Google Pixel Frauen-Bundesliga

Blitzstart in Hälfte zwei bringt Leipzig auf Kurs

03.10.2026
Fünf Treffer nach der Pause: Leipzig besiegt Schlusslicht Mainz Foto: IMAGO

Mit dem zweiten Heimsieg in Folge verabschiedete sich RB Leipzig in der Google Pixel Frauen-Bundesliga in die Länderspielpause. Das Team von Trainer Jonas Stephan behielt am 6. Spieltag gegen Aufsteiger 1. FSV Mainz 05 dank einer deutlichen Steigerung nach der Pause 5:0 (0:0) die Oberhand und setzte sich damit ein Stück von der Gefahrenzone der Liga ab.

In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit sorgten U 23-Nationalspielerin Delice Boboy (47.) sowie Alieke Tuin (52.) und Annabel Schasching (55.) dabei für klare Verhältnisse am Cottaweg. In der Schlussphase machten Annabel Schasching (83., Foulelfmeter) mit ihrem zweiten Tor an diesem Tag und Sára Pusztai (90.) endgültig alles klar. Die Gästinnen aus Rheinhessen gingen auch in ihrem sechsten Ligaspiel leer aus und bleiben mit null Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

Trainer Stephan: "Krasser Flow"

"In der Pause haben wir versucht, Ruhe auszustrahlen und Selbstvertrauen zu vermitteln", sagte RB-Trainer Jonas Stephan nach dem höchsten Sieg in der Leipziger Bundesliga-Historie. "Das frühe 1:0 nach der Pause war dann der Brustlöser, dann hatten wir zehn Minuten einen krassen Flow. Damit war das Spiel dann durch. In der zweiten Halbzeit hat man die Überzeugung gespürt, da haben wir immer wieder die Abschlüsse gesucht."

Doppeltorschützin Annabel Schasching erklärte: "In der ersten Halbzeit waren wir zu ungeduldig, wollten unbedingt die Tore machen. Nach der Pause hat es dann geklappt. Nach meinem Freistoßtor bin ich spontan zu unserem Co-Trainer Marius Nowoisky gelaufen. Er ist bei uns für das Standardtraining verantwortlich. Das waren pure Emotionen."

Der Mainzer Trainer Takashi Yamashita meinte: "Man hat bereits in der ersten Halbzeit gesehen, dass sich Leipzig mit Überzeugung unserem Tor angenähert hat. Wir hatten zwar auch die eine oder andere vielversprechende Situation, aber uns hat der letzte Wille gefehlt. Zu Beginn der zweiten Halbzeit kann man, wie ich finde, weder sagen, dass wir sehr schlecht gespielt haben, noch, dass Leipzig extrem gut gespielt hat. Aber sie haben ihre Chancen sofort genutzt und wir haben es ihnen zu einfach gemacht. Es ist keine einfache Situation, aber ich kann den Mädels keinen Vorwurf machen - sie haben alles getan, was möglich war."

Viele Ausfälle bei Mainz 05

Im Vergleich zum 2:0-Auswärtserfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Hessenligisten Sportfreunde Blau-Gelb Marburg nahm RB-Trainer Jonas Stephan fünf Veränderungen in seiner Anfangsformation vor. Zenia Mertens, Lou-Ann Joly, Jasmien Mathys, Therese Simonsson und Delice Boboy rückten in die Startelf. Dafür nahmen Andrea Norheim, Marie Kleemann Emanuela Pfister, Linde Anna Veeflkind und Charlotte Hulst zunächst auf der Bank Platz.

Offensivspielerin Marleen Schimmer, die in Marburg als Einwechselspielerin ihr Comeback nach überstandener Knieverletzung gegeben hatte, gehörte erstmals in dieser Saison auch in der Liga zum Aufgebot und gab in der Schlussphase ihr Saisondebüt in der Meisterschaft. Weiterhin passen mussten dagegen Kapitänin Sandra Starke sowie Diana Nemeth, Lara Marti und Nikée van Dijk.

