Vielfalt und Anti-Diskriminierung
DFB und ROOTS: Kooperation zur Stärkung der Antirassismusarbeit im Fußball

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) geht im Anschluss an die internationalen Wochen gegen Rassismus einen weiteren Schritt im Einsatz gegen Rassismus und strukturelle Diskriminierung. Gemeinsam mit der Antirassismus-Organisation ROOTS startet der Verband eine Kooperation, die darauf ausgerichtet ist, diskriminierende Strukturen im deutschen Fußball weiter sichtbar zu machen, zu hinterfragen und so nachhaltig zu verändern.
Rassismus ist kein Randphänomen. Er prägt gesellschaftliche Strukturen und damit auch den Fußball. Betroffene erleben ihn nicht nur in offenen, bewussten Diskriminierungen, sondern auch in subtilen, unbeabsichtigten oder unbewussten Formen. Als weltweit größter Sportverband sieht sich der DFB daher in besonderer Verantwortung, auf allen Ebenen aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen und Haltung zu zeigen. Seit vielen Jahren setzt sich der DFB konsequent und sichtbar gegen Rassismus ein und arbeitet daran, eine vielfältige und diskriminierungsfreie Fußballkultur zu fördern. Mit der Kooperation mit ROOTS wird diese langjährige Antirassismusarbeit nun gezielt erweitert, vertieft und strukturell weiter ausgebaut - für einen Fußball, der allen Menschen gleiche Chancen bietet.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagt: "Wir dürfen nicht nur reagieren, wenn Vorfälle sichtbar werden. Wir müssen Strukturen schaffen, die Diskriminierung verhindern, bevor sie entsteht. Mit ROOTS haben wir einen Partner an unserer Seite, der uns konstruktiv begleitet und uns dabei unterstützt, unseren Weg hin zu verbindlichen und wirksamen Präventionsstrukturen konsequent weiterzugehen. Besonders freue ich mich, dass Otto Addo Teil dieser Zusammenarbeit ist. Seine Erfahrung und seine menschliche Art werden diese Kooperation spürbar bereichern."
Wirksame Prävention und verlässliche Intervention
Gemeinsam mit ROOTS verfolgt der DFB das Ziel, das Bewusstsein für rassistische Strukturen zu schärfen und bestehende Barrieren im Leistungs- wie im Amateurbereich konsequent abzubauen. Noch immer fehlt in vielen Bereichen ein grundlegendes Problembewusstsein, genau hier setzt die Kooperation an: durch wirksame Prävention, verlässliche Intervention und eine betroffenenzentrierte Aufarbeitung, die nachhaltige Veränderung ermöglicht.
In der Vergangenheit gab es bereits eine enge Zusammenarbeit mit einzelnen Vertreter*innen von ROOTS, die sich als äußerst wertvoll erwiesen hat. Die nun geplante Kooperation ist daher der logische nächste Schritt: Sie verstetigt und professionalisiert die Zusammenarbeit und hebt sie auf eine institutionelle Ebene. Sie ergänzt damit die langjährige Antirassismusarbeit des DFB wirkungsvoll und erweitert sie um Community-nahe Expertise und zusätzliche strukturverändernde Impulse.
Im Rahmen der Zusammenarbeit werden zum einen Maßnahmen zur Prävention und Kompetenzentwicklung für Mitarbeitende, Trainer*innen, Sportpsycholog*innen und weitere Funktionsgruppen etabliert, damit sie Rassismus früh erkennen, angemessen handeln und diskriminierungsfreie Umfelder schaffen können. Zum anderen stärkt die Kooperation gezielt die psychologische Sicherheit, Zugehörigkeit und Handlungssicherheit von Spieler*innen, um ihre sportliche Entwicklung und langfristige Bindung zu unterstützen. Darüber hinaus schafft die Partnerschaft Grundlagen, um Vereine und Landesverbände bei der Umsetzung von Anforderungen, etwa im Rahmen der Lizenzierung, zu begleiten, diskriminierungssensible Standards weiterzuentwickeln und strukturelle Veränderungen im gesamten Verbundsystem zu verankern.
Addo: "Strukturen wirklich verändern"
Celia Sasic, DFB-Vizepräsidentin für Vielfalt und Gleichstellung, betont: "Antirassismusarbeit ist zentral für den Fußball von heute und morgen. Für einen Fußball, der für alle offen ist. Antirassismusarbeit ist kein Zusatz, sondern eine Kernaufgabe. Wenn wir Vielfalt wirklich leben wollen, müssen wir Ungleichheiten klar benennen und die Stimmen der Betroffenen ernstnehmen. ROOTS bringt dafür wichtige Expertise und Perspektiven ein und unterstützt uns dabei, Veränderung nicht nur einzufordern, sondern gemeinsam umzusetzen."
ROOTS-Präsident Otto Addo sagt: "ROOTS bringt eine Community-nahe Perspektive ein, getragen von Expert*innen aus dem Sport und insbesondere aus dem Fußball, die häufig eigene Rassismuserfahrungen mitbringen. Genau diese Perspektiven sind entscheidend, wenn es darum geht, Strukturen wirklich zu verändern. Unsere Vision ist ein Sport, in dem Vielfalt als selbstverständlicher und integraler Bestandteil Sportdeutschlands verstanden und gelebt wird, und zwar auf und neben dem Platz."
Mit der Kooperation zwischen DFB und ROOTS setzen beide Partner ein deutliches Zeichen für einen Fußball, der Diskriminierung keinen Raum lässt und in dem Vielfalt konsequent geschützt und gelebt wird.
Kategorien: Vielfalt und Anti-Diskriminierung, DER DFB, Julius Hirsch Preis
Autor: vt

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