Männer-Nationalmannschaft
Undav: "Jeder ist heiß auf das erste Spiel"

Die FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ist gestartet. Für die deutsche Nationalmannschaft steht am Sonntag (ab 19 Uhr, live in der ARD und bei MagentaTV) das erste Gruppenspiel gegen Curacao auf dem Programm. Vorab spricht Deniz Undav über die Stimmung im Team, seine Rolle im Angriff und den ersten Gruppengegner.
Deniz Undav über ...
... die Stimmung vor dem ersten Spiel: Jetzt fängt es übermorgen an, die Spannung steigt und jeder ist wirklich heiß auf das erste Spiel. Der Fokus ist auf jeden Fall da, jeder gibt Gas im Training. Auch außerhalb reden wir viel, jeder ist glücklich, dass es jetzt anfängt – und jeder ist Gott sei Dank bei 100 Prozent.
... die Hitze in den USA: Ich gehe nicht so viel raus, ich bin oft in Räumen (lacht) – und wenn, dann nehme ich eine Kapuze, damit ich keinen Sonnenstich bekomme.
... einen erfolgreichen Turnierstart: Es wäre sehr wichtig, erfolgreich ins Turnier zu starten. Wir wollen natürlich gewinnen. Ich glaube, wenn du das erste Spiel gewinnst, setzt du erstmal ein Zeichen fürs Team und das ist sehr wichtig für uns alle, auch für die Fans in Deutschland, aber auch die Fans hier vor Ort.
... das Lob von Thomas Müller und Jürgen Klopp: Es hat mich gefreut, es zeigt, dass ich etwas richtig mache. Wir haben viele Möglichkeiten und im Endeffekt ist es egal, wer von Anfang an spielt – man kann sich auf diejenigen verlassen, die spielen werden.
... sein früheres Ich: Da ist noch sehr viel Deniz Undav von früher. Ich bin älter geworden, habe ein paar graue Haare bekommen. Ich habe den gleichen "Schaden" wie vor 15 Jahren. Ich mag es zu lachen. Aber wenns dann auf den Platz geht, liebe ich es zu gewinnen und alles zu geben. Ich weiß auch immer noch, wo das Tor steht, nach wie vor (lacht). Wenn ich darüber nachdenke, wo ich vor 14 Jahren oder selbst vor vier Jahren war, hätte ich es mir niemals erträumen können, hier dabei zu sein. Um ehrlich zu sein, habe ich aber auch nicht so richtig die Zeit, es zu genießen. Es geht Schlag auf Schlag und in zwei Tagen ist schon das erste WM-Spiel. Ich freue mich, dabei zu sein – und sollte ich spielen, gebe ich Gas und versuche, die Leute zu überzeugen.
... das Üben von Standards: Wir trainieren das schon oft. Dadurch, dass du mit David und Jo (Anm. d. Red.: David Raum und Joshua Kimmich) zwei Standardschützen hast, musst du eigentlich nur reinlaufen und die Zonen besetzen – dann wird es immer gefährlich. Das bin nicht nur ich, wir trainieren das immer mit elf Spielern. Es sind immer die gleichen Abläufe, man muss in die Zone laufen, und dann weißt du, dass der Ball zu 90 Prozent dahinkommt, weil die beiden einfach auch krasse Füße haben.
... die WM 2014: Ich war zuhause bei meinen Eltern und wir haben jedes Spiel geguckt. Nach den Siegen sind wir dann immer rausgefahren mit dem Auto, haben gehupt und waren auf den vollen Straßen. Ich hoffe, dass wir das Gleiche wieder möglich machen können für die Fans, die zuhause sind.
... die neuen Trink- und Werbepausen: Ich glaube, es kann gut sein, dass du in der 22. Minute vielleicht nochmal etwas umstellen kannst, wenn der Trainer es im Spiel nicht schafft, etwas zu verändern. Da hast du jetzt zwei Möglichkeiten mehr, taktisch etwas zu verändern. Es wird den Mannschaften helfen. Wir haben aber einen Gameplan und den müssen wir auf den Platz bringen.
