Google Pixel Frauen-Bundesliga
SCF-Kapitänin Lisa Karl: "Den Bayern den Spaß am Spiel nehmen"

Lisa Karl ist auf dem besten Weg, Rekordspielerin des SC Freiburg in der Google Pixel Frauen-Bundesliga zu werden. Schon seit mehr als 14 Jahren trägt die Außenverteidigerin das Trikot des südbadischen Klubs. Im DFB.de-Interview spricht die 29 Jahre alte Kapitänin mit Mitarbeiter Ralf Debat über den Saisonstart und das Topspiel beim FC Bayern München am Sonntag (ab 16 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN).
DFB.de: Nach zwei Spieltagen stehen für den SC Freiburg vier Zähler zu Buche. Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonstart, Frau Karl?
Lisa Karl: Grundsätzlich sind wir mit der Punktausbeute einverstanden, auch wenn wir uns im Auftaktspiel beim Hamburger SV schon mehr als ein Unentschieden vorgenommen hatten.
DFB.de: Zum 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Union Berlin steuerten Sie den entscheidenden Treffer bei. Dabei sind Kopfballtore nicht unbedingt Ihre Kernkompetenz, oder?
Karl: Mir ist auch zuvor schon mal ein Kopfballtreffer gelungen. (lacht) Allzu häufig kommt es allerdings in der Tat nicht vor. Umso schöner, dass ich zu Beginn der neuen Saison auch mal wieder eine andere Qualität zeigen konnte. Vor allem aber war der Sieg, noch dazu vor unseren eigenen Fans, wichtig für das Team.
DFB.de: Wie sind die Reaktionen ausgefallen?
Karl: Alle waren sehr happy und erleichtert. Wir freuen uns sehr, dass wir einen Gegner mit so hoher Qualität wie Union Berlin besiegen konnten.
DFB.de: Zum zweiten Mal in Folge starteten die SC-Frauen mit einem neuen Cheftrainer in die Saison. Wie läuft die Zusammenarbeit mit Marco Konrad?
Karl: Ich muss sagen, dass es super angenehm ist. Vor allem die Kommunikation zwischen Trainerteam und Mannschaft passt.
DFB.de: Worauf legt er besonderen Wert?
Karl: Dass wir als Team zusammenwachsen und als Einheit auftreten. Dazu bleiben wir bodenständig, wollen in jedem Spiel das Bestmögliche herausholen.
DFB.de: In der abgelaufenen Saison war der Sport-Club auf Rang acht gelandet. Was haben Sie sich diesmal vorgenommen?
Karl: Wir wollen auf jeden Fall besser abschneiden, aber auch attraktiveren Fußball spielen. Es geht darum, möglichst über die gesamte Saison konstante Leistungen zu zeigen.
DFB.de: Könnte das Team davon profitieren, dass der neuformierte Kader schon während der Vorbereitung gut zusammengewachsen ist?
Karl: Definitiv. Dass ein recht großer Block der Mannschaft schon länger zusammenspielt, ist ganz sicher kein Nachteil. Ich muss aber auch sagen, dass wir die neuen Spielerinnen schon sehr gut integriert haben. Sie sind alle jung und fußballerisch stark, ob sie nun aus dem eigenen Nachwuchs kommen oder auch von anderen Vereinen.
DFB.de: Dass die Nachwuchsarbeit beim SC Freiburg Früchte trägt, zeigt unter anderem die erst 17 Jahre alte Anna Reimann, die aktuell als Nummer eins im Tor steht. Wie sehr können Sie als Kapitänin die jungen Talente unterstützen?
Karl: Anna ist von ihrem Charakter her schon sehr gefestigt. Das stellt sie mit ihren guten Leistungen auch regelmäßig unter Beweis. Genau wie die anderen jungen Spielerinnen weiß sie, dass wir als Team hinter ihr stehen. Das gibt ihr bestimmt noch zusätzliche Sicherheit.
DFB.de: Sie sind bereits seit mehr als 14 Jahren für den SC Freiburg am Ball. Was bedeutet für Sie Vereinstreue?
Karl: Total viel. Ich fühle mich beim Sport-Club total wohl, bin mega happy hier. Ich denke, der Verein weiß aber auch, was er an mir hat. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen.
DFB.de: In den zurückliegenden sechs Spielzeiten haben Sie lediglich drei Partien verpasst, seit April 2022 gar keine mehr. Wie schaffen Sie das, verletzungsfrei und auch stets in Form zu bleiben?
Karl: Es ist nicht so, dass ich noch nie mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Ganz im Gegenteil. In den vergangenen Jahren bin ich aber in der Tat davon verschont geblieben. Ich achte sehr auf meinen Körper, arbeite viel im präventiven Bereich. Dabei möchte ich auch als gutes Beispiel vorangehen und für meine Mitspielerinnen ein Vorbild sein.
DFB.de: Nur noch sieben Partien fehlen Ihnen, um zu Rekordspielerin Hasret Kayikci aufzuschließen. Haben Sie sich das Datum schon im Kalender dick angestrichen?
Karl: Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich die genaue Anzahl an Spielen nicht auf dem Schirm, auch wenn ich natürlich weiß, dass es irgendwann in dieser Saison passieren kann. So etwas zu erreichen, ist nur möglich, wenn man über viele Jahre hart dafür gearbeitet. Es wird sicherlich ein Grund sein, um stolz darauf zu sein.
DFB.de: Am Sonntag geht es zum Doublesieger FC Bayern München, der in der Liga seit 44 Spielen ungeschlagen ist und gegen den Sport-Club einen neuen Vereinsrekord aufstellen kann. Wie wollen Sie das verhindern?
Karl: Grundsätzlich haben wir in diesem Spiel keinen Druck, können eigentlich nur gewinnen. Wir werden alles reinwerfen und versuchen, den Bayern den Spaß am Spiel zu nehmen. Dazu werden wir auch ein Quäntchen Glück benötigen, um etwas mitzunehmen.
DFB.de: Aufsteiger 1. FSV Mainz 05 verlor zwar am Montag in München 0:2, machte es dem FCB mit einer extrem defensiven Ausrichtung aber recht schwer. Kann das auch ein mögliches Erfolgsrezept sein?
Karl: Auch wir werden gegen einen so starken Gegner unsere Spielweise sicherlich ein wenig anpassen. Eine stabile Defensive wird notwendig sein, um in München bestehen zu können. Dazu werden wir versuchen, den einen oder anderen Konter zu fahren.
DFB.de: Was werden Sie Ihren Mitspielerinnen vor dem Anpfiff mit auf den Weg geben?
Karl: Da habe ich mir noch nichts zurechtgelegt, das kommt im Mannschaftskreis immer recht spontan. Wichtig wird vor allem sein, dass wir zusammen als Team agieren.
Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga
Autor: mspw

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