Männer-Nationalmannschaft
"Der Mann mit der Mütze": Zum 30. Todestag von Helmut Schön

Schon als Spieler hat er dem deutschen Fußball viel gegeben, seine Torquote in Länderspielen reicht fast an die eines Gerd Müller heran. Als Bundestrainer hatte keiner mehr Erfolg. Heute vor 30 Jahren starb Helmut Schön, dem Udo Jürgens zum Karriereende ein musikalisches Denkmal setzte – als "der Mann mit der Mütze". DFB.de erinnert an einen großen Trainer und Spieler.
Seine ersten Tore erzielt er in der Küche. Dresden 1921. Der Familie Schön geht es etwas besser als anderen in den schweren Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Sie hat eine Sechs-Zimmer-Wohnung in der Innenstadt und drei Kinder. Der Familienvorstand handelt mit Kunstgegenständen, die Geschäfte laufen – und die Kinder auch. Besonders wenn sie einen Ball sehen. Es gibt nicht an jeder Ecke Bolzplätze. Aber seit Klein-Helmut mit fünf Jahren auf den Schultern seines Bruders Walter im Dresdener Ostra-Gehege als womöglich jüngster von 60.000 Zuschauern das legendäre 3:3 zwischen Deutschland und Österreich gesehen hat, ist er von Fußball infiziert. Nun will er auch spielen. Aber wo und wie?
Talent aus Dresden
Kinder fanden und finden zu allen Zeiten einen Platz zum Spielen – und so bringt der Fünfjährige Helmut zuweilen einen Nachbarsjungen mit in die heimische Küche. Sie ist ideal, denn sie hat zwei Tore, jedenfalls in phantasievollen Kinderaugen. Die Küchentür ist das eine, ein an der gegenüberliegenden Wand hängendes Kühlfach das andere. Weil dabei so mancher Teller zu Bruch geht, ist es für die Nerven aller Familienmitglieder besser, dass Klein-Helmut seine Aktivitäten nach draußen verlegt.
Für die Dresdensia, in dem sein Bruder Walter bereits spielt, schießt er ab dem neunten Lebensjahr nun Tore. Mit 15 debütiert er bereits in der ersten Mannschaft und erzielt prompt das einzige Tor. Doch Dresdensia ist nur ein kleiner Verein, der eines Tages buchstäblich platt gemacht wird. Das Klubgelände muss einer Fabrikhalle weichen und Helmut und seine Freunde brauchen eine neue Spielwiese. Die Wahl fällt nicht schwer, die Kameraden auf dem Gymnasium spielen ohnehin alle für den berühmten DSC – den Dresdner Sportclub.
Bei den Rot-Schwarzen erlebt Schön seine größten Tage als Fußballer und der Verein ebenso. Mit Richard Hofmann spielt einer der größten deutschen Stürmer aller Zeiten dort. Am 27. August 1933 landet Schön nach zwei Toren beim 5:1 gegen die Spielvereinigung Karlsbad im berühmten Notizbuch von Sepp Herberger. Der künftige Reichstrainer kümmert sich damals um den Unterbau der Nationalmannschaft. Im Oktober 1933 treffen sie sich auf der Treppe vor dem Sportforum in Berlin-Grunewald. In Schöns Vita ist es ein historischer Moment. "Also, das ist der Lange aus Dresden" lauten die ersten Worte zwischen den Männern, die Fußballgeschichte schreiben werden. Der Lange aus Dresden hinterlässt einen guten Eindruck und schießt in einem öffentlichen Testspiel unter den Kursisten zwischen "Rot" und "Weiß" drei Tore. Die Berliner Fußballwoche schreibt: "Liebling der Zuschauer war der lang aufgeschossene, blonde Mittelstürmer Schön… Er machte herrliche Sachen, seine Hauptstärke war seine fast vorbildliche Ballverteilung. Ein großes Talent."
