Google Pixel Frauen-Bundesliga
Frankfurterin Dilara Açikgöz: "Duelle mit Wolfsburg besonders reizvoll"

U 23-Nationalspielerin Dilara Açikgöz hat sich bei Eintracht Frankfurt in der Google Pixel Frauen-Bundesliga zur Stammkraft entwickelt. Am Freitag (ab 18.30 Uhr, live bei MagentaSport, DAZN und ZDF.de) trifft die 22-Jährige mit ihrem Klub auf den VfL Wolfsburg. Im DFB.de-Interview spricht Açikgöz mit Mitarbeiter Ralf Debat über das Topspiel, ihr Tor des Monats und Zwillingsschwester Ilayda.
DFB.de: Wie sehr hat Sie der 8:0-Sieg des VfL Wolfsburg im DFB-Pokal gegen die TSG Hoffenheim überrascht, Frau Açikgöz?
Dilara Açikgöz: In dieser Deutlichkeit war das Ergebnis sicherlich nicht zu erwarten. Davon werden wir uns aber nicht beeinflussen lassen.
DFB.de: Vergrößert das Ergebnis noch einmal den Respekt vor dem direkten Aufeinandertreffen mit dem Tabellenzweiten?
Açikgöz: Wir wissen, dass Wolfsburg zuletzt starke Leistungen gezeigt hat. Wir sind aber auch gut drauf.
DFB.de: Die Eintracht setzte sich erst im Elfmeterschießen beim 1. FC Nürnberg durch. Wie wichtig war der Pokalerfolg mit Blick auf die nächsten Aufgaben?
Açikgöz: Es ist unser Ziel, in allen Wettbewerben möglichst erfolgreich zu sein. Entscheidend war daher das Weiterkommen, weniger das Ergebnis.
DFB.de: Vor dem direkten Duell trennen die beiden Teams vier Punkte. Wie bewerten Sie die Ausgangsposition?
Açikgöz: Es waren immer enge Spiele gegen Wolfsburg. Ich gehe davon aus, dass es auch diesmal nicht anders sein wird. Wir wollen dem VfL die Stirn bieten und punkten.
DFB.de: Geht es zwischen der Eintracht und Wolfsburg "nur" um Platz zwei und drei, weil Tabellenführer und Titelverteidiger FC Bayern München zu dominant ist? Oder könnte in dieser Saison auch mehr drin sein?
Açikgöz: Diese Frage ist zum jetzigen Zeitpunkt schwierig zu beantworten. Klar ist, dass wir uns weiterhin oben festsetzen und uns am Saisonende erneut für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren wollen.
DFB.de: Haben Duelle mit den Wölfinnen, die seit vielen Jahren zu den Spitzenteams der Liga gehören, grundsätzlich einen besonders hohen Stellenwert?
Açikgöz: Auf jeden Fall. Jede Spielerin möchte sich auf dem höchsten Level messen. Deshalb sind Duelle mit Wolfsburg besonders reizvoll.
DFB.de: Theoretisch könnte es in dieser Saison im Europa Cup und im DFB-Pokal noch zu einigen Duellen mit dem VfL kommen. Wie würde Ihnen das gefallen?
Açikgöz: Sollten wir im Europa Cup auf Wolfsburg treffen, würde das ja bedeuten, dass wir das Endspiel erreicht haben. Dagegen hätte ich ganz sicher nichts. (lacht)
DFB.de: Worauf wird es ankommen, um das Heimspiel in der Liga für sich zu entscheiden?
Açikgöz: Wir müssen viel Intensität auf den Platz bringen und in den Zweikämpfen voll da sein. Dazu wird die Chancenverwertung eine entscheidende Rolle spielen.
DFB.de: Vor der Saison gab es einen erheblichen Umbruch im Kader, auch einige Leistungsträgerinnen haben den Verein verlassen. Warum läuft es dennoch schon so gut?
Açikgöz: Die neuen Spielerinnen haben viel frischen Wind reingebracht. Die wurden von den Teamkolleginnen, die schon länger bei der Eintracht sind, aber auch gut aufgenommen und integriert. Ich würde sagen, dass die Mischung stimmt und alles gut zusammenpasst.
DFB.de: Unter anderem wechselte auch Ihre Zwillingsschwester Ilayda zum SC Freiburg. Wie geht es Ihnen damit, erstmals so häufig getrennt zu sein?
Açikgöz: Dass wir einmal getrennte Wege gehen wollen, hatte sich schon länger abgezeichnet, das war keine spontane Entscheidung. Von daher konnten wir uns beide ganz gut darauf einstellen. Natürlich fehlt sie mir, aber es ist auch nicht so, dass ich deshalb jeden Tag weinend ins Bett gehe. (lacht) Jede geht jetzt ihren Weg und wir unterstützen uns gegenseitig.
DFB.de: Fakt ist, dass Sie jetzt jeweils Stammspielerinnen in ihren Vereinen sind, was zuvor in Frankfurt noch nicht der Fall war. Also haben beide alles richtig gemacht?
Açikgöz: Das würde ich so unterschreiben.
DFB.de: Was hat Ihnen geholfen, sich in diesem hochkarätigen Kader durchzusetzen?
Açikgöz: Ich habe viele Gespräche mit unserem Trainer Niko Arnautis geführt. Er hat mir klar gesagt, was er von mir erwartet und in welchen Bereichen ich mich verbessern muss. Ich habe daher hart an mir und meiner Fitness gearbeitet und bin dann mit dem Ziel in die Vorbereitung gestartet, mir einen Platz im Team zu erkämpfen. Ich bin sehr froh, dass es bisher so gut geklappt hat.
DFB.de: Hat Ihr sehenswerter Treffer für die U 23-Nationalmannschaft gegen Dänemark, der im Juni zum "Tor des Monats" gewählt wurde, für zusätzliches Selbstvertrauen gesorgt?
Açikgöz: Ja, definitiv. Es hat mir gezeigt, dass man alles schaffen kann. Die Medaille hat einen Ehrenplatz in meinem Zimmer.
DFB.de: Was Ihnen noch fehlt, ist ein Bundesligator für die Eintracht. Nervt Sie das?
Açikgöz: Ich würde nicht sagen, dass es mich nervt. Aber es ist schon ein Ziel, das ich mir gesteckt habe. Ich versuche, zu Abschlüssen zu kommen, und hoffe natürlich, dass es möglichst bald klappt. Am besten schon gegen Wolfsburg.
DFB.de: Kurz vor Weihnachten kommt es zum direkten Duell mit Freiburg und Ilayda. Haben Sie sich den Termin schon dick angestrichen?
Açikgöz: Ich freue mich schon sehr auf das Spiel, auch wenn ich weiß, dass es komisch sein wird, nicht mehr mit, sondern gegen die eigene Zwillingsschwester zu spielen. Das können wir bisher nur aus dem Training.
DFB.de: Zusammen mit Ilayda sind Sie noch für die deutsche U 23-Nationalmannschaft am Ball, nachdem Sie zuvor schon sämtliche DFB-Teams durchlaufen haben. Ist es das Ziel, irgendwann auch gemeinsam für die A-Nationalmannschaft auf dem Platz zu stehen?
Açikgöz: Jede Spielerin, die für ein U-Team aufläuft, hat den Traum, eines Tages auch für die A-Nationalmannschaft zu spielen. Das vielleicht sogar als Zwillinge gemeinsam zu schaffen, wäre etwas ganz Besonderes.
Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga
Autor: mspw

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