U 21-Männer
Di Salvo: Mit "Intensität und Dauerdruck" gegen Lettland

Für die deutsche U 21-Nationalmannschaft geht es in der EM-Qualifikation am Samstag (ab 18 Uhr, live bei ProSieben MAXX und auf Joyn) mit dem Rückspiel gegen Lettland weiter. Vor der Partie in Riga prachen Cheftrainer Antonio Di Salvo und Kapitän Tom Bischof über die intensive Vorbereitung, den Gegner und die Personalsituation.
Antonio Di Salvo über...
... die Vorbereitung: Wir haben vor allem in den ersten zwei Trainingseinheiten richtig gut trainiert, hatten eine gute Intensität. In den Einheiten konnten wir inhaltlich mehr arbeiten als in den vergangenen Länderspielperioden, deswegen bin ich sehr zufrieden. Wir haben gestern die Intensität ein wenig runtergefahren, weil die ersten beiden Tage sehr intensiv waren. Darüber hinaus haben wir viele neue Spieler, die wir gut integriert haben. Die Jungs sind mittendrin statt nur dabei, sowohl mit dem Staff als auch mit der Mannschaft. Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit der Präsentation und Einstellung der Jungs.
... das Spiel: Ich habe bereits Erfahrung damit, hier in Lettland zu spielen. Ich kann mich an das Spiel vor vier Jahren erinnern, das wirklich eng war. Da lagen wir sogar 0:1 zurück und haben uns glücklicherweise zurückgekämpft. Wir nehmen Lettland ernst. Obwohl sie bislang wenig Punkte haben, versuchen sie guten Fußball zu spielen. Trotzdem haben wir im Hinspiel gezeigt, worauf es ankommt. Ich möchte, dass wir unsere Intensität auf den Platz bekommen, die wichtig ist, um die Mannschaft zu bespielen und sie dauerhaft unter Druck zu setzen.
... die Bedeutung von Tom Bischof: Tom ist sehr wichtig für die Mannschaft, deswegen bin ich auch froh darüber, dass er hier ist. Ich habe mit Jürgen Klopp darüber gesprochen, ihn beim ersten Spiel noch dabei zu haben. Das ist auch ein sehr wichtiges Zeichen an die Mannschaft. Ich finde es gut, dass Tom zur A-Nationalmannschaft hochgeht. Das ist auch mein Job, Spieler an die A-Nationalmannschaft ranzuführen. Dennoch ist Tom unser Kapitän, und wenn er dabei sein kann und uns hilft, ist das dann auch gut so.
... mögliche Kapitäne gegen Malta und Georgien: Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht, wer die Kapitänsrolle für die beiden weiteren Spiele übernehmen wird. Ich möchte mir anschauen, wie die Dynamik im Team ist. Natürlich habe ich den ein oder anderen Kandidaten, mit dem ich dann auch darüber sprechen möchte. Der Fokus liegt aber auf dem Spiel gegen Lettland.
... die Torwart-Position: Mio Backhaus ist in dieser Länderspielperiode die Nummer Eins. Es kann gut sein, dass er in allen drei Spielen zum Einsatz kommen wird. Über mögliche Alternativen werden wir später entscheiden.
... Paris Brunner: Ich habe mit ihm nur ganz kurz über seine Sperre in der französischen Liga gesprochen. Ich bin nicht glücklich über die Geste, die zu seiner Sperre geführt hat. Er hat es mir erklärt und es hatte auch keinen Zusammenhang mit den Fans, sondern einfach damit, dass er das Spiel entschieden hat. Alles andere interessiert mich aber auch nicht. Ich habe ihn zum ersten Mal dabei und möchte sehen, wie er sich präsentiert. Bisher war mein Eindruck top und ich gehe auch davon aus, dass es so bleiben wird.
... die Personalsituation: Alle fit, bis auf Wael Mohya, er ist umgeknickt und hat sich dabei leicht verletzt. Er hat kurzzeitig mit dem Training aussetzen müssen. Jetzt trainiert er wieder leicht dosiert. Bei ihm schauen wir von Tag zu Tag, es wird stetig besser. Leo Morgalla wurde deshalb nachnominiert, u.a. um im Spiel 11 gegen 11 trainieren zu können.