"Vielleicht wird der mal Nationalspieler"
Schön bewahrt den Artikel bis ans Lebensende auf. Beglückt kehrt er nach Dresden zurück, träumt von der Olympiateilnahme 1936 und einer Karriere als Nationalspieler. Sein DSC setzt den nun 18-jährigen erstmals in einem Punktspiel in Chemnitz ein und natürlich schießt er wieder ein Tor. Aber der berühmte englische Trainer Jimmy Hogan will ihn nicht verheizen. In der Vereinszeitung steht: "Wir werden Schön immer wieder in geeigneten Spielen einsetzen, wobei wir uns selbstverständlich bewusst sind, dass zwischen solchen Spielen entsprechende Ruhepausen liegen müssen." Aber die Lokalpresse schwärmt nach einem Fünf-Tore-Spiel Schöns: "Eine der größten Mittelstürmerhoffnungen, die wir je hatten". 1934 schießt er seine ersten Endrundentore im Kampf um die Deutsche Meisterschaft – beide beim 2:1 gegen den großen 1. FC Nürnberg.
Er hat auch neben dem Platz Erfolg und macht Ostern 1935 ein gutes Abitur auf dem bischöflichen St. Benno-Gymnasium. Im Zeugnis steht: Religion, Französisch, Englisch und Geschichte: sehr gut. Deutsch, Latein, Physik, Darstellende Geometrie, Erdkunde, Biologie, Musik und Turnen: gut. Nur in Chemie und Mathematik heißt es "genügend", weshalb seine Anstellung bei der Sächsischen Staatsbank etwas verwundert. Die Angestellten dort, schreibt Schön in seinen Memoiren, sehen in ihm mehr eine "zoologische Attraktion" und tuscheln "Das ist der junge Ligaspieler Helmut Schön, vielleicht wird der mal Nationalspieler!"
Die Bank schmückt sich mit einem bekannten Fußballer, der zu einer anderen Zeit ein Super-Star geworden wäre. Auch, weil er optisch etwas hermacht. "Helmut Schön galt als der schöne Helmut, dem die Mädchenherzen zuflogen", schreibt der Kicker noch 1978. So wie ihm sein Diplom zufliegt. "Ich war, wenn man das so sagen kann, ein ungelernter, aber diplomierter Bankkaufmann", amüsiert sich Schön über seine Lehrzeit. Im Fußball wird ihm nichts geschenkt.
Der Leipzig-Fluch
Schon bei der Premiere im Kreis der Nationalspieler erfährt er das. Reichstrainer Otto Nerz hat ihn 1935 zu einem Lehrgang nach Duisburg eingeladen und da sitzt er auf der Tribüne, als die Großen jener Tage ein Testspiel bestreiten. "Nicht im Traum kam mir der Gedanke, dass ich unter Umständen mitmachen sollte. Ich hatte einfach eine viel zu geringe Meinung von mir – und deswegen hatte ich nicht einmal meine Fußballschuhe mit neuen Klötzen beschlagen." Doch dann ruft Nerz: "He Bürschel, mach dich fertig!" Er rennt fast panisch auf den Platz, wo er wegen der abgelaufenen Stollen der Nase lang hinfällt. Allgemeines Gelächter. Mit dem ersten Länderspiel soll es noch lange dauern, denn im Februar 1936 trifft ihn zum ersten Mal der Leipzig-Fluch. Dreimal wird er bis Winter 1937 dort spielen und sich das Knie verletzen – dreimal wird er operiert. Das kostet ihn die Olympia-Teilnahme und auch die WM 1938 in Frankreich – und die große Politik gibt ihm keine dritte Chance mehr für ein Turnier. Immerhin wird er noch vor Kriegsausbruch Nationalspieler und wieder ist es ein Einstand nach Maß.
