Google Pixel Frauen-Bundesliga

Mühlhaus, Gräwe, Veit und Co.: Die wichtigsten Transfers

12.06.2026
Sie tragen nach der Sommerpause ein neues Vereinswappen auf der Brust: Larissa Mühlhaus, Lisanne Gräwe und Jella Veit (v.l.n.r.) Fotos: Eintracht Frankfurt, 1. FC Union Berlin

Nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien haben sich auch die Nationalspielerinnen in den Sommerurlaub verabschiedet. Wenn die neue Saison in der Google Pixel Frauen-Bundesliga zwischen dem 21. und 24. August startet, dann werden einige von ihnen für neue Klubs am Ball sein. DFB.de mit einem aktuellen Überblick über die bislang wichtigsten Transfers.

Innerhalb der höchsten deutschen Spielklasse wechselt Mittelfeldspielerin Lisanne Gräwe, die am Dienstag beim 2:0-Erfolg der DFB-Frauen in Slowenien 90 Minuten durchspielte, von Eintracht Frankfurt zum 1. FC Union Berlin. Drei Jahre lang war die 23-Jährige für die Hessinnen am Ball und kam pro Saison immer mindestens auf 20 Einsätze in der Google Pixel Frauen-Bundesliga. In der Hauptstadt trifft sie mit Anna Aehling, Cara Bösl, Tanja Pawollek und Tomke Schneider auf einige ehemalige Frankfurter Mitspielerinnen.

"Ich möchte mit Union den nächsten Schritt in meiner Entwicklung gehen"

"Ich kenne bereits einige Spielerinnen im Union-Kader, die mir nur Positives über das Umfeld und die Ambitionen des Vereins berichten konnten", so Lisanne Gräwe. "Ich freue mich sehr, ab der kommenden Saison selbst Teil davon zu sein und möchte mit Union den nächsten Schritt in meiner Entwicklung gehen."

Jennifer Zietz, Geschäftsführerin Profifußball Frauen bei den Berlinerinnen, ergänzte: "Mit Lisanne konnten wir eine deutsche A-Nationalspielerin für uns gewinnen, was uns sehr stolz macht. Sie ist in den zurückliegenden Jahren bei Eintracht Frankfurt vorangegangen und wird unser Mittelfeld weiter verbessern. Ich freue mich sehr, dass sie Union als die beste Station für ihre weitere Entwicklung sieht."

Ebenfalls den Weg von Frankfurt nach Berlin-Köpenick findet Innenverteidigerin Jella Veit (21), die ihren auslaufenden Vertrag nicht verlängerte. Die Abwehrspielerin gab Anfang März beim 4:0 in Norwegen als Einwechselspielerin ihr Debüt für die DFB-Frauen, war zuletzt auf Abruf nominiert und gehörte zum Aufgebot der U 23-Nationalmannschaft. Insgesamt bestritt die U 17-Europameisterin von 2022 nicht weniger als 58 U-Länderspiele für Deutschland. Für ihre herausragenden Leistungen erhielt sie 2022 die Fritz-Walter-Medaille in Gold.

"Mit Jella verstärken wir unsere Defensive um eine verlässliche und zugleich erfahrene Spielerin", meint Jennifer Zietz. "Trotz ihres jungen Alters hat sie in der Bundesliga und den DFB‑Auswahlen überzeugt, immer wieder ihr großes Talent gezeigt und verdientermaßen mehrere Auszeichnungen gesammelt." Ebenfalls als Zugänge bei den "Eisernen" stehen außerdem die belgische Außenbahnspielerin Jill Janssens (bisher TSG Hoffenheim) und U 19-Nationaltorhüterin Nelly Smolarczyk (VfL Wolfsburg) fest.