Tom Bischof über...
... die Vorbereitung: Die ersten Tage waren sehr intensiv, aber das muss auch so sein. Das ist gut für uns als Team, da wir viele neue Spieler dabeihaben. Die Abläufe müssen sitzen. Die neuen Jungs sind sehr gut in der Mannschaft integriert und haben bisher einen sehr guten Eindruck hinterlassen.
... seine Nominierung für die U 21 und die A-Nationalmannschaft: Der erste Anruf kam von Jürgen Klopp, worüber ich mich natürlich sehr gefreut habe. Er hat mich über die Nominierung informiert und gefragt, ob ich noch Lust habe, das erste Spiel bei der U 21 mitzumachen. Da hatte ich einfach Bock drauf, weil es mir wichtig ist, hier dabei zu sein und die Truppe anzuführen. Wir wollen ein geiles Spiel hinlegen und den Sieg einfahren. Anschließend hat Antonio mich ebenfalls angerufen. Es waren zwei gute Gespräche. Ich habe Bock auf beide Mannschaften.
... das Gespräch mit Jürgen Klopp: Das Gespräch war sehr, sehr kurz. Er hat gesagt, dass ich dabei bin. Zuvor haben wir uns schon mal nach dem Bayern-Training unterhalten. Er ist ein sehr mitreißender Mensch. Die Gespräche mit ihm machen Spaß. Über meine zukünftige Rolle haben wir noch nicht geredet.
... die unterschiedlichen Rollen in der U 21 und der A-Nationalmannschaft: Beide Rollen tun mir sehr, sehr gut. Bei der U 21 kann ich Verantwortung übernehmen. Das muss ich bei der A-Nationalmannschaft aber ebenfalls. Ich bin kein anderer Mensch. Ich benehme mich bei beiden Mannschaften gleich, weil die Jungs es auch verlangen und wissen, dass ich es kann. Bei der U 21 ist es mir wichtig dabei zu sein und mit einem guten Spiel reinzustarten.
... Lettland: Bisher hatte ich keine Berührungspunkte mit dem lettischen Fußball, aber das Hinspiel habe ich mir natürlich angeschaut. Wir haben uns auf den Gegner vorbereitet. Sie wollen hinten raus spielen und genau das sehen wir als Chance, um hoch den Ball zu gewinnen und Tore zu erzielen. Es wird nicht einfach und wir werden 100 Prozent auf dem Platz lassen müssen.
... Lennart Karl: Natürlich freue ich mich, dass Lenny zeitgleich mit mir im Kader der A-Nationalmannschaft dabei ist. Ich hätte mich aber auch gefreut, wenn er im ersten Block mit dabei wäre, weil er sich die Nominierung einfach verdient hat. Dadurch gibt es aber immerhin eine größere Uno-Runde und wir können zusammen Spaß haben (lacht).
... Paris Brunner: Ich kenne ihn bereits ein bisschen. Wir haben uns auch schon mal privat getroffen, weil ich ihn cool finde und ihn mag. Er ist hier genauso wie er ist: Sehr locker, macht Witze und ist einfach ein guter Fußballer. Das zeigt er auch in seinem Verein und bei uns im Training. Ich mag seine offene Art, er hat sich gut eingefunden in die Mannschaft.
... seine Weitschusstechnik: Ich trainiere es nicht täglich, aber natürlich steckt viel Arbeit dahinter, die ich mir in der Vergangenheit aufgebaut habe. Jetzt liegt es daran, dass ich in die Wiederholung komme. Dafür suche ich mir aber keine spezifischen Tage aus, sondern schaue einfach, wie es ins Training passt. In den ersten beiden Trainingstagen hat es nicht reingepasst, da die Intensität so hoch war. Das wäre dann nicht gut für meinen Körper gewesen.
Kategorien: U 21-Männer
Autor: dfb

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