Am 22. November 1937 darf er in Altona in der legendären Breslau-Elf mitspielen, Gegner sind die Schweden. Wieder kann er sein Glück kaum fassen, als Herberger dem Reservisten Schön seine Aufstellung verkündet: "Helmut, sie spiele’ am Sonntag!". Er zweifelt, bis Herberger "fast patzig werden muss" – wie Schön sich erinnert. Hinterher ist der Chef zufrieden nach einem 5:0-Sieg, während sein Schützling "als glücklichster Mensch der Welt nach Hause" fährt: zwei Tore beim Debüt und glänzende Kritiken. Der Kicker lobt: "Hier ist also ein Innenstürmer aufgetaucht, der durch seine Kombinationsgabe und Schusskraft eine echte Verstärkung für die Nationalmannschaft bedeutet." Das beweist Helmut Schön noch oft und er vollbringt Großtaten, mit denen man eigentlich Spieler späterer Generationen in Verbindung bringt. Aber nicht Klaus Fischer hat das Fallrückziehertor im Länderspiel erzielt, Helmut Schön ist sein Vorreiter (1941 gegen Ungarn). Und nicht Dieter Hoeneß spielt als Erster in einem wichtigen Pokalspiel mit Turban, Schön tat es (1940 im Halbfinale gegen Rapid Wien). Was hätte aus ihm werden können? Drei Knieoperationen und der Zweite Weltkrieg verhindern eine weit imposantere Karriere als sie die Chroniken ausweist; 16 Länder-Spiele, 17 Tore – aber keine Titel, keine Turniere.
Aber er hat auch das Glück, wegen seiner Knieverletzungen im Krieg niemals an die Front zu müssen. Am Toreschießen hat den meist über links außen stürmenden Schön die Bandage, die er fast ständig trägt, nie gehindert und mit dem DSC feiert er große Erfolge. 1940 Pokalsieger, 1943 und 1944 Deutscher Meister. Dann fällt Deutschland in Trümmern, Dresden wird im Februar 1945 beinahe komplett zerstört. Als Helmut Schön durch die brennenden Gassen zu seiner Wohnung eilt, glaubt er an ein Wunder: das Haus, in dem seine 1942 angeheiratete Frau Anneliese mit Söhnchen Stephan lebt, bleibt vom Feuersturm nahezu verschont. Als einziges in seiner Straße.
Mit Saarland gegen Herberger
Nach dem Krieg wird Schöns geliebter DSC aufgelöst, in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) werden Bezirkssportvereine gegründet und spielen dürfen dort nur Einheimische. Schön wird also mit 30 Jahren Spielertrainer der SG Dresden-Friedrichstadt – und ab Mai 1949 erster Trainer der DDR. Seinen Trainerschein erwirbt er in Leipzig. Offizielle Länderspiele bestreitet die "Ostzonen-Auswahl" unter Schöns Ägide aber nie, denn er verlässt Dresden und die SBZ Anfang 1950. In Köln erwirbt er im ersten Lehrgang nach dem Krieg unter Sepp Herberger die Trainer-Lizenz und heuert 1950/51 bei Hertha BSC und 1951/52 beim SV Wiesbaden als Spielertrainer an. Wiesbaden wird nun sein Zuhause.
Mit 37 beendet er die Karriere als Spieler und folgt dem Ruf des Saar-Verbandes, der einen Auswahltrainer sucht. Die Saar ist nach dem Krieg selbstständig und das Schicksal will es, dass sie vor der WM 1954 mit Deutschland in eine Qualifikationsgruppe gelost wird, und so muss Schön gegen sein Land spielen – und gegen seinen Förderer Herberger. Vermutlich hat Schön im Leben nie lieber verloren als 1953 in Stuttgart (0:3) und 1954 in Saarbrücken (1:3). Herzlich gratuliert er danach Herberger und erntet einen Lacher, als er sagt: "Dann werdet eben ihr Weltmeister." Am 4. Juli 1954 ist es tatsächlich so weit und am nächsten Morgen steht Schön in Spiez ergriffen an der geöffneten Hotelzimmertür und beobachtet Sepp Herberger beim Kofferpacken. Wortlos geht er hinein und drückt seinen Förderer voller Dank an sich. Es ist ihm einfach ein Bedürfnis gewesen. Dieser Moment ist Schön so nahe gegangen, dass er angetrieben hat in all den Jahren, die noch gekommen sind. Herbergers Erbe war ihm Verpflichtung. "Ich hatte immer den Ehrgeiz, besser als die anderen zu sein."
Auf der Trainerbank wird er für sein Pech als Nationalspieler entschädigt. Bei den WM-Turnieren 1958 und 1962 steht er noch in der zweiten Reihe als loyaler Assistent Herbergers. Am 12. Mai 1964 übernimmt Schön offiziell den Bundestrainerposten, muss dann noch ein halbes Jahr auf seine Premiere warten und wie als Spieler geht es gegen Schweden. Nach dem 1:1 in Berlin ist die WM-Teilnahme in Gefahr. Aber Gefahrenmomente hat der Trainer Schön viele zu überstehen und fast immer klappt es. Als er heimkehrt von der Premiere, sagt er seiner Anneliese nur: "Dann müssen wir halt in Schweden gewinnen."