... seinen Verbleib beim VfB Stuttgart: Für mich war es auch wichtig für den Kopf. Hätte das nicht geklappt, hätte während der WM auch etwas passieren können. Ich wollte unbedingt beim VfB bleiben und das hat auch schnell geklappt. Jetzt kann ich mich voll auf die WM fokussieren.
... Manuel Neuer: Manu gibt Gas, Manu redet viel, auch abseits des Platzes. Er ist eine Respektsfigur. Wenn er im Tor ist, das sieht man schon im Training – da musst du als Stürmer ein bisschen platzierter schießen. Er ist mit der beste Torwart aller Zeiten, aber auch ein sehr ruhiger Mann. Wenn man mit ihm redet, spürt man die Erfahrung und sein Fußballverständnis. Wenn da so ein Zwei-Meter-Torwart auf dich zuläuft, kann man schon mal erschrecken.
... Julian Nagelsmann: Julian hat eine Spielidee und bringt die auch an den Mann. Er nimmt Ideen an und man versucht dann einen gemeinsamen Nenner zu finden. Er hat eine klare Idee vom Fußball und die versuchen wir auf den Platz zu bringen.
... das WM-Ziel: Weltmeister zu werden ist das Ziel – wenn ich jetzt sagen würde, wir wollen nur ins Achtelfinale kommen, dann bin ich falsch hier. Jeder der Jungs hier hat ein Ziel - und das ist Weltmeister werden.
... seinen zweiten Platz in der Torjägerliste der Bundesliga: Harry zählt nicht, das ist unfair (lacht). Ich bin einfach gerade sehr gut drauf, wir hatten sehr viele Spiele und ich konnte mich beweisen. Wenn ich Spielzeit bekomme, gebe ich meine Leistung, um das auch auf der internationalen Bühne zu zeigen.
... seine Rolle als Stimmungskanone: Ich bin einer, der viel redet und der Schlotti (Anm. d. Red.: Nico Schlotterbeck) auch. Wir versuchen einfach, gute Laune zu verbreiten. Es gehört auch dazu, dass man Spaß hat miteinander, wir sind ja noch fünf Wochen hier. Ich denke nicht nach und mache einfach, deswegen kommt es wahrscheinlich gut an.
... Curacao und deren Tanzvideos: Da kann fast jeder tanzen und bei uns nicht – da haben sie uns etwas voraus (lacht). Man sieht, wie viel Spaß die haben. Man ist jetzt für einige Wochen zusammen und da gehört es dazu, Spaß zu haben. Die tanzen vor dem Flugzeug, auf dem Platz und sowas finde ich schön, weil man nicht immer zu 100 Prozent ernst bleiben kann. Wir machen dann eher Sprüche und Witze.
... seine sportliche Rolle: Falls ich von Anfang an spielen oder reinkommen sollte: 100 Prozent geben und Tore schießen und natürlich die taktische Idee des Bundestrainers durchziehen. Ich kann beide Positionen spielen. Egal wo man reinkommt, mein Ziel ist Tore schießen, ob auf der Neun oder der Zehn ist egal.
... Oliver Neuvilles Tor bei der WM 2006: Für solche Momente bin ich da: Tore schießen. Das kann aber nicht nur ich, der Nick, der Kai (Anm. d. Red.: Nick Woltemade und Kai Havertz) und ich, aber auch die anderen Offensivspieler, wir müssen alle bereit sein für solche Momente. Aber wir wollen natürlich vorher schon führen und gar nicht erst in solche Probleme kommen.
... Thomas Müllers neue Rolle als TV-Experte: Solange er recht hat, werde ich ihn nicht anrufen (lacht). Ich finde es gut, weil er viel Ahnung von Fußball hat und wenn er etwas kritisiert, hat das Hand und Fuß. Er ist ein Experte und ich bin froh, wenn einer wie Thomas mich kritisiert oder lobt. Weil wenn er einen kritisiert, weiß man, dass man es besser kann. Egal was er sagt – Thomas darf auf jeden Fall.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026
Autor: dfb

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