Futsal

Marcel Loosveld: "Wir haben ein hohes Level erreicht"

16.04.2026
Loosveld: "Die Spiele haben uns Selbstvertrauen gegeben" Foto: IMAGO

Für die deutsche Futsal-Nationalmannschaft standen in den vergangenen Tagen die beiden letzten Länderspiele im Länderspielzyklus 2025/2026 an. Die Spiele gegen Italien und Kroatien sollten als Prüfstein auf dem Weg zur anstehenden WM-Qualifikationsphase dienen. Im DFB.de‑Interview spricht Bundestrainer Marcel Loosveld über die Erkenntnisse aus den beiden Partien, die Entwicklung seiner Mannschaft und die nächsten Schritte in Richtung WM‑Qualifikation.

DFB.de: Marcel Loosveld, die Länderspiele in der Saison 2025/2026 sind abgeschlossen. Wie blicken Sie insgesamt auf die vergangenen Monate?

Marcel Loosveld: Unser Programm für dieses Jahr war so zusammengesellt, dass wir die Gegner bewusst ausgewählt haben. Mit Spielen gegen die Mannschaften aus Italien und Kroatien abzuschließen war eine gute Wahl. Wenn ich mir die Bilanz anschaue, kann ich sagen, dass es ein sehr positives Jahr war. Mit vier Siegen und zwei Unentschieden sind wir zufrieden.

DFB.de: Die Resultate der beiden letzten Spiele sind ein 1:1 gegen Italien und ein 0:2 gegen Kroatien. Wie bewerten Sie die Ergebnisse insgesamt?

Loosveld: In beiden Spielen haben wir eine überragende Defensivarbeit geleistet! Im Vorfeld bin ich davon ausgegangen, dass Mannschaften wie Italien und Kroatien mehr am Ball sein werden als wir. Italien hat Spieler, die im Eins-gegen-Eins sehr stark sind, aber wir haben es gut gemeistert. Wir haben uns selbst ins Spiel gespielt und hätten in der Endphase sogar noch gewinnen können. Ein Unentschieden gegen ein Land wie Italien, das sich schon jahrelang im höchsten Ranking befindet, ist eine gute Leistung.

DFB.de: Und gegen Kroatien? Sie haben vor dem Spiel gesagt, dass es eine Herausforderung werden wird.

Loosveld: Wir wussten, dass Kroatien uns alles abverlangen wird, daher war es gut, dass wir die positiven Gedanken aus dem Italien-Spiel mitnehmen konnten. In der ersten Phase des Spiels hatten wir Schwierigkeiten mit den technischen und physischen Angriffsvarianten der Kroaten. Unser Torhüter Pavlos Wiegels hat uns gut im Spiel gehalten, was wichtig war. Im zweiten Teil der ersten Halbzeit konnten wir einige gute Chancen rausholen. Ich denke da an die Aktion von Kim Herterich, bei der er allein vor dem Tor steht, aus einer Variante, die wir in der Vergangenheit schon trainiert hatten oder den überragenden Angriff über viele Stationen wonach Maxi Grünberg beinahe zu zum Abschluss kam. Schlussendlich hat das zweite Tor, das etwas unglücklich war, das Spiel entschieden. Das Foul, das gegen uns gegeben wurde, hätte aus meiner Sicht keins sein dürfen. Die Kroaten haben es uns vor allem danach schwer gemacht. Ich hatte den Gedanken mit dem Flying Goalkeeper zu spielen, um noch mal in eine Überzahlsituation zu kommen. Die Kroaten spielten es in den letzten Minuten jedoch sehr professionell aus, in dem es ihnen gelang lange Ballbesitzphasen zu erzeugen. Somit kamen wir nicht mehr in eine kontrollierte Situation den Flying Goalkeeper einzusetzen. Uns hat ein Pivot gefehlt, darum mussten wir viel mehr aus der Bewegung spielen - trotzdem haben wir es sehr gut gemacht.

DFB.de: Im Juni steht die Auslosung für die Hauptrunde der Qualifikation zur WM 2028 an, die ab Oktober gespielt wird. Wie ordnen Sie die beiden Spiele im Hinblick auf die WM‑Quali ein?

Loosveld: Wenn ich mir den Lehrgang und die beiden Spiele gegen starke Gegner wie Italien und Kroatien anschaue kann ich sagen, dass sie von großem Wert sind. Wir haben gezeigt, dass wir mit den bestens Teams aus Europa auf Augenhöhe spielen und keine Angst vor diesen Gegnern haben müssen. Das gibt viel Hoffnung für die anstehende WM-Quali!

DFB.de: Welche Erkenntnisse nehmen Sie mit?

Loosveld: Die wichtigste Erkenntnis ist, dass wir ein hohes Level erreicht haben und wissen, dass wir konkurrenzfähig sind. Die Auswahl der Gegner war ausschlaggebend, denn die Spiele haben uns Selbstvertrauen gegeben. Wir können nur besser werden, wenn wir uns mit den Besten messen, das haben wir gemacht und das sogar sehr gut! Wir müssen an die Leistung, die wir gezeigt haben, anknüpfen! Ich bin stolz auf das, was die Jungs geleistet haben und kann glücklich über die die Entwicklung sein.

Kategorien: Futsal

Autor: mah