Der Schöpfer einer Spitzenmannschaft
Mit Hilfe des Rückkehrers Uwe Seeler und des Debütanten Franz Beckenbauer gewinnt Deutschland 1965 in Stockholm 2:1 und fährt zur WM nach England. Schön ist Risiko gegangen und wird belohnt. In England erreicht die Mannschaft das Finale und wird durch die Art der Niederlage unsterblicher als mancher Sieger. Vom Wembley-Tor und dem Anstand der Betrogenen ist bis heute die Rede. Der Kredit reicht zumindest, um die größte Krise zu überstehen: Tirana Dezember 1967 – ein 0:0 gegen Albanien kostet die EM-Teilnahme. Die Boulevard-Presse fordert seinen Rauswurf, der Österreicher Max Merkel wird ins Spiel gebracht. Der DFB spielt nicht mit und vertraut Schön, dem wiederum seine Spieler vertrauen. Das Geheimnis der Erfolge, die nun kommen werden, hat am wenigsten mit Glück zu tun, was ihm gelegentlich attestiert wird. Gewiss ist es ein Glück, derart viele Spielerpersönlichkeiten zur gleichen Zeit zur Verfügung haben zu können: Uwe Seeler, Franz Beckenbauer, Günter Netzer, Wolfgang Overath oder Gerd Müller waren Jahrhundert-Fußballer. Aus ihnen eine Spitzenmannschaft zu formen, die funktioniert, wenn es darauf ankommt, ist Schöns Verdienst.
Der deutsche Fußball erlebt nun große Tage, es sind die Goldenen Siebziger. In Mexiko 1970 gibt es zwar nur Bronze, aber in großen Kämpfen gegen England und Italien erntet Deutschland Lob aus aller Welt. Schön erhält das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Uwe Seeler tritt ab, Franz Beckenbauer aus seinem Schatten. 1972 führt er mit Netzer im Schlepptau die Auswahl zum historischen ersten Sieg in Wembley und dann in Brüssel zum EM-Titel. Die Welt sieht die vielleicht beste deutsche Elf aller Zeiten und Schön ist ihr Schöpfer. Er weiß umzugehen mit den Jung-Unternehmern am Anfang einer neuen Epoche des Profifußballs. Die lange Leine, mit der er sie führt, ist in den rebellischen Siebzigern, wo die Jugend gegen jegliche Autorität aufbegehrt, nicht die schlechteste Methode.
Er wird in 14 Jahren nie einen Spieler suspendieren "Der Helmut Schön wollte keinen Ärger", sagte es Gerd Müller schlicht. Er war ein Harmoniemensch, der "in jedem Menschen das Gute gesucht und gesehen hat", rief ihm Kicker-Herausgeber Karl-Heinz Heimann zum Abschied 1996 nach. Dennoch hat er nicht für alles Verständnis. Aus Malente will er vor der WM 1974 abreisen, weil er das Geschacher um die Prämien nicht mehr erträgt. Mit Paul Breitner überwirft er sich. "Fußball und Geld sind bei mir nie die ideale Ehe eingegangen. Fußball war etwas fürs Herz, Geld fürs Portemonnaie," hat er später gesagt. Aber er nimmt dann doch nicht den schon herausgesuchten Zug nach Frankfurt, DFB-Präsident Hermann Neuberger kann ihn am Telefon beruhigen. Ebenso wie die Spieler.
