WM 2026

WM 2022: Wieder Schluss nach der Vorrunde

11.06.2026
WM-Aus trotz Sieg gegen Costa Rica: Das DFB-Team scheidet in Katar erneut nach der Vorrunde aus Foto: dpa/picture alliance

Am heutigen Donnerstag, 11. Juni, beginnt die FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Deutschland nimmt zum bereits 21. Mal an einer WM-Endrunde teil. In einer Serie blickt DFB.de auf die deutsche WM-Geschichte zurück, von Turnier zu Turnier. Heute zum Abschluss: die 20. Teilnahme bei der WM 2022 in Katar.

In seine 20. WM startete Deutschland mit dem neunten Trainer. Weltmeistermacher Joachim Löw hatte noch die Qualifikation begonnen, war dann aber nach der EM 2021 vorzeitig aus seinem Vertragsverhältnis ausgeschieden. Sein Nachfolger war zwar nicht, wie es gute DFB-Tradition war, sein aktueller, aber immerhin sein ehemaliger Assistent. Hans-Dieter "Hansi" Flick, 2014 ein unverzichtbarer Mitarbeiter im Betreuerstab des Weltmeisters, hatte mit dem FC Bayern München binnen eines Jahres alle sechs möglichen Titel gewonnen und war die erste Wahl von Sportdirektor Oliver Bierhoff. Flick startete prompt mit acht Siegen und löste das WM-Ticket. Sein Motto: "All in für den Titel".

Und das in anspruchsvollen Zeiten. Eine schwere Pandemie war 2020 für mehr als zwei Jahre über die Welt gekommen und hatte ihre Spuren hinterlassen. Auch im Weltfußball, wo plötzlich Turniere verlegt und Wettbewerbe umgestaltet wurden. Der ganze Spielkalender geriet durcheinander. Gut eineinhalb Jahre ohne Zuschauer waren Ende 2022 vorüber, geblieben war die Regelung, nun fünf Spieler einwechseln und für große Turniere 26 statt 23 Spieler nominieren zu dürfen. Für ein anderes Novum konnte Corona nichts: Die WM fand während der Meisterschaftssaison mitten im Herbst statt, weil es im Sommer viel zu heiß im Wüstenemirat war. Kein Turnier für Public Viewing.

Trotz Führung: Auftaktpleite gegen Japan

Auch die Menschenrechtslage in Katar überschattete die allgemeine Vorfreude, besonders die Situation der ausländischen Leiharbeiter auf den Stadionbaustellen wurde zum Reizthema. Vor dem ersten Spiel gegen Japan entstand daraufhin ein Foto, das diese WM prägte. Unsere Spieler hielten sich die Hand vor den Mund. "Uns die Binde zu verbieten, ist wie uns den Mund zu verbieten. Unsere Haltung steht", twitterte der DFB dazu.

Diese starke Geste wäre weltweit und in der Heimat weit besser gewichtet worden, hätte man nicht anschließend trotz drückender Überlegenheit gegen Japan nach Führung noch 1:2 verloren. Im zweiten Gruppenspiel gegen Topfavorit Spanien musste das vorzeitige Aus vermieden werden. Weil Costa Rica aber kurz zuvor die Japaner geschlagen hatte, durfte man sich sogar eine Niederlage leisten, die es selbstredend doch zu vermeiden galt. Die DFB-Auswahl bot ein gutes Spiel, geriet zwar nach der Pause in Rückstand, hatte in Niclas Füllkrug, der erst sein drittes Länderspiel machte, aber einen Joker, der stach. Nach dem 1:1 war wieder alles drin. Mit einem Sieg gegen Costa Rica, das gegen Spanien 0:7 untergegangen war, und spanischer Schützenhilfe gegen Japan wäre das Achtelfinale zu erreichen gewesen.

Doch es sollte nicht sein bei der Wüsten-WM. Zwar kam das DFB-Team  nach einem starken Endspurt mit drei Joker-Toren zu einem 4:2 gegen Costa Rica, doch im Parallelspiel unterlag Spanien fast schon sensationell den Japanern mit 1:2. Wegen der schlechteren Tordifferenz blieb Deutschland nur der dritte Platz, der das zweite Vorrundenaus in Folge bedeutete.

Wer schoss die deutschen Tore?

Füllkrug, Havertz (je 2), Gnabry, Gündogan.

Wieviel eingesetzte Spieler?

20.

Fakten

In den Gruppenspielen schoss keine Mannschaft bei dieser WM häufiger aufs Tor als die Deutsche (69-mal). Nach Berechnungen des Frankfurter Sportwissenschaftlers Pascal Bauer betrug die Wahrscheinlichkeit des deutschen Ausscheidens bei einer Chancenverteilung wie in dieser Gruppe 2,7 Prozent.

Zum einzigen Mal glückten drei Joker-Tore in einem deutschen WM-Spiel. Beim 4:2 gegen Costa Rica traf Kai Havertz doppelt, ein Tor erzielte Niclas Füllkrug.

Kurioses

In der letzten Minute des letzten Spiels gegen Costa Rica wurde Matthias Ginter eingewechselt. Damit blieb es ihm erspart, als erster DFB-Spieler bei drei WM-Endrunden nur Zuschauer gewesen zu sein.

Das Spiel gegen Costa Rica wurde zum ersten Mal in der WM-Geschichte von einer Frau geleitet: Stephanie Frappart (Frankreich).

Zitat

"Falls das mein letztes Spiel gewesen sein sollte: Es war ein enormer Genuss, liebe Leute. Wir haben tolle Momente erlebt, ich habe in jedem Spiel versucht, mein Herz auf dem Platz zu lassen. Ich habe es mit Liebe gemacht." (Thomas Müller nach dem Spiel gegen Costa Rica)

Wer wurde Weltmeister?

Argentinien im Finale gegen Frankreich mit 7:5 im Elfmeterschießen.

Kategorien: WM 2026, Männer-Nationalmannschaft, Weltmeisterschaft

Autor: um