U 19-Junioren

4:3 gegen Dänemark: U 19-Junioren starten mit Sieg in EM

28.06.2026
Steuert zwei Tore zum deutschen Auftakterfolg bei: Angreifer Otto Stange Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Die deutsche U 19-Nationalmannschaft hat mit einer über weite Strecken überzeugenden Leistung im ersten Spiel der Europameisterschaft in Wales einen "Big Point" im Kampf um den Halbfinaleinzug gelandet. Das Team von DFB-Trainer Christian Wörns besiegte in seinem Auftaktspiel im Central Park in Denbighshire die Auswahl aus Dänemark knapp mit 4:3 (3:1).

Ein verwandelter Foulelfmeter von Francis Onyeka (5.) brachte die deutschen Junioren auf Kurs, ein Eigentor des Dänen Gustav Schjött (15.) und ein Distanzkracher von Otto Stange (32.) sicherten eine scheinbar komfortable Führung. Doch Dänemark kämpfte sich mit einem verwandelten Foulelfmeter von Olti Hyseni noch vor der Halbzeitpause zurück (39.). Die zweite Halbzeit begann sogar mit dem Anschlusstreffer der Dänen durch William Martin (50.), doch ein erneuter verwandelter Foulelfmeter von Stange sorgte kurz für Beruhigung (60.). Alfred Göthler brachte den nördlichen Nachbarn erneut heran (72.), aber das deutsche Team brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.

Im zweiten Gruppenspiel bekommt es der DFB-Nachwuchs am Mittwoch (ab 21 Uhr MESZ, live bei DFB.TVRTL+ und YouTube) mit Gastgeber Wales zu tun, der sein Auftaktspiel gegen Spanien deutlich mit 0:7 verlor. Zum Abschluss geht es dann am Samstag (ab 21 Uhr MESZ, live bei DFB.TVRTL+ und YouTube) gegen den neunmaligen Europameister dieser Altersklasse von der Iberischen Halbinsel.

Kapitän Onyeka im Blickpunkt

Nach einem hektischen und nickligen Beginn ließ der erste deutsche Treffer nicht lange auf sich warten. Nach einem Schubser des Dänen Victor Gustafsen im Sechzehner an Moritz Reimers zeigte der englische Schiedsrichter Samm Barrott früh auf den Elfmeterpunkt. Kapitän Onyeka bewahrte die Nerven und verwandelte gegen den lange stehengebliebenen Keeper Tobias Breum-Harild flach mittig zur Führung (5.).

Daraufhin entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie mit Torszenen auf beiden Seiten - zumeist nach Standardsituationen und mit ähnlichen Protagonisten wie beim Führungstreffer. Nach einem Eckstoß von Onyeka verlor Breum-Harild im Getümmel im Fünf-Meter-Raum den Überblick und lenkte den Ball mit einer Hand an den Körper von Mitspieler Schjött, von dort prallte der Ball ins eigene Tor (15.).

Die Zwei-Tore-Führung gab dem deutschen Team weiteres Selbstvertrauen. Das Aufbauspiel der Dänen wurde früh mit aggressivem Pressing unterbunden, vorne zugleich weitere Akzente gesetzt. Nach einem Zusammenspiel von Montrell Culbreath und Stange war der dritte deutsche Treffer zum Greifen nah, nur der Innenpfosten bewahrte die Dänen vor einem dritten Gegentreffer (23.). Auf der anderen Seite verpasste Hyseni mit der bis dahin besten Offensivaktion und einem flachen Schuss neben das Tor den Anschlusstreffer knapp (26.).

Stange: Erst Innenpfosten, dann Tor

Nachdem er neun Minuten zuvor noch am Innenpfosten gescheitert war, hatte Stange in der 32. Minute nun das nötige Quäntchen Glück. Ein satter Schuss des Hamburgers aus etwa 22 Metern schlug flach links unten im Netz der Dänen ein, nachdem der abgetauchte Torwart Breum-Harild den Ball zwar noch berühren, aber nicht mehr abwehren konnte.

Vor der Pause gab's für das DFB-Team aber auch noch Gegenwind: Nach einer starken Einzelaktion von Hyseni holte der deutsche Schlussmann Florian Hellstern den Dänen kurz vor einem möglichen Torerfolg von den Beinen. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Gefoulte selbst sicher zum 1:3 (39.). Den Gegentreffer steckte das deutsche Team aber gut weg. Kurz vor der Pause hatte Culbreath den vierten deutschen Treffer auf dem Fuß, als der Leverkusener allein auf das dänische Tor zulief, dann aber den gegnerischen Keeper anschoss (44.).

Schock und Beruhigung nach der Pause

Im zweiten Durchgang behielten die deutschen Junioren ein leichtes spielerisches Übergewicht, leisteten sich aber zu viele leichte Ballverluste. Das Tor fiel dann aus dem Nichts auf der anderen Seite: Einen strammen Schuss aus 20 Metern von Martin ließ Hellstern unter seinem Körper durchrutschen - 2:3 (50.).

Die Dänen witterten nun ihre Chance und spielten gefällig nach vorne, während die deutsche Mannschaft offensichtlich einige Minuten brauchte, um den zweiten Gegentreffer zu verarbeiten. Dann arbeitete sich aber Deutschland zurück ins Spiel - allen voran über Culbreath, der Verantwortung übernahm und in der 60. Minute im Sechzehnmeterraum von Frej Elkjaer am Schienbein getroffen wurde. Zum dritten Mal hieß es: Elfmeter! Diesmal schoß Stange und verwandelte rechts halbhoch - wieder war Breum-Harild dran (61.).

Spannende Schlussphase

Als die deutsche Mannschaft das Spiel weitestgehend unter Kontrolle hatte, trafen die Dänen erneut aus heiterem Himmel und machten die Partie wieder spannend: Alfred Göthler schien im Gegenzug bereits weit nach außen gedrängt worden zu sein, doch dann nagelte er doch den Ball aus spitzem Winkel an Hellstern vorbei unter die Torlatte (72.).

Deutschland ließ sich aber nicht beirren und arbeitete nun am fünften Treffer: Erst wurde Stange nach einem Gegenzug mit mehreren schnellen Haken erst im letzten Moment vor seinem dritten Tor entschieden gestört (76.), beim fälligen Eckball verfehlte Reimers das Gehäuse per Fallrückzieher knapp (77.).

Kategorien: U 19-Junioren

Autor: sid/bt