Männer-Nationalmannschaft

Amiri: "Mit maximaler Intensität gegen Ecuador"

22.06.2026
Nadiem Amiri: "Ich schätze das Menschliche an Julian sehr" Foto: DFB/GES-Sportfoto

Nach dem 2:1 über die Elfenbeinküste im zweiten WM-Vorrundenspiel ist der Gruppensieg für die deutsche Männer-Nationalmannschaft gesichert und der Einzug ins Sechzehntelfinale fix. Mittelfeldspieler Nadiem Amiri spricht auf DFB.de über sein WM-Debüt, seine Vorlage zum zwischenzeitlichen 1:1 und seine besondere Beziehung zum Bundestrainer.

Nadiem Amiri über...

... die schwere Verletzung von Nico Schlotterbeck: Es tut uns weh, aber irgendwie ist sein Ausfall auch noch mehr Motivation für die Spieler, uns hier im Turnier ganz weit zu bringen. Für ihn ist das ein ganz schwieriger Moment. Wir müssen für ihn da sein, aber ihn auch in Ruhe lassen, damit er das selbst verarbeiten kann.

... sein "kleines Heimspiel" in Toronto: Großes Lob an die Fans! Ich hätte nie gedacht, dass so viele Leute nach Kanada kommen würden, um uns zu supporten. Für mich war es ein ganz besonderes Spiel. Von meiner Familie waren 20 von 25 Leuten das erste Mal im Stadion. Mein WM-Debüt, der Verlauf des Spiels mit meiner Vorlage - es war für mich einfach ein perfekter Tag.

... die Beziehung zu seinem früheren Jugendtrainer Julian Nagelsmann: Wenn man einen Jugendtrainer hat und diesen sehr lange kennt, entwickelt sich immer ein besonderes Verhältnis. Wir sind mit der U 19 (von der TSG Hoffenheim, d. Red.) deutscher Meister geworden, wir haben mit den Profis dann den Klassenerhalt geschafft und später dann die Champions League erreicht. Wir hatten so viele schöne Momente zusammen, das prägt uns. Wir waren weiter in Kontakt, als er nicht mehr mein Trainer war. Ich schätze das Menschliche an Julian sehr und bin ihm sehr dankbar.

... den Auftakt gegen Curacao ohne Einsatzminute: Für jeden Spieler ist es wichtig, gut ins Turnier zu kommen. Nach dem Curacao-Spiel war ich nicht enttäuscht. Ich wusste, dass der Moment kommen wird. Julian weiß, wenn er mich bringt, brauche ich nicht lange, um gut im Spiel zu sein. Die Partie gegen die Elfenbeinküste war das perfekte Beispiel, für mich war es ein Riesenmoment.

... seine lange Pause im DFB-Team: Man verfolgt die Nationalmannschaft immer. Es hat ab und zu wehgetan. Ich hatte in Leverkusen aber eine schwierige Zeit. Der Fokus lag darauf, wieder Stammspieler zu werden. Sie hat mich nicht gebrochen.

... den nächsten Gegner Ecuador und seinen früheren Mitspieler Piero Hincapie: Piero ist ein Topspieler, er ist nicht zu Unrecht beim FC Arsenal gelandet. Auch neben dem Platz ist er ein herzlicher, verrückter Junge mit brutalen Qualitäten. Ecuador hat eine sehr gute Mannschaft, die bisher noch nicht so gut ins Turnier gekommen ist. Wir müssen gewappnet sein.

... den Partysong "Der Zug hat keine Bremse": Ich finde den super. Ich bin sonst keiner, der sowas hört, aber gerade passt es. Wenn eine Nation in den Flow kommt, gibt es immer ein Lied. Ich hoffe, dass die Überschrift des Liedes weiter bleibt. In der Kabine haben wir den Song bisher nicht gehört. Aber im Stadion ist das cool, und alle Fans machen gut mit.

... das kommende Spiel ohne Auswirkungen auf den Gruppensieg: Wir müssen im Flow bleiben. Jeder Sieg tut uns gut. Aus Respekt vor anderen Nationen müssen wir das Spiel angehen, als ob es für uns um alles geht. Es ist dennoch ein sehr wichtiges Spiel. Es werden sehr viele Fans aus Deutschland da sein oder in Deutschland das Spiel schauen. Wir wollen gewinnen und mit maximaler Intensität reingehen. Ich denke nicht, dass Julian viel experimentieren wird. Wir gehen das Spiel an, als wäre es das Finale.

Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026

Autor: dfb