U 19-Junioren

2:1 gegen die Ukraine: U 19 zieht ins EM-Finale gegen Spanien ein

08.07.2026
Spiel gedreht: U 19 besiegt die Ukraine und steht im EM-Finale Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Die deutschen U 19-Junioren stehen im Endspiel der Europameisterschaft 2026 in Wales und dürfen weiterhin auf den dritten EM-Titel nach 2008 und 2014 hoffen. Die Mannschaft von Cheftrainer Christian Wörns gewann in Wrexham gegen die Ukraine mit 2:1 (1:1)Otto Stange (45.+1) und Francis Onyeka (90.+1) drehten die Partie nach der ukrainischen Führung durch Vitaliy Hlyut (43.). Im EM-Finale geht am Samstag (ab 20 Uhr, live auf DFB.TV) gegen Spanien, das sich im frühen Halbfinalspiel mit 3:0 gegen Kroatien durchgesetzt hatte.

"Ein Halbfinale kostet meistens Nerven, das ist normal", sagte Wörns. "Darauf kann man sich einstellen. Ich finde, es war ein hochverdienter Sieg. Wir haben über weite Strecken das Spiel dominiert, aber bekommen wieder ein Eiertor aus dem Nichts, sonst haben wir eigentlich nichts aufs Tor gekriegt. Wir hatten nicht die Durchschlagskraft im letzten Drittel, bis auf zehn Minuten in der zweiten Halbzeit zwischen der 50. und 60. Minute, wo wir drei Tore schießen müssen - und da musst du treffen. Wichtig war, dass wir vor der Halbzeit noch den 1:1-Ausgleichstreffer gemacht haben zum richtigen Zeitpunkt."

"Wir wollten die Revanche, die haben wir jetzt"

Der ehemalige Nationalverteidiger lobte vor allem die Defensive: "Es war eine Weltklasseleistung unserer Verteidigung. Auch wenn man so hoch stehen muss. Das Gefühl ist nicht immer toll, weil Raum hinter dir ist, aber das ist die Art und Weise, wie wir spielen wollen. Gerade die Verbindung zwischen Mirza Catovic und Boris Mamuzah Lum hat wirklich toll funktioniert."

Und dann richtete der DFB-Trainer den Blick schon aufs EM-Endspiel: "Wir freuen uns jetzt erst mal und werden im Hinblick aufs Finale gegen Spanien personell anders aufgestellt sein als beim 0:4 in der Vorrunde. Wir wollten die Revanche, die haben wir jetzt. Wir probieren rauszupressen, was rauszupressen ist. Spanien ist eine sehr gute Mannschaft, wir haben den größten Respekt. Wir werden uns was einfallen lassen und hoffen, dass es aufgeht."

Stange antwortet schnell auf Rückstand

Das Halbfinale im Racecourse Ground begann ausgeglichen und und mit ruhigem Spielaufbau auf beiden Seiten. Erstmals näherte sich die DFB-Auswahl in der vierten Minute dem ukrainischen Tor an, als Rafael Pinto Pedrosas Freistoß aus dem Halbfeld in den Strafraum segelte, doch Keeper Nazar Domchak faustete den Ball aus der Gefahrenzone. Zwei Minuten später suchte Mirza Catovic mit der Flanke vor das Tor Otto Stange, der das Leder nur knapp verpasste. 

Insgesamt kontrollierte die deutsche Auswahl das Spiel und hielt die Ukrainer weitestgehend in ihrer Hälfte. Andererseits standen die Gelb-Blauen auch so kompakt und tief, dass die Deutschen kaum in gute Abschlusssituationen kamen. Francis Onyeka kam nach 26 Minuten zum Kopfball, den er aber nicht auf den Kasten drücken konnte. Wenige Sekunden darauf kam Ben Nink nach einer Ecke zum Kopfball - erst kurz vor der Linie klärte ein Verteidiger zum nächsten Eckball. Diesen bekamen die Ukrainer zunächst nicht geklärt, wodurch die DFB-Auswahl den Druck aufrechterhielt. Schließlich kam Catovic aus der Distanz zum Abschluss - der segelte aber über das Gehäuse (28.). 

