Männer-Nationalmannschaft
Erster Sieg unter Klopp: DFB-Team überzeugt gegen Serbien

Die deutsche Männer-Nationalmannschaft hat den ersten Sieg in der diesjährigen UEFA Nations League eingefahren und dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp dem ersten dreifachen Punktgewinn in seiner dritten Partie beschert. Das DFB-Team siegte nach einem starken Auftritt in München gegen Serbien mit 2:0 (1:0) und darf mit Rückenwind zur "Revanche" gegen Griechenland nach Thessaloniki am Sonntag (ab 20.45 Uhr, live bei RTL) fliegen.
Neun Kilometer entfernt von der Theresienwiese, wo noch bis Sonntag das 191. Oktoberfest zelebriert wird, herrschte im ersten Durchgang auch auf der Wiese in der Allianz Arena reges Treiben mit Chance um Chance vor dem serbischen Tor. Doch in einer Halbzeit mit einer drückenden Überlegenheit von 16:0-Torschüssen aus deutscher Sicht erzielte Tom Bischof erst kurz vor der Pause den längst fälligen Führungstreffer (39.). Auch nach der Pause spielte fast nur Deutschland, Florian Wirtz erhöhte mit Binde am Arm auf 2:0 (61.) - der Endstand.
Bundestrainer Jürgen Klopp schickte aus "Kader 2" des 44-Spieler-Pools von Beginn an zwei Neulinge aufs Feld. Neben Bayerns Torwart Jonas Urbig feierte auch Derry Scherhant vom SC Freiburg seinen Einstand - die Debütanten 997 und 998 in der langen Historie des DFB. Zur Pause wurde Said El Mala vom 1. FC Köln Nationalspieler Nummer 999, später Mika Baur von Celtic Glasgow der 1000. Debütant und in der Schlussphase Vitaly Janelt Nummer 1001.
Einbahnstraßenfußball gegen Serbien
Gegen tiefstehende Serben, die in der Startelf gleich sechs Spieler jenseits der 30 aufboten, begann das DFB-Team lautstark unterstützt von 68.121 Zuschauenden in München spielfreudig und schwungvoll. Nach einer Reihe ordentlicher Strafraumszenen, oft eingeleitet vom auffälligen Scherhant über die linke Seite, gab Aleksandar Pavlovic nach einem Kopfballablage von Philipp Treu mit einem harten Versuch von der Strafraumgrenze einen ersten Warnschuss ab, der nur hauchzart am von ihm aus gesehen rechten Pfosten vorbeirauschte (8.).
Auch in der Folgezeit bestimmte Deutschland die Schlagzahl und ließ das serbische Team mit Ball kaum aus der eigenen Hälfte kommen. Der deutsche Führungstreffer lag in der Luft. Nach einem geschickten Steckpass von Tom Bischof brachte Nick Woltemade nah am Tor nicht am Gegenspieler vorbei (15.). Nach der darauffolgenden Ecke kam Waldemar Anton per Direktabnahme zum Abschluss, verzog aber etwa zehn Meter vor dem Gehäuse (16.). Zwei Minuten später setzte Florian Wirtz Kapitän Serge Gnabry in Szene, aus recht spitzem Winkel jagte der Bayern-Profi den Ball am langen Pfosten vorbei (18.).
Bischof bricht den Bann
Der deutsche Angriffswirbel ebbte nun kurz ab, und das Aufbauspiel wurde fehlerhafter. Dennoch blieben die Torchancen auf deutscher Seite. Nach einem Schlenzer von Bischof zappelte schon das Netz, doch der Ball schlug aus etwa 20 Metern nur von außen ein (24.). Vier Minuten später klärte Nemanja Gudelj nach einer Hereingabe von der Seite mit der Fußspitze vor dem einschussbereiten Woltemade (28.). Die vielleicht bisher größte Chance des Spiels ließ Gnabry liegen, nachdem er von Woltemade ins Spiel gebracht freistehend am glänzend parierenden Keeper Djordje Petrovic scheiterte (30.). Nahezu im Gegenzug hätte Serbien aber fast das Spiel komplett auf den Kopf gestellt: Nach einem schnellen Konter über Filip Kostic hatte dieser das Auge für den mitgelaufenen Kosta Nedeljkovic am langen Pfosten, der jedoch zwei Meter vor dem Tor an der flachen Hereingabe vorbeirutschte.
Das Spiel blieb weiter flott und temporeich - und nun hatte Deutschland wieder die Chancen. Nach einer Flanke von Gnabry platzierte Wirtz einen Kopfball zentral vor dem Tor genau auf den gegnerischen Schlussmann (35.). Auch der folgende Abschluss von Gnabry aus der zweiten Reihe ging flach zu zentral auf Petrovic (36.). Dann war es endlich so weit. Zwar scheiterte Wirtz nach einem Dribbling im gegnerischen Sechzehner mit der Pike noch am Pfosten, doch den Abpraller knallte Bischof vor heimischem Münchner Publikum aus etwa vier Metern unter die Latte (39.). Der Führungstreffer nach deutlicher Überlegenheit hatte erlösende Wirkung, änderte aber nichts an der Spielrichtung zum serbischen Tor hin. Ein abgefälschter Schuss von Pavlovic aus der zweiten Reihe landete erneut nur knapp neben dem Tor (41.).
Wirtz legt nach
Mit der Herausnahme von Gnabry zur Pause übernahm Wirtz die Rolle des Spielführers. An der dominanten Spielweise der Nationalmannschaft änderte dies aber nichts, auch wenn zwingende Torgelegenheiten zunächst auf sich warten ließen. In der 59. Minute hätte Woltemade nach einer Hereingabe von Treu aber fast zwingend auf 2:0 stellen müssen, doch aus kürzester Distanz knallte der Juventus-Angreifer den Ball aus kürzester Distanz über das verwaiste Tor (59.). Zwei Minuten später erwischte Wirtz nach einem Spaziergang von Maximilian Mittelstädt durch das Mittelfeld mit einem Schuss aus zwölf Metern den gegnerischen Keeper auf falschem Fuß und schloss zum 2:0 ab (61.).
Serbien wechselte in der 68. Minute gleich viermal - und dies brachte erstmal frischen Wind. Unmittelbar nach seiner Einwechslung brachte Strahinja Pavlovic eine Freistoßflanke volley auf das Tor, Urbig war noch dran und verhinderte ein mögliches Gegentor (68.). Weitere Wechsel störten den Spielfluss. Erst in den letzten zehn Minuten wurde es noch einmal gefährlich vor dem serbischen Tor, als Petrovic einen Kopfball von Malick Thiaw parierte (81.).
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, Nations League
Autor: sid/bt

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