiv wirken – all das gehört zu den wesentlichen Aufgaben und Anliegen des DFB im sozialen Bereich. Aber auch, denen zu helfen, die in Not sind. Im Rahmen der Amerika-Reise machte sich Neuendorf mit DFB-Generalsekretär Dr. Holger Blask und Sportdirektor Rudi Völler ein Bild vom herausragenden Engagement der Mexico-Hilfe der DFB-Stiftung Egidius Braun. Völler war 1986 ihr erster Spender gewesen. Der langjährige DFB-Präsident Braun habe vorgelebt, "was eigentlich selbstverständlich, was uns allen doch eigentlich von Natur aus gegeben sein sollte: Menschlich zu sein. Menschlichkeit zu zeigen, Menschlichkeit zu leben. Für andere, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hat, sprichwörtlich da zu sein.“
Fußball ist Leidenschaft und Hingabe. Fußball macht nicht Halt vor dem, was um ihn herum geschieht. Fußball kann spielerisch verbinden, wo andere Themen spalten. Das ist auch Neuendorf wichtig: "Bei all den aktuellen Schwierigkeiten und weltweiten Konflikten habe ich mich immer auf diese WM und die Spiele unserer Nationalmannschaft und der anderer Nationen gefreut. Sie spielen für ihre vielen Fans und für ein gemeinsames Ziel. Dafür, dass die Menschen zusammenkommen und zusammen jubeln können.“ Und vielleicht, sagte der DFB-Präsident bei den UN, sei das in diesen herausfordernden Zeiten besonders viel wert.
Kategorien: DER DFB, Menschenrechte
Autor: dfb

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