WM 2026
WM 1994 in den USA: Weltmeister scheitert im Viertelfinale

Am 11. Juni beginnt die FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Deutschland nimmt zum bereits 21. Mal an einer WM-Endrunde teil. In einer Serie blickt DFB.de auf die deutsche WM-Geschichte zurück, von Turnier zu Turnier. Heute: die 13. Teilnahme bei der WM 1994 in den USA.
Franz Beckenbauer hatte Berti Vogts den Stab übergeben und nach dem WM-Triumph von Rom prophezeit, man sei nun "auf Jahre hinaus nicht zu besiegen". Im EM-Finale 1992 wurde er bereits früh widerlegt, in den USA erst recht. Vogts reaktivierte zwar die Weltmeister Thomas Berthold, Andreas Brehme und Rudi Völler, doch die Mannschaft war über ihren Zenit und sah in der Gluthitze Amerikas alt aus.
In der Vorrunde blieb sie zwar wie 1990 ungeschlagen, zwei knappe Siege (1:0 gegen Bolivien, 3:2 gegen Südkorea) und ein Remis (1:1 gegen Spanien) brachten auch den Gruppensieg - aber ein überzeugendes Spiel war nicht dabei. Dafür ein veritabler Skandal. Stefan Effenberg zeigte den pfeifenden Fans gegen Südkorea den Mittelfinger, der DFB warf ihn aus dem Kader. Gegen Belgien (3:2) ging es ohne ihn noch gut, Altmeister Völler rechtfertigte seine Aufstellung mit zwei Toren. Doch im Viertelfinale war Schluss: Bulgarien wurde zum Stolperstein, ausgerechnet HSV-Profi Yordan Letchkov köpfte den Titelverteidiger raus (1:2). Vogts trat trotz medialen Drucks nicht zurück und führte Deutschland 1996 zum EM-Titel.
Wer schoss die deutschen Tore?
Klinsmann (4), Völler (2), Matthäus, Riedle (je 1).
Wieviel eingesetzte Spieler?
18.
Fakten
Die Vorrundenpartie in Dallas gegen Südkorea geht als heißestes Länderspiel in die DFB-Geschichte ein. Auf dem Platz wurden 50 Grad Celsius gemessen.
Stefan Effenberg wurde als dritter DFB-Spieler vorzeitig von einer WM zurückgeschickt.
Auch Reservist Mario Basler reiste vor dem Viertelfinale ab - weil es bei der Geburt seines ersten Kindes Komplikationen gab. Er wollte freilich wiederkommen, doch dazu gab es keinen Anlass mehr.
Kurioses
DFB-Präsident Egidius Braun besuchte in der Halbzeit des Belgien-Spiels beim Stand von 3:1 die Kabine - und blieb bis Abpfiff drin. Die Anspannung war zu groß für ihn. "Ich bin bestimmt 4000 Meter durch den Duschraum gelaufen", sagte er hinterher. Dann erlöste ihn die Ankunft der lächelnden Sieger.
Zitate
"Im Nachhinein tut es mir leid, bereuen würde ich nicht sagen. Ich bin provoziert worden. Das muss man schon verstehen." (Stefan Effenberg nach seiner Suspendierung)
"Unsere Talente sind alles Wohlstandsjünglinge. Die wollen auf nichts verzichten." (Berti Vogts im Spiegel-Interview wenige Tage nach dem Aus)
Wer wurde Weltmeister?
Brasilien im torlosen Finale gegen Italien mit 3:2 im Elfmeterschießen.
Kategorien: WM 2026, Männer-Nationalmannschaft, Weltmeisterschaft
Autor: um

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