DFB-Nachwuchsliga
FC-Trainer Stefan Ruthenbeck: "Enorme Mentalität und viel Leidenschaft"

Die Europareise ist für die U 19 des 1. FC Köln und ihren Trainer Stefan Ruthenbeck nach dem 1:3 vor 50.000 Fans gegen Inter Mailand beendet. Für den aktuellen Deutschen Meister geht es am Sonntag (ab 11 Uhr, live bei YouTube und Sky) zum Auftakt der Hauptrunde in der Liga A der DFB-Nachwuchsliga gegen den VfL Bochum. Im DFB.de-Interview spricht der 53-Jährige über das Highlight und den Ligastart.
DFB.de: Mit 50.000 Fans im ausverkauften RheinEnergieSTADION wurde eine neue Rekordkulisse für die UEFA Youth League aufgestellt. Hätten Sie im Vorfeld eine solche Bühne für möglich gehalten, Herr Ruthenbeck?
Stefan Ruthenbeck: Ich kenne die Kölner-Fanseele sehr gut. Man darf nicht vergessen, dass in Köln viele Menschen mit italienischer Abstammung leben. Mir war klar, dass es gegen Inter Mailand voll wird, mit einem ausverkauften Haus habe ich aber nicht gerechnet. Es war eine große Wertschätzung der Fans gegenüber dem 1. FC Köln.
DFB.de: Sie waren auch schon als Cheftrainer in der Bundesliga tätig. Hat sich das Spiel wie eine Partie im Profibereich angefühlt?
Ruthenbeck: Die Partie war extrem intensiv und von beiden Seiten taktisch hervorragend. Das Niveau der Mailänder war unglaublich hoch. Unterm Strich haben wir einem großen Klub mehr als nur Paroli geboten. Es hat Riesenspaß gemacht, Inter ein wenig zu ärgern. Insgesamt war es trotz der Niederlage ein toller Abend für uns.
DFB.de: Wie sehr mussten Sie Ihre Mannschaft nach den beiden späten Gegentoren aufrichten?
Ruthenbeck: Wenn man zwei Treffer in der Nachspielzeit kassiert, ist das total bitter und man muss schon die richtigen Worte finden. Nach dem Schlusspfiff floss auch die eine oder andere Träne. So hart und so bitter kann Fußball sein. Ich hoffe, dass wir die Gier wecken können, und dass die Jungs noch besser werden wollen.
DFB.de: Hatte sich Ihr Team bereits auf das greifbar nahe Elfmeterschießen eingestellt?
Ruthenbeck: Nein. Ich versuche immer, die Konzentration hochzuhalten, beschäftige mich während eines Spiels nicht damit, was nach dem Abpfiff passiert.
DFB.de: Wie schwer fällt nun die Umstellung auf den "Alltag" in der DFB-Nachwuchsliga?
Ruthenbeck: Wir werden sicherlich ein wenig rotieren und einige frische Kräfte bringen.
DFB.de: Erster Gegner in der Hauptrunde der Liga A ist der VfL Bochum. Wie ist Ihr Eindruck vom Gegner?
Ruthenbeck: Nach dem Negativerlebnis benötigen die Jungs eine gute Begleitung von unserem Trainerteam und ein gutes Mindset, um gegen den VfL Bochum konkurrenzfähig zu sein. Wir müssen die Partie gegen Inter Mailand schnell aus den Köpfen bekommen und möglichst unser Spiel durchzudrücken.
DFB.de: Welche Bedeutung hat ein erfolgreicher Start in die Hauptrunde?
Ruthenbeck: Vor einem Jahr hatten wir das erste Spiel zu Hause gegen den FC Bayern München 1:4 verloren. Von daher sollte man das nicht überbewerten. Dennoch ist ein Erfolgserlebnis zu Beginn einer Runde sicherlich beruhigender. Vier von sechs Mannschaften qualifizieren für das Achtelfinale. Deshalb sollten wir möglichst früh anfangen, Punkte für das Weiterkommen zu sammeln.
DFB.de: Neben dem VfL Bochum ist Ihr Team auch gegen den FC Energie Cottbus, Hamburger SV, SSV Ulm 1846 Fußball und den VfB Stuttgart gefordert. Wie schätzen Sie die Gruppe ein?
Ruthenbeck: Ich finde, dass wir die stärkste Gruppe erwischt haben. Wir haben drei Mannschaften dabei, die ihre Vorrundengruppe als Erster abgeschlossen haben.
DFB.de: Profi-Cheftrainer Lukas Kwasniok hat Sie vor der Partie gegen Inter Mailand aufgesucht. Wie läuft generell der Austausch mit ihm?
Ruthenbeck: Beim gemeinschaftlichen Mittagessen hat er uns Glück gewünscht. Das war eine sehr schöne Geste von ihm. Der Austausch mit Lukas Kwasniok könnte nicht besser sein. Fynn Schenten hat beispielsweise vor wenigen Tagen einen Profivertrag unterschrieben und durfte schon Spielpraxis in der Bundesliga sammeln. Gleiches gilt für Offensivspieler Youssoupha Niang, der bei den Profis ebenfalls zu Kurzeinsätzen kam.
DFB.de: Ihr Team ist Titelverteidiger im Rennen um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft. Ist die zurückliegende Saison zu wiederholen oder gar zu übertreffen?
Ruthenbeck: Der komplette Jahrgang 2006 ist raus, von daher ist mehr als die Hälfte der Meistermannschaft nicht mehr dabei. Die meisten Jungs können also gar keinen Titel verteidigen. Klar ist aber: Wir wollen erneut in die Finalrunde einziehen und auch im DFB-Pokal der Junioren so weit wie möglich kommen.
DFB.de: Was zeichnet Ihre Mannschaft in dieser Spielzeit besonders aus?
Ruthenbeck: Das Team marschiert, bringt eine enorme Mentalität und viel Leidenschaft ein und kann für jeden Gegner sehr unangenehm sein.
Kategorien: DFB-Nachwuchsliga
Autor: mspw

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