Google Pixel Frauen-Bundesliga

Mainz-Kapitänin Berg: "Vorläufiger Höhepunkt unserer Entwicklung"

17.09.2026
Johanna Berg: "Normal, dass nicht gleich alles von Beginn an funktioniert" Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Zum ersten Mal nach dem Aufstieg in die Google Pixel Frauen-Bundesliga bestreitet das Frauenteam des 1. FSV Mainz 05 eine Partie in der MEWA ARENA, der Spielstätte der Männer in der Bundesliga. Im DFB.de-Interview spricht FSV-Kapitänin Johanna Berg mit Mitarbeiter Ralf Debat über den Saisonstart und das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Freitag (ab 18.30 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN).

DFB.de: Wie sehr fiebern Sie und das gesamte Team dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt entgegen, Frau Berg?

Johanna Berg: Alle freuen sich riesig auf das Rhein-Main-Duell. Wir wollen das Spiel und die Atmosphäre genießen, aber natürlich auch sportlich erfolgreich sein.

DFB.de: Es ist das erste Highlight-Spiel in der MEWA ARENA, noch dazu unter Flutlicht. Was bedeutet Ihnen das?

Berg: Sehr viel. Wir sind sehr dankbar, dass uns der Verein die Möglichkeit gibt, in der Arena zu spielen. Wir hoffen natürlich auf eine möglichst große Unterstützung von der Kulisse auf den Tribünen.

DFB.de: Hätten Sie eine solche Entwicklung für möglich gehalten, als Sie im Sommer 2025 zum damaligen Aufsteiger Mainz 05 in die 2. Frauen-Bundesliga gewechselt waren?

Berg: Damals ganz sicher nicht. Wir sind schneller aufgestiegen, als es ursprünglich geplant war. Damit konnte im Vorfeld niemand rechnen. Umso mehr freuen wir uns darüber, jetzt in der Bundesliga mitmischen zu dürfen. Unser erstes Spiel in der Arena ist der vorläufige Höhepunkt dieser sehr positiven Entwicklung.

DFB.de: Schon nach kurzer Zeit führten Sie das Team als Kapitänin auf den Platz. Wie würden Sie Ihre Rolle im Team beschreiben?

Berg: Im Gegensatz zu den meisten Mitspielerinnen hatte ich schon vor meinem Wechsel nach Mainz viele Erfahrungen in der 2. Frauen-Bundesliga gesammelt. Dadurch bin ich in eine Führungsrolle hineingewachsen. Dass ich zur neuen Saison wieder das Vertrauen des Trainerteams und der Mannschaft bekommen habe, tut gut.

DFB.de: Gehen Sie als Typ gerne voran?

Berg: Ja, schon. Ich rede gerne auf dem Platz und versuche immer, meine Mitspielerinnen zu pushen.

DFB.de: Der Start in die erste Bundesligasaison der Vereinsgeschichte verlief nicht erfolgreich. Nach vier Partien stehen null Punkte zu Buche. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Berg: Vor allem die ersten beiden Spiele waren sehr ordentlich, zuletzt haben wir aber nicht immer unsere bestmögliche Leistung auf den Platz gebracht. Man darf aber nicht vergessen, dass sehr viele Spielerinnen bei uns ihr erste Saison in der Bundesliga bestreiten. Von daher ist es normal, dass nicht gleich alles von Beginn an funktioniert.

DFB.de: Beim SC Freiburg unterlag der FSV zuletzt 0:3, obwohl man keineswegs die schlechtere Mannschaft war. Schmerzen solche Niederlagen besonders?

Berg: Nach diesem Spiel mit leeren Händen dazustehen, tat sehr weh. Wir lagen in den meisten Statistiken vorne, verlieren aber durch drei Tore aus der Distanz. Bei aller Enttäuschung haben wir in dem Spiel aber auch gezeigt, dass wir mithalten können. Das sollte uns Mut machen.

DFB.de: In welchen Bereichen muss sich das Team vor allem steigern, um in der höchsten deutschen Spielklasse bestehen zu können?

Berg: Ein Tor nach vier Spielen ist eindeutig zu wenig. Da müssen wir den Hebel ansetzen. Wir benötigen mehr Zielstrebigkeit in Richtung gegnerisches Tor und müssen in Abschlusssituationen die Ruhe behalten.

DFB.de: Was macht Ihnen Hoffnung, dass sich schon bald die ersten Erfolgserlebnisse einstellen werden?

Berg: Wir glauben als Team an uns und geben in jeder Trainingseinheit 100 Prozent. Der Kampfgeist ist bei uns stark ausgeprägt, auch bei Rückständen geben wir nicht auf.

DFB.de: Gegen Eintracht Frankfurt treffen Sie nun auf den Verein, für den Sie zehn Jahre lang am Ball waren. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dieser Zeit?

Berg: Es war meine erste Station im Mädchen- und dann auch im Frauenfußball. Da bleiben viele Erlebnisse im Herzen. Direkt den Sprung aus der damaligen B-Juniorinnen-Bundesliga in den Frauenbereich zu schaffen, ist keine Selbstverständlichkeit. Zu einigen Spielerinnen und auch zu Trainer Niko Arnautis, mit dem ich bei der zweiten Mannschaft zusammengearbeitet hatte, gibt es auch noch Kontakt.

DFB.de: Sie waren über viele Jahre Stammspielerin in der zweiten Mannschaft in der 2. Frauen-Bundesliga. Warum blieb Ihnen der Sprung in den Bundesligakader verwehrt?

Berg: Puh, gute Frage. Um ehrlich zu sein, kann ich das nicht wirklich beantworten. Schließlich durfte ich während der Vorbereitung häufig oben mittrainieren, war also schon im Blickfeld. Es hat aber letztlich nicht gereicht, wobei man natürlich berücksichtigen muss, dass die Eintracht immer über einen sehr starken Kader verfügt, der in der Bundesliga oben angreifen soll. Da ist es für junge Spielerinnen aus dem eigenen Verein nicht leicht, sich dauerhaft durchzusetzen.

DFB.de: Sorgt das Aufeinandertreffen mit der Eintracht bei Ihnen für zusätzliche Motivation?

Berg: Definitiv. In Frankfurt habe ich nicht die Möglichkeit bekommen, in der Bundesliga zu spielen. Dass ich dazu jedoch in der Lage bin, möchte ich sehr gerne beweisen.

DFB.de: Die Frankfurterinnen sind als Tabellendritter noch unbesiegt, streben die erneute Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb an. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Berg: Trotz eines großen Umbruchs im Kader spielt die Eintracht schon wieder sehr dominant. Vor allem Ereleta Memeti und Laura Freigang sind sehr gut in Form und für jeden Gegner gefährlich. Es wird eine große Aufgabe für uns.

DFB.de: Was nehmen Sie sich für das Duell vor?

Berg: Grundsätzlich gehen wir in jedes Spiel, um es möglichst zu gewinnen. Zunächst einmal wird für uns jedoch sehr wichtig sein, defensiv stabil zu stehen. Wir werden dann versuchen, über Umschaltaktionen zum Erfolg zu kommen.

DFB.de: Die Männer des FSV unterlagen der Eintracht erst vor wenigen Tagen in der heimischen Arena 1:3. Warum läuft es für die Frauen besser?

Berg: Wir haben vielleicht den Vorteil, dass wir im Gegensatz zu den Männern als Underdog in das Duell gehen. Dadurch können wir nur gewinnen.

Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga

Autor: mspw