DER DFB

DFB-Präsident Bernd Neuendorf enthüllt Büste in Gedenken an Arthur von Weinberg

29.10.2026
Enthüllen die Porträtbüste: Wolfgang Spannagel, Ina Hartwig, Claudia Korenke und Bernd Neuendorf (v.l.) Foto: Maik Reuß

Im Niederräder Rennbahnpark in Frankfurt ist heute eine Porträtbüste von Arthur von Weinberg feierlich der Öffentlichkeit übergeben worden. Mit dem Kunstwerk erinnern die Stadt Frankfurt und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) an den bedeutenden Frankfurter Stifter und Bürger. Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke, Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig und DFB-Präsident Bernd Neuendorf enthüllten die Büste gemeinsam.

Stadtverordnetenvorsteherin Korenke sagte: "Die Stadt und der DFB ehren den Bürger, den Mäzen, den Stifter Arthur von Weinberg. Diese Ehrung muss uns jedoch auch Mahnung sein: Es waren Frankfurter Kommunalpolitiker, die dem Juden von Weinberg Heimat und Ehre nahmen. Nie wieder ist jetzt. Nie wieder ist keine Floskel.“

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Hartwig erklärte: "Arthur von Weinberg hat sich vielfach um unsere Stadt verdient gemacht. Mit der Porträtbüste im Rennbahnpark setzen wir ihm ein Denkmal an einer seiner historischen Wirkstätten. Das Kunstwerk erinnert aber nicht nur an ihn als bedeutende Frankfurter Persönlichkeit, sondern auch an die schändliche Rolle, die die Stadt gegenüber ihrem ehemaligen Ehrenbürger während des Nationalsozialismus spielte.“

"Besondere Verantwortung"

DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagte: "Im Bewusstsein um die beschämende Geschichte unseres Verbandes in den Jahren zwischen 1933 und 1945 arbeiten wir beim DFB an der Zukunft - ohne die Vergangenheit und ihre Schrecken aus dem Blick zu verlieren. Wir tun das seit etwas mehr als vier Jahren auf dem früheren Gelände des Renn-Klubs Frankfurt, den Arthur von Weinberg so tief geprägt hat. Aus seinem Schicksal und unserer Historie erwächst uns als Deutsche, als Fußballer, als Frankfurter und als Nachnutzer des Areals, auf dem Arthur von Weinberg einst wirkte, unzweifelhaft eine besondere Verantwortung. Wir müssen klar sagen: Nie wieder!“

Arthur von Weinberg (1860-1943) war nicht nur für die Frankfurter Stadtgeschichte von großer Bedeutung. Als Chemiker und Unternehmer war er unter anderem Teilhaber der Cassella Farbwerke in Fechenheim und saß im Aufsichts- und Verwaltungsrat des IG Farben-Konzerns. Er hat sich unter anderem bei der Gründung der Frankfurter Universität und als Förderer des Physikalischen Vereins, der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, des Städelschen Kunstinstituts, des Zoos sowie zahlreicher sozialer Einrichtungen verdient gemacht. Während des Nationalsozialismus wurde er wegen seiner jüdischen Herkunft aus sämtlichen beruflichen und Ehrenämtern gedrängt, entrechtet und verfolgt, er starb im Alter von 82 Jahren 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt.

Ein wichtiger Ort im Leben Arthur von Weinbergs war der Renn-Klub in Frankfurt-Niederrad, dem er von 1918 bis 1935 als Präsident vorstand. Das Kunstwerk wurde maßgeblich durch Anregungen aus der engagierten Bürgerschaft und des Ortsbeirats vorangetrieben und ist auch Ergebnis eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung, die bereits 2022 die großen Verdienste Arthur von Weinbergs sowie den Bezug zum Rennbahnpark herausgestellt und den Magistrat mit der Prüfung der Aufstellung einer Büste beauftragt hatte.

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Autor: dfb