Ungewollt kam Montrell Culbreath zur nächsten Chance, weil seine Flanke missglückte und zum Torschuss wurde, dafür aber auch den Torhüter überraschte und ihn zur Parade zwang (34.). Doch dann zeigte sich die Ukraine effizient: Mit der ersten Offensivaktion erzielten sie das 0:1. Nikita Kaliuzhnyi wurde auf der linken Seite freigespielt und flankte in den deutschen Sechzehner, wo der eingelaufene Vitaliy Hlyut aus wenigen Metern ins Tor köpfte (43.). Doch die Antwort folgte noch vor der Pause. Mamuzah Lum bediente Stange, der an der Strafraumkante einen Gegenspieler aussteigen ließ und trocken ins untere Eck zum Ausgleich netzte (45.+1).

Onyeka mit Last-Minute-Siegtor

Mit der ersten Aktion nach der Pause verfehlte Mick Schmetgens nach einer Ecke nur knapp das ukrainische Tor (47.), auf der anderen Seite näherte sich Dmytro Bohdanovs Kopfball dem deutschen Kasten (52.). Erneut gefährlich wurde es dann wieder nach einer deutschen Kombination. Montrell Culbreath legte Moritz Reimers Halbfeldflanke per Kopf auf Francis Onyeka zurück, der den Schuss aber nicht mehr platziert bekam (53.). Culbreath war auch an der nächsten Chance beteiligt, weil er Stange im Strafraum in Szene setzte. Der Stürmer schlug einen Haken, scheiterte aber an Keeper Domchak (57.). 

Die Ukrainer lösten sich in der zweiten Halbzeit öfter vom deutschen Druck und wurden selbst offensiv. Gefährliche Abschlüsse gab es jedoch von beiden Mannschaften in dieser Phase nicht. Gefährlich wurde es nach einem Freistoß, als Catovic den Ball mit dem Kopf erwischte und nur knapp über das Tor setzte (77.). Stange hatte nach einem Steilpass von Catovic die Möglichkeit auf seinen Doppelpack, bevor sein Gegenspieler ihm den Ball im Strafraum vom Fuß grätschte (88.). Doch die nächste Gelegenheit saß: Luca Erlein flankte auf Otto Stange, der in die Mitte ablegte. Kapitän Onyeka stand dort genau richtig und wuchtete die Kugel zum 2:1 ins ukrainische Tor (90.+1) - es war das späte Siegtor.

"Unglaublich stolz"

"Wir sind unglaublich stolz auf diese Mannschaft", sagte Kai Krüger, Leiter der Junioren-Nationalmannschaften. "Mit dem Einzug ins Finale hat sie sich für ihre Entwicklung, ihren Teamgeist und ihre Leistungen in den vergangenen Wochen belohnt. Es ist der erste Finaleinzug einer deutschen U 19 seit dem EM-Titel 2014 - das unterstreicht, wie besonders dieser Erfolg ist. Nachdem wir bereits im vergangenen Jahr mit der U 19 das Halbfinale erreicht hatten, zeigt sich, dass wir uns auch in dieser Altersklasse im europäischen Vergleich auf einem sehr guten Niveau bewegen."

Krüger weiter: "Ein großes Kompliment gilt aber auch der Ukraine. Sie hat uns mit ihrer hohen spielerischen Qualität, ihrer Intensität und ihrer Mentalität alles abverlangt und war ein Gegner auf absolutem Topniveau. Jetzt freuen wir uns auf das Finale am Samstag gegen EM-Rekordsieger Spanien. Für unsere Mannschaft ist das eine großartige Chance, sich zu messen. Wir wollen eine Revanche."

Kategorien: U 19-Junioren

Autor: sid/fz