Torschützenkönigin zur Eintracht

Neben Lisanne Gräwe und Jella Veit verlassen mit den deutschen Nationalspielerinnen Elisa Senß (zu Real Madrid) und Nicole Anyomi sowie mit den beiden Schweizerinnen Geraldine Reuteler und Nadine Riesen noch vier weitere Leistungsträgerinnen die Frankfurter Eintracht. Aber auch auf der Zugangsseite setzte der Tabellendritte und Teilnehmer an der Qualifikation zur UEFA Women's Champions League schon zwei Ausrufezeichen.

Mit Nationalspielerin Larissa Mühlhaus (23) kommt die aktuelle Torschützenkönigin der Google Pixel Frauen-Bundesliga vom SV Werder Bremen nach Frankfurt. Mit 17 Saisontreffern sicherte sich die gebürtige Hamburgerin die Torjägerkanone, die sie in der Spielzeit 2023/2024 schon in der 2. Frauen-Bundesliga mit 20 Treffern für den HSV gewonnen hatte. Bei der Eintracht unterschrieb sie einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029.

"Ich bin sehr glücklich, ab dem Sommer in Frankfurt zu sein", sagt Larissa Mühlhaus: "Für mich war klar, dass ich nach der Saison den nächsten Schritt machen möchte. Die Eintracht hat dafür die besten Bedingungen und ist ein Klub, der immer auch oben mitspielt. Ich will mich Schritt für Schritt weiterentwickeln, meine Leistung bringen und damit auch meinen Teil dazu beitragen, dass wir noch besser werden und in Zukunft auch Titel gewinnen können."

Auch die elfmalige Nationalspielerin Paulina Krumbiegel (25) wird in der kommenden Saison erstmals das Eintracht-Trikot tragen. Die vielseitige Außenbahnspielerin kehrt vom italienischen Spitzenklub Juventus Turin in die Frauen-Bundesliga zurück, in der sie zuvor für die TSG Hoffenheim am Ball war.

"Paulina bringt ein für uns extrem spannendes Profil mit", betont Frankfurts Sportdirektorin und Ex-Nationalspielerin Babett Peter: "Sie ist als Persönlichkeit sehr ehrgeizig und ambitioniert, hungrig nach Erfolgen. Als Spielerinnentyp ist sie dynamisch, technisch stark und auf den Außenbahnen defensiv wie offensiv flexibel einsetzbar. Außerdem hat Paulina zuletzt auf internationalem Topniveau gespielt und mit Juventus Turin Titel gewonnen. Wir sind überzeugt, dass sie unserer Mannschaft mit ihren Fähigkeiten und ihrer Erfahrung sofort weiterhelfen wird und gleichzeitig weiteres Entwicklungspotenzial mitbringt."

Hoffmann tritt in Popps Fußstapfen

Vizemeister VfL Wolfsburg muss ab der neuen Spielzeit unter anderem ohne Vereinslegende und Rekordspielerin Alexandra Popp (35) auskommen, die nach 14 erfolgreichen Jahren in ihre westfälische Heimat zurückkehrt und künftig für ihren Herzensverein Borussia Dortmund in der Frauen-Regionalliga West auf Torejagd gehen wird. Beim ambitionierten BVB wird sie unter anderem mit Jacqueline Meißner, Lena Ostermeier, Ramona Maier (alle SGS Essen) sowie Ricarda Walkling und Lara Schmidt (beide SV Werder Bremen) auf weitere bisherige Bundesligaspielerinnen treffen.

Neben Popp werden mit Nationalspielerin Vivien Endemann (FC Liverpool) und der früheren Torschützenkönigin Lineth Beerensteyn noch zwei herausragende Offensivspielerinnen den Verein ebenfalls verlassen. Im Gegenzug kommt Nationalstürmerin Giovanna Hoffmann (27), die sich nach einem Kreuzbandriss auf ihr Comeback vorbereitet, als neue Hoffnungsträgerin von RB Leipzig zu den Wölfinnen. "Der VfL Wolfsburg ist seit Jahren eine feste Größe im europäischen Fußball", erklärt Hoffmann: "Eine Chance wie diese bekommt man vielleicht kein zweites Mal. Deshalb will ich alles für den Verein geben, Verantwortung übernehmen und mit viel Torgefahr vorangehen. Das Umfeld bietet ideale Bedingungen, um das Beste aus sich herauszuholen."

