Männer-Nationalmannschaft
Nagelsmann: "Das war unfassbar ansehnlicher Fußball"
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Beim 3:3 (3:0) im Viertelfinalrückspiel der UEFA Nations League in Dortmund gegen Italien brannte die deutsche Nationalmannschaft in Halbzeit eins ein wahres Feuerwerk ab und legte damit den Grundstein für den Einzug ins Halbfinale. Bundestrainer Julian Nagelsmann sprach im Anschluss über die beiden grundverschiedenen Halbzeiten und die Lehren aus dem Spiel.
Frage: Herr Nagelsmann. Das 3:3 gegen Italien war beste Unterhaltung für die Fans. Auch für Sie?
Julian Nagelsmann: Ich glaube schon, dass es Spaß gemacht hat. Ich habe immer den Anspruch, dass unser Fußball auch unterhält. In der ersten Halbzeit war es sehr unterhaltsam. In der zweiten war es auch sehr interessant, nur ein bisschen zu spannend am Ende. Wir sind ja ein bisschen ein Land der Meckerer, aber wir können stolz sein auf die Einheit zwischen Fans und Mannschaft. Die Mannschaft wirft alles rein. Das ist vielleicht die wichtigste Entwicklung der vergangenen Jahre.
Frage: War die erste Halbzeit die beste, seit Sie den Bundestrainer-Job übernommen haben?
Nagelsmann: Sie war sehr beeindruckend, die beste meiner Amtszeit. Ein Fußballspiel ist nie perfekt. Es war aber unfassbar ansehnlicher Fußball.
Frage: Was ist danach passiert?
Nagelsmann: Der große Unterschied war, dass wir in der zweiten Halbzeit fast nur noch nach hinten gespielt haben und fast nur noch durch die Mitte. Es lag nicht nur an dem Fehlpass vor dem ersten Gegentor. Es war zu viel Freestyle. Wenn du die Struktur verlierst, dann tut ein Fehlpass noch viel mehr weh. Wenn es länger 3:0 steht, dann kapituliert der Gegner. So kippt das Momentum.
Frage: Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus den beiden Spielen gegen Italien mit?
Nagelsmann: Wir können nach einem Rückstand zurückkommen. Wir können tollen Fußball spielen. Und ein Spiel ist in der Halbzeit noch nicht vorbei. Daher war es für unsere Entwicklung vielleicht besser, als wenn wir 4:0 gewonnen hätten. Die Erkenntnis aus beiden Spielen ist Weltklasse und für unsere Entwicklung super.
Frage: Das zweite Tor war sehr kurios. War das einstudiert und haben Sie dem Balljungen schon gedankt?
Nagelsmann: So etwas kann man nicht einstudieren. Der Balljunge macht es sehr gut, aber es war Joshua Kimmich, der den Ball schnell will. Es war eine sehr intelligente Aktion von Joshua und Jamal Musiala.
Frage: Sie haben frühzeitig die Zentrale mit Angelo Stiller und Leon Goretzka ausgewechselt. War das die beste Idee?
Nagelsmann: Leon hatte Oberschenkelprobleme. Es war klar, dass er nur bis zur 60. Minute spielen kann. Angelo hatte eine Gelbe Karte, es stand 3:1. Warum soll ich da ins Risiko gehen? Wenn wir ein Tor gebraucht hätten, hätte ich ihn nicht ausgewechselt.
Frage: Im Final Four geht es gegen Portugal, dann kann es zu einer EM-Revanche gegen Spanien kommen. Freuen Sie sich darauf?
Nagelsmann: Portugal ist eine Mannschaft mit herausragend guten Einzelspielern. Der Trainer lässt einen sehr guten Fußball spielen. Da müssen wir ein dickes Brett bohren. Sie haben eine sehr starke Doppel-Sechs. Revanche für die EM ist ein bisschen hochgegriffen. Ein EM-Titel ist dann doch höher zu bewerten. Es geht aber um das Selbstverständnis: Ein Titel würde uns gut tun. Wir freuen uns auf das Turnier im eigenen Land.
Frage: Kurz danach müssen Bayern München und Borussia Dortmund bei der Klub-WM ran. Nehmen Sie darauf Rücksicht?
Nagelsmann: Bei dem Turnier können wir keine Rücksicht nehmen. Ich glaube, das versteht auch jeder. Ich bin kein Trainer, der die Scheuklappen unten hat und sagt: "Das ist mir egal." Es ist aber ein Finalturnier, da kann ich keine Rücksicht nehmen. Die Klub-WM ist eine brutale Belastung.
Die Tickets für die Endrunde der UEFA Nations League vom 4. bis 8. Juni 2025 in München und Stuttgart werden analog zur UEFA EURO 2024 über das Ticketportal der UEFA verkauft. Weitere Infos zum Ticketverkauf folgen demnächst auf DFB.de und UEFA.com.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, Nations League
Autor: sid

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