Noch angespannter ist die Personalsituation beim Aufsteiger aus Mainz. Neben Torhüterin Mamiko Matsumoto sowie Saskia Matheis und Chiara Bouziane, die schon im Pokalspiel beim Zweitligisten FC Ingolstadt 04 (6:1) gefehlt hatten, mussten auch noch Emma Junold und Sabrina Jackson verletzungsbedingt passen. Außerdem war Paula Flach erkrankt. Gegenüber dem Pokalspiel liefen Akari Kurishima, Rio Takizawa, Maja Pageler und Leonie Stöhr diesmal von Beginn an auf. Zwischen den Pfosten stand erneut Marisa Schön.

Boboy im Aluminium-Pech

Die Anfangsphase der Partie verlief recht ausgeglichen und umkämpft. Auf beiden Seiten fehlte die Genauigkeit, um zu klaren Abschlusssituationen zu kommen. Das änderte sich nach etwa einer Viertelstunde, als die Leipzigerinnen deutlich aktiver wurden. Die ersten beiden guten Tormöglichkeiten gingen dabei jeweils auf das Konto von Mittelfeldspielerin Emilia Asgeirsdottir, die aber nach feiner Vorarbeit von Annabel Schasching sowie Delice Boboy jeweils aus aussichtsreicher Position verzog.

Zu einer weiteren Umstellung waren die Gastgeberinnen nach einer knappen halben Stunde gezwungen. Für Lou-Ann Joly ging es nach einem Zusammenprall nicht mehr weiter. Für sie wurde Charlotte Hulst eingewechselt. Nur wenig später hatte die 23 Jahre alte Niederländerin das Führungstor auf dem Fuß, scheiterte aber auch Marisa Schön.

Zwar konnten sich die Mainzerinnen immer wieder vom Druck befreien. Die deutlich besseren Chancen blieben aber auf Seiten von RB. So köpfte Delice Boboy den Ball nach einer Maßflanke von Sára Pusztai an den Pfosten. Nur wenig später wurde ein weiterer Boboy-Kopfball eine sichere Beute von Marisa Schön. Erst kurz vor der Pause musste dann auch RB-Torhüterin Elvira Herzog erstmals eingreifen. Einen Distanzschuss von Vital Kats wehrte die Schweizerin zur Ecke ab. So blieb es bis zur Pause beim 0:0.

Drei Tore in acht Minuten

Nach der Pause stellten die Leipzigerinnen innerhalb weniger Minuten die Weichen auf Sieg. Dabei brach Delice Boboy den Bann, als sie eine abgefälschte Flanke von Therese Simonsson zum 1:0 (47.) ins Netz köpfte. Fast im Gegenzug verhinderte Elvira Herzog den möglichen Ausgleich, als sie einen wuchtigen Abschluss von Leonie Stöhr auf das kurze Eck sehenswert parierte.

Danach war jedoch wieder RB am Zug - und baute mit zwei sehenswerten Treffern den Vorsprung aus. Erst senkte sich ein Schlenzer von Alieke Tuin aus fast 30 Metern zum 2:0 (52.) genau unter die Latte. Dann verwandelte Annabel Schasching einen Freistoß aus gut 20 Metern direkt. Der Ball flog über die Mauer ins linke obere Toreck zum 3:0 (55.).

Trotz des deutlichen Rückstands steckte der FSV nicht auf und versuchte, noch einmal ins Spiel zurückzufinden. Immer wieder kam Vital Kats zum Abschluss, konnte Elvira Herzog aber nicht überwinden. Auch eine Serie von Eckbällen brachte keinen zählbaren Erfolg. Stattdessen erhöhte Leipzig auf 4:0 (83.). Nach einem Foul der eingewechselten Mara Bukowski im Strafraum an Delice Boboy verwandelte Annabel Schasching den fälligen Elfmeter sicher. Den Schlusspunkt setzte schließlich die ungarische Nationalspielerin Sára Pusztai mit ihrem ersten Bundesligator zum 5:0-Endstand (90.).

Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga

Autor: mspw