Ebenfalls mit hohen Zielen wechselt U 23-Nationalspielerin Katharina Piljic (22) von Bayer 04 Leverkusen zum VfL. Die vielseitige Mittelfeldspielerin kommt trotz ihres jungen Alters schon mit der Erfahrung von 113 Bundesligapartien für ihren Heimatklub SGS Essen und Bayer 04 nach Wolfsburg. "Ich habe mich sehr über das Interesse gefreut", so Piljic. "Der Frauenfußball hat einen großen Stellenwert beim VfL, dort wird seit vielen Jahren sehr professionell und erfolgreich gearbeitet. Für mich persönlich sehe ich in diesem Umfeld beste Voraussetzungen, um den nächsten Schritt in meiner Entwicklung zu machen. In der Champions League zu spielen, ist ein Kindheitstraum von mir."

Mit Cecilie Floe Nielsen geht außerdem eine Leistungsträgerin der dänischen Nationalmannschaft künftig für die Wölfinnen auf Torejagd. Die 24-jährige Stürmerin kommt von Napoli Women an den Mittellandkanal und unterzeichnete einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030. "Ich freue mich sehr darauf, in der kommenden Saison das Trikot des VfL Wolfsburg zu tragen", so Floe Nielsen. "Ich komme zu einem der besten Vereine Deutschlands, der auch international auf eine großartige Geschichte zurückblicken kann. Ich hoffe, dass ich mit meinen offensiven Qualitäten zum Erreichen der gemeinsamen Ziele in den nächsten Jahren beitragen kann."

Caro Simon zurück in Leverkusen

Schon sehr weit fortgeschritten sind die Kaderplanungen bei Piljics bisherigem Klub in Leverkusen. Zwar stehen künftig auch Kapitänin und Torhüterin Friederike Repohl (Karriere beendet) sowie Kristin Kögel (RC Straßburg) und U 23-Nationalspielerin Julia Mickenhagen (zum Aufsteiger VfB Stuttgart) nicht mehr zur Verfügung. Mit der langjährigen Nationalverteidigerin Carolin Simon (33), die vom Doublesieger FC Bayern München ins Rheinland zurückkehrt, den Offensivspielerinnen Marlene Müller (RB Leipzig) und Maja Sternad (SV Werder Bremen), den Mittelfeldspielerinnen Natasha Kowalski und Paulina Platner (beide SGS Essen) sowie Junioren-Nationalspielerin Emily Wallrabenstein (Eintracht Frankfurt II) wurden schon einige vielversprechende Zugänge verpflichtet.

Den vielleicht größten Umbruch im Kader gibt es beim SV Werder Bremen, der gleich elf Abgänge kompensieren muss. Dabei soll ein Trio vom Absteiger FC Carl Zeiss Jena helfen. Defensivspielerin Felicia Sträßer (18), die Schweizer Mittelfeldspielerin Elena Mühlemann (22) und Angreiferin Isabella Jaron (24) tragen künftig das grün-weiße Werder-Trikot. Von der SGS Essen kommt die österreichische Nationalspielerin Lilli Purtscheller (22), die verletzungsbedingt fast die komplette zurückliegende Saison verpasst hatte, zuvor aber eine unumstrittene Leistungsträgerin war.

Ihre bisherige Essener Mitspielerin Beke Sterner (23) entschied sich für einen Wechsel zum 1. FC Köln, der sich sonst vor allem im Ausland umsah. Die erst 17 Jahre alte Mittelfeldspielerin Alina Kerschbaumer kommt aus Österreich (First Vienna FC 1894), die norwegische Linksverteidigerin Elise Stenevik (26) aus England (FC Everton) und Torwart-Rückkehrerin Pauline Nelles (24) aus den USA (Arizona State Sun Devils).

