Google Pixel Frauen-Bundesliga

2:1 gegen HSV: Billa lässt VfB spät jubeln

29.08.2026
Jubel zum 2:1-Siegtor: Nicole Billa (2.v.r.) erlöst den VfB in der 84. Minute Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Liganeuling VfB Stuttgart legte in der Google Pixel Frauen-Bundesliga einen optimalen Start hin. Mit dem 2:1 (1:1) im ersten Bundesligaheimspiel der Vereinsgeschichte gegen den Hamburger SV fuhr das Team von Trainer Nico Schneck am 2. Spieltag auch den zweiten Saisonsieg ein. Wie schon zum Auftakt mit dem Derby bei der TSG Hoffenheim (ebenfalls 2:1) drehten die Schwäbinnen erneut einen Rückstand.

Vor 3370 Zuschauer*innen im GAZi-Stadion auf der Waldau, der neuen Spielstätte der VfB-Frauen, gingen zunächst die Gäste aus dem Norden durch Paulina Bartz (3.) in Führung. Kurz darauf, hatte der VfB Glück, dass Camilla Linberg mit einem Foulelfmeter nur die Latte traf (7.). So konnte Reena Wichmann (12.) das Ergebnis nur wenig später egalisieren. In der Schlussphase machte die ehemalige Bundesliga-Torschützenkönigin Nicole Billa (84.) im Anschluss an einen Eckball den Dreier für den VfB perfekt.

Cardoso: "Zu viele Standards"

"Wir haben erneut Geschichte geschrieben", sagte Matchwinnerin Nicole Billa nach dem Abpfiff im Interview. "Drei Punkte vor eigenem Publikum zu holen, ist perfekt. Trotz der beiden Siege werden wir jetzt ganz bestimmt nicht abheben. Dafür haben wir genügend erfahrene Spielerinnen, wie wissen, dass noch viel Arbeit auf uns wartet."

Torschützin Reena Wichmann erklärte: "Nach der schwierigen Anfangsphase mussten wir erst einmal den Schalter umlegen. Das ist uns dann aber gut gelungen. Wir hatten immer den Glauben, dass wir die Partie noch komplett drehen können."

HSV-Trainer Rodolfo Cardoso meinte: "Nach dem vergebenen Elfmeter haben wir ein wenig das Vertrauen verloren. Insgesamt haben wir zu viele Standardsituationen des Gegners zugelassen. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen."

Hamburgs Kapitänin Pauline Machtens meinte: "Die Niederlage ist sehr bitter. Die Kontrolle über das Spiel, die wir phasenweise hatten, ist verloren gegangen. Der VfB hat in der Schlussphase seine große Erfahrung ausgespielt."

Beide Teams unverändert

Im Vergleich zum 2:1-Auftaktsieg bei der TSG Hoffenheim ließ VfB-Trainer Nico Schneck seine Anfangsformation unverändert. Er konnte dabei personell nahezu aus dem Vollen schöpfen, denn die zuvor verletzungsbedingt ausgefallenen Tamar Dongus, Muriel Dürr und Verena Wieder sind wieder voll im Trainingsbetrieb. In den Spieltagkader schaffte es aber nur Muriel Dürr, die im Laufe der zweiten Halbzeit auch eingewechselt wurde.

HSV-Trainer Rodolfo Cardoso vertraute ebenfalls derselben Startelf wie beim 1:1 im ersten Heimspiel gegen den SC Freiburg. Ein besonderes Wiedersehen gab es für den neuen Hamburger Torhüterinnentrainer Philipp Meister. Der 26-Jährige war erst im Sommer aus Stuttgart zu den Hanseaten gewechselt und traf nun schon im zweiten Saisonspiel auf seinen vorherigen Verein.

Foulelfmeter an die Latte

Gleich der erste Torschuss bescherte den Gästen die frühe Führung. Nach einer Ablage von Camilla Linberg zog Paulina Bartz von der Strafraumgrenze ab und traf sehenswert ins rechte obere Toreck zum 0:1 (3.). VfB-Torhüterin Laura Giuliani war chancenlos.

Nur fünf Minuten später hatten die Gäste die große Chance, den Vorsprung auszubauen. VfB-Mittelfeldspielerin Adriana Achcinska brachte im eigenen Strafraum ihre polnische Landsfrau Nikola Karczewska zu Fall. Den folgenden Foulelfmeter schoss Camilla Linberg jedoch an die Oberkante der Latte (7.).

Stattdessen kamen die Schwäbinnen nur wenig später zum Ausgleich. Nach einer Hereingabe von Adriana Achcinska von der rechten Seite musste die mitgelaufene Reena Wichmann nur noch den Fuß hinhalten und traf zum 1:1 (12.), das zu diesem Zeitpunkt für den VfB glücklich war.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit bekamen die Stuttgarterinnen die Partie jedoch besser in den Griff und hatten kurz vor der Pause auch die beste Möglichkeit, um selbst erstmals in Führung zu gehen. Nach einem Zuspiel von Nicole Billa scheiterte jedoch VfB-Kapitänin Maximiliane Rall an der glänzend reagierenden HSV-Torfrau Kinga Szemik.

Morich verpasst Ausgleich

Zu Beginn des zweiten Durchgangs ersetzte U 17-Nationalspielerin Lena Martens beim HSV die bereits verwarnte Außenverteidigerin Magou Doucouré. Am Drücker blieb zunächst der VfB, konnte sich jedoch keine klaren Torchancen herausarbeiten. Die Hamburgerinnen hielten gut dagegen und setzten auch immer wieder Nadelstiche in der Offensive. Unter anderem sorgte die eingewechselte Carla Morich mehrfach für Gefahr.

Erst zu Beginn der Schlussphase musste Kinga Szemik wieder eingreifen. Einen 20-Meter-Schuss von Greta Stegemann lenkte die Hamburger Torhüter über die Latte. Wenig später war die 29 Jahre alte Polin auch bei einem Abschluss von Adriana Achcinska aus der Distanz auf dem Posten.

Wenig später war Kinga Szemik jedoch machtlos. Nach einem Eckball von Chantal Hagel und der folgenden Kopfballvorlage von Maximiliane Rall stand Nicole Billa im Fünfmeterraum völlig frei und drückte die Kugel aus kurzer Entfernung ebenfalls per Kopf zum umjubelten 2:1 (84.) ins Netz. Als Stuttgarts Torhüterin Laura Giuliani dann wenig später einen gefährlichen Flachschuss von Carla Morich abwehren konnte, war der zweite VfB-Sieg im zweiten Spiel endgültig unter Dach und Fach.

Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga

Autor: mspw