Männer-Nationalmannschaft
Nagelsmann: "Die Enttäuschung ist extrem groß"
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Das FIFA WM in den USA, Kanada und Mexiko ist für die deutsche Nationalmannschaft nach der Niederlage gegen Paraguay im Elfmeterschießen (3:4, 1:1) nach dem Sechzehntelfinale beendet. Bundestrainer Julian Nagelsmann ordnet das bittere Ausscheiden im Interview auf DFB.de ein.
Frage: Herr Nagelsmann, wo lagen die Gründe für die Niederlage gegen Paraguay?
Julian Nagelsmann: Es war zu wenig. Unser Spielvortrag war super langsam. Wir haben für die Pässe zu lange gebraucht. Nach dem Gegentor waren wir verunsichert. Wir hätten mehr Präsenz zeigen müssen. Paraguay hat massiv verteidigt. Wir haben zu wenig aus den Situationen rausgeholt. Zu Wahrheit gehört aber auch, dass das zweite Tor ein reguläres Tor war. Ein Vollwitz, dass das abgepfiffen wird.
Frage: Wie war die Stimmung in der Kabine?
Nagelsmann: Alle waren geknickt. Die Enttäuschung ist extrem groß, weil ich finde, dass wir echt eine sehr homogene Mannschaft haben, es hat sich nicht abgezeichnet, dass wir heute ausscheiden. Ich mache den Elfmeterschützen keinen Vorwurf. Das ist auch schon ganz anderen großen Spielern passiert. Das war nur die Spitze des Eisbergs. Man muss sich diesem Druck erst einmal stellen, das macht nicht jeder. Wir hatten 120 Minuten Zeit, es anders zu regeln. Wenn du aus einem Turnier ausscheidest, sind das schon einschneidende Erlebnisse.
Frage: Was hat die Niederlage für Auswirkungen?
Nagelsmann: Ich will nicht von Anspruch reden. Wir haben seit zwölf Jahren gar nichts gerissen. Wenn du in der ersten K.o.-Runde ausscheidest, ist das deutlich zu wenig für den deutschen Fußball. Es wäre vermessen zu sagen, wir gehören noch zur Weltspitze. Das tun wir nicht. Wir sind gebrandmarkt von den Turnieren zuvor und haben nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt. Es wäre mehr möglich gewesen, wir hätten uns auch gerne gegen Frankreich duelliert, um mal wieder ein bisschen hinzuschnuppern.
Frage: Werden Sie persönliche Konsequenzen ziehen?
Nagelsmann: Ich bin keiner, der wegläuft. Ich stehe bereit, wenn der DFB das möchte. Auch wenn sich vielleicht nicht so viele darüber freuen würden, wenn ich weitermache. Wenn man das nicht möchte, muss man mir das sagen. Die drei Herren (Bernd Neuendorf, Rudi Völler und Andreas Rettig; Anm. d. Red.) haben aber Charakter und werden nicht zwischen Tür und Angel entscheiden. Jeder weiß, wie ich als Trainer ticke und wofür ich stehe. Ich kenne die Mechanismen des Fußballs. Es passiert seit längerer Zeit, dass wir solche Turniere abliefern. Es gibt ein paar Dinge, die man grundlegend verändern muss.
Frage: Wie bewerten Sie das Turnier von Rückkehrer Manuel Neuer?
Nagelsmann: An Manu lag es nicht, dass wir ausgeschieden sind. Im Elfmeterschießen hat er uns zurückgeholt. Er hat uns das gebracht, was wir wollten. Es gab aber nicht die Momente, wo er sich hätte auszeichnen können.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026
Autor: sid

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