Männer-Nationalmannschaft

Klopp: "Alle wollen sich auf den Weg einlassen"

23.09.2026
Jürgen Klopp: "Wir hatten keine Zeit, nervös zu werden" Foto: DFB/GES Sportfoto

Bundestrainer Jürgen Klopp und Torhüter Marc-André ter Stegen haben sich am heutigen Mittwochabend am Vorabend des Starts der Nationalmannschaft in die Nations League 2026/2027 gegen die Niederlande in Amsterdam (Donnerstag, ab 20.45 Uhr, live bei RTL) den Fragen der Pressevertreter gestellt. DFB.de hat die wichtigsten Aussagen.

Jürgen Klopp über...

... sein Debüt: Positive Anspannung ist da, aber wir haben so viel getan in den letzten Tagen, dass wir keine Zeit dafür hatten, nervös zu werden. Ich habe positive Erinnerungen an das Stadion und freue mich auf das Spiel, die Atmosphäre und alles, was kommt. Ich bin mit dem Verlauf der ersten Tage hier sehr zufrieden.

... die Spieler: Alle sind top drauf und positiv, weil es noch keine negativen Erlebnisse gab. Wir steigen direkt in den Wettbewerb ein, haben kein Testspiel. Mit jedem Ergebnis werden wir umgehen können und müssen. Alle haben sich über die Einladung zur Nationalmannschaft gefreut, egal ob alte oder neue Spieler. Sie wollen sich alle auf den Weg einlassen.

... die Herangehensweise: Was ich versprechen kann, ist, dass man uns ansieht, dass wir es wollen. Es ist zuletzt der Eindruck entstanden, dass wir schlechter sind als andere Länder. Es ist auch eine Chance, wenn etwas nicht funktioniert. Ich bin verantwortlich dafür, dass man mit der A-Nationalmannschaft den Fußball so beeinflusst, dass wir in jedem Spiel eine gute Chance haben, das Spiel zu gewinnen. Wir müssen damit anfangen. Ich hoffe, dass man das morgen sehen kann. Wozu das führt? Das weiß ich nicht. Ob wir in dem Topf der Mannschaften sind, die für den nächsten Titel in Frage kommen, weiß ich nicht.

... der Unterschied zwischen Klub und Nationalmannschaft: Der Unterschied ist nicht so groß, aber wir haben mehr Zeitdruck. Es ist sehr intensiv in der Kürze der Zeit, das würde man im Klub niemals machen. Es ist alles, was du in einem Klub tust, aber in einer sehr kleinen Zeitspanne. Um etwas zu entwickeln, braucht es Zeit, aber um Schritte zu tun, benötigt man Bereitschaft. Dazu sind die Jungs bereit, wir werden sehen, wohin das führt.

... die Taktik: Die Jungs kommen alle aus einer Vorbereitung, alle machen einen sehr fitten Eindruck. Ich habe den großen Vorteil, dass ich die Jungs in ihrer absoluten Komfortzone, dem Fußball, sehe. Aber es sind herausragende Talente in all ihren Facetten. Das Problem im Fußball ist, in anderen Ländern haben sie das auch. Es geht nicht darum, wer die besten Spieler hat, sondern wer sich so organisieren kann, dass die Vorteile des Gegners nicht so sichtbar werden. Unsere Art, die Spiele zu organisieren, kann den Spielern vielleicht helfen, ihre beste Version zu werden. Alle Spieler haben in ihren Vereinen relativ häufig überperformt. Jetzt könnte man die Frage stellen, wann das in der Nationalmannschaft passiert. Das wäre ein Ansatz, zu versuchen, dass es öfters passiert. Wir sind dabei, einen Weg zu finden, dass wir das gemeinsam schaffen, dass diese Tage öfter kommen, an denen sie über sich hinauswachsen können.

... die Rivalität mit den Niederlanden: Es hat für mich keine Bedeutung, ich kenne sie, aber habe sie nie empfunden. Ich weiß, was im Spiel steckt, die Atmosphäre wird morgen im Stadion im besten Fall hitzig sein. Es wird ein schwieriges Spiel, weil der Gegner richtig gut ist, Riesentalente hat und jedes Jahr Topspieler hervorbringt. 

Marc-André ter Stegen über...

... seine Rückkehr: Ich freue mich extrem auf morgen Abend. Es ist etwas ganz Besonderes und für mich sehr speziell, weil es meine neue Heimat ist. Ich weiß, dass es immer tolle Spiele sind und waren zwischen den beiden Mannschaften, das wird wahrscheinlich auch morgen so werden.

... seinen Fitnesszustand: Das Wichtigste ist, gesund zu bleiben und wieder in den Rhythmus zu kommen. Wenn du eine Leidenszeit hinter dir hast, schaust du kurzfristig auf die Ereignisse. Ich will maximale Leistung zeigen in den nächsten Monaten, um wieder an mein Maximum zu kommen.

... sein erstes Gespräch mit Jürgen Klopp: Wir hatten ein gutes erstes Gespräch, haben grundsätzlich über die Situation gesprochen. Er hat gesagt, er brauche eine gewisse Achse und was seine Idee ist. Es geht am Ende darum, dass Leistung ganz oben steht, das ist die Voraussetzung für alles und auch Gesundheit. Ich hoffe, dass wir unter ihm eine sehr erfolgreiche Zeit haben werden, das würde ich mir für ihn, uns und den deutschen Fußball wünschen.

...seine Konkurrenten: Ich muss sagen, die Torhüter, die ich hier im Training sehe, sind ganz tolle Spieler. Alle sind auf einem guten Niveau. Dem Trainer wollen wir es auch in der Zukunft so schwer wie möglich machen, da werden sicherlich noch andere nachkommen. Wir sind für die nächsten Jahre extrem gut aufgestellt.

...die Stimmung: Es gab viele neue Gesichter und es ist sehr interessant zu sehen, wie wieder eine andere Energie herrscht, was nicht heißt, dass es vorher besser oder schlechter war. Die Mannschaft muss sich finden, der Trainer will sich einen Überblick verschaffen. Ich finde es eine sehr interessante Herangehensweise, so viele Spieler einzuladen, um ein Gefühl für sie zu bekommen. 

...das erste Spiel: Wir hatten nur wenige Einheiten zusammen, aber wir werden morgen versuchen, uns auf verschiedene Themen zu konzentrieren, die wir umsetzen möchten. Wird das immer klappen? Wahrscheinlich nicht. Aber wir werden alles dafür tun und müssen uns darauf einlassen und möglichst schnell alles verinnerlichen. Hoffentlich mit einem guten Ergebnis morgen.

Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, Nations League

Autor: dfb