Männer-Nationalmannschaft

Leweling: "Ronaldo, Messi oder Undav"

23.06.2026
Jamie Leweling: "Wir werden auf jeden Fall Lösungen haben, wie wir ihre Abwehrreihe durchbrechen und Tore schießen können" Foto: GES/Markus Gilliar

Die deutsche Nationalmannschaft steht im Sechzehntelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko und ist vor ihrem letzten Gruppenspiel am Donnerstag (ab 22 Uhr MESZ, live in der ARD und bei MagentaTV) gegen Ecuador uneinholbar Tabellenführer der Gruppe E. Jamie Leweling spricht auf DFB.de über die Atmosphäre in den US-Stadien, das WM-Aus von Schlotterbeck und die Laufstärke der Nationalmannschaft.

Jamie Leweling über ...

... das geschenkte Brasilien-Trikot: Ich habe ja mein Profilbild geändert vor der WM. Es war als Spaß gedacht, aber das hat so viel Aufmerksamkeit bekommen, dass auch der echte Ronaldo mir ein Trikot geschenkt hat. Hat mich echt gefreut. Eine brasilianische Reporterin hat es mir übergeben. Ich weiß, das Finale ist noch weit hin, aber wenn wir das Finale gewinnen, dann mache ich mir die Ronaldo-Frisur. Das ist ein Versprechen an Deutschland, wenn man das so sagen kann. (lacht)

... den Kontakt zu Nick Woltemade: Mit Nick habe ich immer noch guten Kontakt, er war mein Nachbar in Stuttgart. Hat mich gefreut für ihn, dass er so einen Wechsel hinbekommen hat.

... Deniz Undav in der Torjägerliste: Deniz da oben zu sehen mit den ganz großen Weltstars freut mich natürlich, hat er sich verdient. Und dann schauen wir mal, wer Torschützenkönig wird: Ronaldo, Messi oder Undav.

... den Gegner Ecuador: Man kennt die Spieler, sie spielen auf höchstem Niveau, sie sind gefährlich. Wir werden auf jeden Fall Lösungen haben, wie wir ihre Abwehrreihe durchbrechen und Tore schießen können.

... den Teamgeist und die Stimmung auf der Bank: Wir haben einen sehr guten Teamgeist, wir verstehen uns alle sehr gut. Auf der Bank machen wir natürlich Späße, es wird viel geredet, aber wir verfolgen das Spiel auch sehr aufmerksam. Man guckt, wie der Gegner drauf ist, und wenn man dann reinkommt, ist man natürlich aufgeregt und freut sich, für Deutschland spielen zu dürfen. Am Samstag hat es ganz gut geklappt für die Einwechselspieler.

... die Stimmung in den Stadien und den Unterschied zu Spielen im Verein: Die Musik ist sehr laut durch die Boxen, das ist gar nicht zu überhören, ich mag das, es erinnert ein bisschen an die NBA, da hört man gerne hin. Sonst hat sich nicht viel verändert. Vielleicht die Trinkpausen, aber die tun dem Trainer gut, und der Mannschaft auch. Die Spiele sind cool, diese Zeremonien sind halt USA-like, aber mir persönlich gefällt es.

... das WM-Aus für Nico Schlotterbeck: Erstmal tut es mir leid für ihn, er ist ein sehr wichtiger Spieler, der uns viel geholfen hätte bei der WM. Wir haben aber auch andere Spieler, die es gut machen werden. Respekt an ihn, dass er hierbleibt – das tut uns gut, seine Art. Wir werden ihn aufmuntern, auch wenn es schwer ist.

... Antonio Rüdiger: Als Gegenspieler will man ihn nicht haben. Er ist extrem eklig in den Zweikämpfen und er ist extrem erfahren, er hat die Champions League schon zweimal gewonnen.

... Spieler ohne Einsatz: In der Reserve ist noch viel. Wir haben noch ein paar Spieler, die noch gar nicht gespielt haben, und wenn sie reinkommen, werden sie ihr Bestes geben und Deutschland eine Freude machen, das kann ich sagen.

... die Laufstärke der Nationalmannschaft: Wir können viel laufen. Wenn wir vielleicht den ein oder anderen Zweikampf verlieren, müssen wir laufen, und das haben wir gemacht – deswegen sind wir sechs, sieben Kilometer mehr gelaufen. Das macht uns stark.

... Rituale und Routinen: Ich habe nicht so krasse Rituale. Ich ziehe nur immer den rechten Socken als ersten an, aber den linken Schuh zuerst, aber das ist das einzige.

... den Rasen im New-York-New-Jersey-Stadion: Der Rasen soll jetzt nicht so gut sein, das soll jetzt keine Ausrede sein. In Houston und in Toronto waren die Bedingungen gut. Ecuador muss ja auf dem gleichen Rasen spielen, von daher werden wir das schon hinbekommen.

... die späte Bekanntgabe des Gegners: Das Trainerteam wird einen Plan haben, wie sie uns die Gegner am besten präsentieren. Für uns als Mannschaft geht es recht schnell. Die anderen wissen ja auch erst zwei Tage vorher, gegen wen sie spielen, von daher gleiches Recht für alle.

... die Kritik an Leroy Sané: Ich glaube, wir sollten nicht auf einen Spieler gehen und ihn schlechtmachen. Wir sollten froh sein, dass er für uns spielt und Leistung bringt. Er hat eine gute Karriere gemacht und man kann von ihm viel lernen. Wir sind ein Team und es wird über keinen schlecht geredet.

... die deutschen Fans: Jetzt in Toronto waren es bestimmt 30.000 Deutsche, es freut uns, dass unsere Leistungen honoriert werden.

Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026

Autor: dfb