Männer-Nationalmannschaft
Nagelsmann: "Wir sind noch ein paar Prozentpunkte hinter den Topteams"

Das letzte Duell der Länderspielsaison ist im Spiel um Platz drei der UEFA Nations League gegen Frankreich 0:2 verloren gegangen. Bundestrainer Julian Nagelsmann zog nach der Partie ein Resümee.
Frage: Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus dem Final Four der Nations League mit?
Julian Nagelsmann: Am Mittwoch hatte ich kein besonders gutes Gefühl, heute ist es deutlich besser. Wir haben uns in allen Bereichen verbessert. Tore gehören aber auch dazu. Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, die wir nicht genutzt haben. Aber die Art und Weise war gut. Wir dürfen in der WM-Qualifikation keinen Schritt weniger gehen. Dann werden wir da hoffentlich durchmarschieren.
Frage: Wie blicken Sie auf die Zukunft?
Nagelsmann: Wir sind noch ein paar Prozentpunkte hinter den Topteams dieser Welt. Wir können in zwei Jahren nicht die Welt einreißen. Da können wir nicht die Versäumnisse von acht Jahren aufholen. Es gibt im deutschen Fußball Positionen, die zu wenig beachtet werden: Außenstürmer oder Außenverteidiger. Ich spüre aber etwas Besonderes in der Truppe. Da schlummert noch sehr viel Potenzial. Das wollen wir herauskitzeln. Wir wussten aber schon immer, dass es ein weiter Weg ist. Für alle anderen ist es aber auch ein weiter Weg, die gegen uns spielen.
Frage: Was ist wichtig für die Spieler im WM-Jahr?
Nagelsmann: Rhythmus und Spielpraxis sind der Schlüssel dafür, dass wir eine gute Mannschaft vorfinden. Wir werden zur WM überwiegend nur Spieler mitnehmen können, die das vorweisen. Es sind aber vielleicht auch zwei, drei, vier Spieler dabei, die diesen Rhythmus aufgrund von Verletzungen oder einer anderen Situation nicht vorweisen können. Wir sind darauf angewiesen, dass in den Klubs gut gearbeitet wird und die Spieler ihre Spielzeit bekommen.
Frage: Ihnen haben viele Spieler verletzt gefehlt. Jetzt kommt die Klub-WM. Sind Sie besorgt?
Nagelsmann: Das ist die Abhängigkeit des Nationaltrainers. Natürlich erhöht es die Wahrscheinlichkeit, wenn die Spieler fit sind, eine gute WM zu spielen. Wenn sechs potenzielle Stammspieler wegbrechen, vermindert das die Wahrscheinlichkeit. Aber die Abhängigkeit ist halt da, die kannst du nicht großartig beeinflussen. Fußball ist leider ein Kontaktsport, der immer wieder mal Verletzungen bei den vielen Belastungen nach sich zieht. Ich hoffe, dass im nächsten Sommer alle zur Verfügung stehen.
Frage: Ihr Co-Trainer Sandro Wagner geht zum FC Augsburg, Benjamin Hübner ersetzt ihn. Sind Sie dadurch besser oder schlechter aufgestellt?
Nagelsmann: Gleich gut würde schon genügen. Sandro hat es gut gemacht, wir geben ihn ungern ab. Wir hatten viele Gespräche darüber. Er ist ein Alphatier, der Cheftrainer sein will und muss. Er wird einen guten Job in Augsburg machen. Wir haben ein schlankes Trainerteam. Benjamin hat noch keine zehn Jahre Erfahrung als Trainer. Aber das ist auch nicht das, was ich brauche. Er hat ein gutes Kabinengespür. Er ist ein toller Charakter, hat einen sehr guten Humor und ein gutes Gefühl für Fußballer.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, Nations League
Autor: sid

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