Beim SC Freiburg herrschte wegen der Schwangerschaft von Stammtorhüterin Laura Benkarth und dem Abgang von Rebecca Adamczyk (zum 1. FC Nürnberg) vor allem für die Position zwischen den Pfosten Handlungsbedarf. Mit Lina von Schrader (22) von RB Leipzig und der Schweizerin Lorena Barth (19) vom FC Aarau wechseln zwei neue Torhüterinnen zu den Breisgauerinnen. Neu in Freiburg ist mit Offensivspielerin Amira Arfaoui (26) eine weitere Schweizerin, während sich ihre Landsfrau Svenja Fölmli (23) der TSG Hoffenheim anschließt und dort - unter anderem gemeinsam mit der 19 Jahre alten Norwegerin Martine Fenger vom Champions-League-Sieger FC Barcelona - Nationalspielerin und Torjägerin Selina Cerci ersetzen soll.

Viel Erfahrung für VfB Stuttgart

Nach drei Aufstiegen in Serie von der Oberliga Baden-Württemberg bis in die Google Pixel Frauen-Bundesliga verpflichtet der VfB Stuttgart weitere Spielerinnen, die schon wertvolle Erfahrungen in der höchsten deutschen Spielklasse gesammelt haben. Dazu gehört die 13-malige Nationalspielerin Chantal Hagel, die zuletzt für den FC Sevilla in Spanien am Ball war. Die 27-jährige Mittelfeldspielerin kickte für die TSG Hoffenheim und den VfL Wolfsburg bereits in der Bundesliga, gewann mit den Wölfinnen 2024 den DFB-Pokal.

"Ich freue mich sehr und bin stolz, künftig das VfB-Trikot zu tragen", sagt Chantal Hagel: "Schon seit meiner Kindheit war es ein großer Traum, einmal für den VfB in der Bundesliga zu spielen. Als sich die Möglichkeit ergeben hat, musste ich nicht lange überlegen. Ich möchte mit meiner Erfahrung dazu beitragen, dass wir uns in der Bundesliga etablieren. Dafür werde ich alles geben."

Ebenfalls neu bei den Schwäbinnen sind Innenverteidigerin Greta Stegemann (25/bisher SC Freiburg), Defensivspielerin Julia Mickenhagen (21/Bayer 04 Leverkusen), Angreiferin Verena Wieder (25/SV Werder Bremen) und U 19-Nationalspielerin Luzie Zähringer (18), die vom FC Bayern München ausgeliehen wird.

Beim deutschen Doublesieger selbst halten sich die personellen Veränderungen bisher in Grenzen, auch wenn sich mit der englischen Doppel-Europameisterin und Vize-Weltmeisterin Georgia Stanway (27) eine unumstrittene Leistungsträgerin für einen Vereinswechsel entschieden hat. Bisher stehen zwei Neuverpflichtungen fest. Die Lücke, die Torhüterin Mala Grohs mit ihrem Wechsel zum französischen Meister OL Lyonnes hinterlassen hat, soll die Niederländerin Regina van Eijk (24) von Ajax Amsterdam schließen. Sie erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029.

Als Investition in die Zukunft gilt Junioren-Nationalspielerin Kassandra Potsi (18), die für ihren bisherigen Verein SGS Essen schon 36 Bundesligapartien bestritten hat. Der FC Bayern hatte das große Talent seit längerer Zeit im Blick. "Wir haben Kassandra aufmerksam beobachtet", sagt Francisco De Sá Fardilha, Sportlicher Leiter beim FCB. "Sie ist ein weiteres herausragendes Beispiel für die exzellente Nachwuchsarbeit der SGS Essen. Kassandra hat uns durch ihre Schnelligkeit und technische Stärke am Ball sowie ihre Entschlossenheit im Spiel gegen den Ball beeindruckt."

Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga

Autor: mspw