DER DFB
Michael Vesper: "Ich bleibe zuversichtlich"

Vier Sitzungen hat die AG Regionalliga-Reform hinter sich. Die 13-köpfige Gruppe, der Vereins- und Verbandsvertreter aller fünf Regionalliga-Staffeln angehören, war Ende vergangenen Jahres von der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten mit dem Auftrag eingesetzt worden, eine Verbesserung der bestehenden Aufstiegsregelung zu erarbeiten. Dr. Michael Vesper, der Vorsitzende der AG, zieht im DFB.de-Interview eine Zwischenbilanz.
DFB.de: Herr Vesper, wie blicken Sie auf die bisherige Arbeit der AG Regionalliga-Reform?
Dr. Michael Vesper: Ich unterstreiche noch mal, dass alle Beteiligten in der AG intensiv und konstruktiv an Möglichkeiten für ein neues Modell arbeiten. Es ist klar, dass das nicht einfach ist. Die AG beschäftigt sich mit mehreren Lösungsansätzen, aktuell stehen weiterhin Entscheidungsgrundlagen für eine viergleisige Regionalliga im Mittelpunkt. Beim letzten Reformversuch vor acht Jahren hatte die 3. Liga bekanntlich einem vierten Absteiger zugestimmt - auf Grundlage des damaligen Beschlusses vom DFB-Bundestag, die Regionalliga auf vier Staffeln reduzieren zu wollen. Letztlich blieb es aber bei fünf Staffeln. Das zu ändern, wird nur möglich sein, wenn alle sich bewegen. Ich möchte dabei aber eines ganz deutlich klarstellen...
DFB.de: ... und zwar?
Vesper: Es trifft nicht zu, dass die Regionalligen des Westens und des Südwestens sich einer solchen Lösung grundsätzlich entgegengestellt haben, wie zum Teil öffentlich kolportiert. Sie warten jetzt wie die anderen zunächst das Arbeitsergebnis unserer AG ab. Erst danach beginnt der Entscheidungsprozess der zuständigen Gremien innerhalb des DFB. Auch dass einzelne Personen wie beispielsweise Peter Frymuth momentan öffentlich als angebliche Blockierer dargestellt werden, ist völlig unangemessen. Fakt ist: Peter Frymuth hat sich bis dato noch überhaupt nicht zum Inhalt unserer Beratungen geäußert und auch keinen Einfluss auf die AG genommen.
DFB.de: Wie kommentieren Sie grundsätzlich die öffentlichen Spekulationen und Interpretationen, die rund um die Sitzung vergangene Woche deutlich zugenommen haben?
Vesper: Aus meiner politischen Zeit in Koalitionsregierungen weiß ich, dass man bei kontroversen Themen erst einmal vertraulich arbeiten muss. Man kann nur dann tragfähige Kompromisse finden, wenn man intern Tacheles reden kann und nicht alles gleich öffentlich wird. Das hat bis vorletzte Woche auch gut funktioniert, aber dann wurden leider Details aus der AG publik - und das mit teilweise falschen Tendenzen. Ich hoffe, dass wir jetzt wieder intern arbeiten können.
DFB.de: Wie geht es weiter?
Vesper: Wir arbeiten hartnäckig an Lösungen, unsere nächste Sitzung ist am 25. März. Natürlich interessiert uns im weiteren Verlauf der Diskussionen auch, was die betroffenen Vereine zu den vorliegenden Ideen sagen. Ein solches Meinungsbild halte ich für wichtig, sobald die AG einen Schritt weiter ist. Ein alternatives Modell gegen die Mehrheit der Regionalligisten ist aus meiner Sicht undenkbar. Ich bleibe zuversichtlich, dass es in den Vereinen und auch in den Verbänden die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Reform gibt. Sonst hätte man unsere AG nicht eingesetzt.
Kategorien: DER DFB, 3. Liga
Autor: dfb

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