Weltmeister im eigenen Land
Am 7. Juli 1974 werden sie Weltmeister, 2:1 gegen die Niederlande. Schön ist nun auf dem Gipfel, es kann eigentlich nur noch bergab gehen. Ein Volksheld ist er nie geworden. Sympathien aber hat Schön mit zunehmendem Alter gewonnen, die ihren Ausdruck sogar in einem Lied fanden. Udo Jürgens hat ihn zum Abschied besungen – den "Mann mit der Mütze". Die karierte Schirmmütze ist sein Markenzeichen geworden. Auf selbige prasselte es zum Ende hin aber immer mehr Kritik. Er hat sie ertragen. Trainer stehen ja immer in der Kritik, und ein verschossener Elfmeter im EM-Finale (Uli Hoeneß 1976 in Belgrad) ist zwar nicht seine Schuld, aber doch sein Verantwortungsbereich. "Es gibt heute noch Sportjournalisten, die mir vorwerfen, dass ich damals den Arm um Ulis Schulter gelegt habe", ärgert sich Schön 1978.
Es ist der Preis des Erfolgs, die Ansprüche sind gewachsen nach zwei Titeln in Folge. 1976 ist der erste Titel weg. Bald darauf verlässt Beckenbauer die Bundesliga gen New York. Das ist sein Aus in der Nationalmannschaft. Ein Jahr vor der WM in Argentinien verliert Schön seinen verlängerten Arm, den Weltklasselibero und Kapitän. Wie die prompt in Abstiegsgefahr geratenen Bayern verkraftet auch die Nationalelf diesen Verlust nicht. So wie es auf die Schnelle keinen neuen Müller, Netzer und Overath mehr gibt in jenen Tagen. Argentinien 1978 wird seine letzte Dienstfahrt, der Rücktritt steht fest. Er hätte sich dafür ein paar andere Reisegefährten gewünscht ("Wie schrecklich jung die meisten doch sind") und glaubt selbst nicht an den Titel. Aber dass es nur einen Sieg in sechs Spielen gibt, das glaubt er auch nicht. Das Ende ist bekannt – Cordoba, das 2:3 gegen Österreich.
Ausgerechnet ein Tiefpunkt der deutschen Länderspielgeschichte markiert Schöns Endpunkt. Er hätte einen besseren Abgang verdient gehabt. Selbst das Abschiedsspiel, das ihm zu Ehren im November 1978 in Frankfurt (gegen Ungarn) ausgetragen wird, misslingt: Es wird nach 60 Minuten beim Stand von 0:0 wegen Nebels abgebrochen. Aber auch der Nebel kann den Beifall nicht verschleiern, der von den Rängen niederprasselt, als Schön am Mikrofon Abschied nimmt. "Ich gehe vom grünen Rasen, verlasse jetzt die sehr oft harte Trainerbank und gehe zurück auf die Tribüne. Dank für die Jahre in Freundschaft." Dann geht er heim nach Wiesbaden-Klarenthal, in seinen Bungalow mit Pool am Waldrand. Solang es ihm vergönnt ist, lebt er nun mit seiner Anneliese und seinem Sohn in Erinnerungen an große Tage. Auf dem Fernseher steht eine Miniatur des WM-Pokals. In den Chroniken bleiben Zahlen, auch sie glänzen: 139 Länderspiele, 87 Siege (davon 50 ohne Gegentor), 31 Unentschieden und nur 21 Niederlagen.
"Es hat sich gelohnt"
Lassen wir ihn selbst bilanzieren: "Wenn ich zurückblicke, muss ich sagen: Es hat sich gelohnt. Natürlich hat es auch Ärger gegeben, Sorgen und Probleme. Siege haben mir Freude bereitet – aber mehr lernen kann man aus Niederlagen." Helmut Schön geht nicht nur als erfolgreichster Bundestrainer in die DFB-Geschichte ein. Sondern auch als Persönlichkeit, die allen Nachfolgern zum Vorbild gereicht.
Kicker-Chefredakteur Heimann schrieb vor 20 Jahren in seinem Nachruf: "Helmut Schön war nicht nur ein ’Langer’, sondern vor allem ein Großer des deutschen Fußballs – ein Freund für alle ihm anvertrauten, aber kein Kumpel. Er ließ sich durch nichts und von niemandem verbiegen. Um den deutschen Fußball hat er sich verdient gemacht." Er selbst vergisst danach vieles immer mehr, die tückische Alzheimer-Krankheit hat ihn im Griff, als er am 23. 2. 1996 aus dem Leben scheidet. Die deutsche Fußballgemeinde aber wird ihn nie vergessen, den Mann mit der Mütze.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, DER DFB
Autor: um

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