Frauen-Nationalmannschaft
Lea Schüller: "Ich nehme die Rolle an"

Der nächste Schritt ist gemacht: Durch das 5:1 gegen Österreich in Nürnberg hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft das nächste Zwischenziel auf dem Weg Richtung Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien erreicht. Der Treffer zum Endstand ist Lea Schüller gelungen. Im DFB.de-Interview spricht die 28 Jahre alte Angreiferin über den dritten Sieg im dritten Spiel, das erneute Aufeinandertreffen mit den Österreicherinnen am kommenden Samstag (ab 18 Uhr, live auf sportschau.de) in Ried und ihren Wechsel im vergangenen Winter zu Manchester United.
DFB.de: Lea Schüller, drei Siege in den ersten drei Qualifikationsspielen für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr. Wie haben Sie das 5:1 gegen Österreich erlebt?
Lea Schüller: Ich finde, dass wir insgesamt dominant aufgetreten sind. Die Österreicherinnen haben sehr defensiv gespielt und vor allem auf Konter gesetzt. Wir hatten die Begegnung eigentlich über 90 Minuten unter Kontrolle und haben am Ende auch verdient und deutlich gewonnen. Letztlich zählt vor allem, dass wir wieder erfolgreich waren und unsere Ausgangslage weiter verbessert haben. Wir sind auf einem guten Weg.
DFB.de: Bundestrainer Christian Wück war hinterher nicht ganz zufrieden mit der Leistung. Wie sehen Sie es?
Schüller: Er hat natürlich recht. Wir waren nicht so gut wie gegen Slowenien und Norwegen. Sicherlich haben wir nicht alles perfekt umgesetzt, aber insgesamt war es meiner Meinung nach ordentlich.
DFB.de: Unterstreichen die Aussagen des Bundestrainers nicht auch die hohen Ansprüche, die Sie gemeinsam haben?
Schüller: Ja, ganz klar. Unsere Ambitionen sind hoch, wir wollen uns immer verbessern. Wenn ich an das Spiel gegen Österreich zurückdenke, das wir zuvor gegen sie bestritten haben, sieht man auf jeden Fall eine sehr gute Entwicklung unsererseits. Aber wir sind noch lange nicht am Ende angekommen. Wir sind sehr ehrgeizig und wollen uns in jedem Spiel verbessern.
DFB.de: Die nächste Gelegenheit dazu haben Sie schon am kommenden Samstag - wieder gegen Österreich. Eine etwas ungewöhnliche Konstellation?
Schüller: Ja, irgendwie schon. Aber so ist der Modus. Wir nehmen es, wie es kommt. Wir werden uns erneut auf die Österreicherinnen vorbereiten und die Erkenntnisse aus diesem Spiel mitnehmen. Und dann geht es weiter.
DFB.de: Sie haben gegen Österreich nach Ihrer Einwechslung erneut getroffen. Wie gut tut Ihnen das als Stürmerin?
Schüller: Das ist natürlich schön und wichtig für mich. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass ich derzeit nicht so viel Spielzeit habe. Umso erfreulicher ist es, wenn ich auch in dieser kurzen Zeit Tore mache und der Mannschaft damit helfen kann.
DFB.de: Wie gehen Sie mit dieser Rolle um?
Schüller: Jede Spielerin möchte gerne von Anfang an dabei sein. Aber ich nehme die Rolle an. Es ist ein Mannschaftssport, und mir ist es wichtig, dass die Mannschaft erfolgreich ist. Ich versuche immer, das Beste aus der Spielzeit zu machen, die ich bekomme. Jetzt ist mir das mal wieder ganz gut gelungen.
DFB.de: Bei Ihnen gab es kürzlich ein paar größere Veränderungen. Sie sind im Winter nach England zu Manchester United gewechselt. Wie haben Sie die ersten Wochen dort erlebt?
Schüller: Es war erst mal alles neu für mich. Alles ist irgendwie etwas anders, als ich es kannte. Der Fußball in England ist anders als in Deutschland. Die Schiedsrichter pfeifen weniger, man bekommt seltener Freistöße. Das sind alles Aspekte, an die ich mich erst mal gewöhnen musste. Aber ich habe den Wechsel noch zu keinem Zeitpunkt bereut. Das Leben in England gefällt mir sehr gut. Sportlich wird es auch immer besser. Als ich nach Manchester gekommen bin, standen direkt Englische Wochen auf dem Programm. Viel Zeit zur Eingewöhnung blieb mir da nicht. Jetzt stehen für uns noch drei Begegnungen auf dem Programm, danach ist erst mal Pause. Und dann habe ich eine komplette Vorbereitung, um richtig anzukommen.
DFB.de: Ist es Ihnen schwergefallen, den FC Bayern zu verlassen und den Schritt nach England zu gehen?
Schüller: Wenn man sich meine Karrierestationen anschaut, erkennt man ziemlich schnell, dass ich nicht der Typ bin, der ständig den Verein wechselt. Daher ist es mir schon nicht leichtgefallen. Aber ich habe gemerkt, dass in sportlicher Hinsicht eine Veränderung Sinn macht. Trotzdem war es schwierig, weil München meine Heimat geworden ist. Nach vielen Überlegungen bin ich dann zu der Entscheidung gekommen, dass eine Veränderung her muss. Für mich hat ein neues Abenteuer begonnen, auf das ich mich jetzt gerne einlasse. Nicht nur als Fußballerin, sondern auch als Person.
Kategorien: Frauen-Nationalmannschaft
Autor: sw

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