Google Pixel Frauen-Bundesliga

Hillebrand schießt HSV zum ersten Heimsieg

25.01.2026
Jubel nach spätem Treffer: HSV siegt erstmals daheim Foto: IMAGO

Der Hamburger SV verließ zum Start nach der Winterpause in der Google Pixel Frauen-Bundesliga die Abstiegszone. Das Team von Trainerin Liese Brancao machte am 15. Spieltag gegen den direkten Konkurrenten SGS Essen dank eines späten Treffers 2:1 (0:0) den ersten Heimsieg in der laufenden Spielzeit perfekt.

Vor 4410 Zuschauer*innen im Volksparkstadion gingen beide HSV-Tore auf das Konto von Sophie Hillebrand (50./90.+3, Foulelfmeter), die kurz nach der Pause und in der Nachspielzeit erfolgreich war. Für die SGS Essen markierte Paulina Platner (67.) den zwischenzeitlichen Ausgleich, konnte letztlich aber die zehnte Saisonniederlage und den Sturz auf einen Abstiegsplatz auch nicht verhindern.

Platner: "Noch nichts verloren"

"Es war ein offenes Spiel, das wir am Ende total unglücklich durch einen Elfmeter verloren haben", sagte Essens Torschützin Paulina Platner im Interview mit MagentaSport. "Wir haben bis zum Ende gekämpft, aber leider unsere Chancen nicht genutzt. Wir müssen jetzt zusammenstehen, denn es ist noch nichts verloren."

Die neue SGS-Cheftrainerin Heleen Jaques erklärte nach ihrem Bundesligadebüt: "Wir waren defensiv stabil, müssen uns aber in anderen Bereichen steigern. Vor allem benötigen wir mehr Ruhe am Ball."

Hamburgs Matchwinnerin Sophie Hillebrand meinte: "Im Laufe der Saison haben wir uns oft für gute Leistungen nicht belohnt. Deshalb ist es umso schöner, dass uns jetzt der erste Heimsieg gelungen ist. Es war eine große Willensleistung in der Schlussphase. Es war ein sehr wichtiger Erfolg, aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen."

Die neue HSV-Torhüterin Lea Paulick betonte: "Wir sind als Team während der kurzen Vorbereitung schon sehr gut zusammen. Alle wussten vor dem Spiel, worum es geht. Der Sieg war harte Arbeit, die Fans haben uns getragen."

Drei Zugänge in HSV-Startelf

Nicht weniger als sechs neue Spielerinnen hatte der Hamburger SV während der Winterpause verpflichtet. Mit Torhüterin Lea Paulick (zuvor Eintracht Frankfurt), Magou Doucouré (Napoli Women/Italien) und Rückkehrerin Paulina Bartz (Bayer 04 Leverkusen) gehörten drei von ihnen auf Anhieb zur Startelf. Dazu hielten sich Camilla Linberg (Kolbotn IL/Norwegen) und Gloria Sliskovic (Juventus Turin/Italien) zunächst auf der Bank bereit und wurden schließlich auch eingewechselt. Nur Nigar Mirzaliyeva (Zent St. Petersburg/Russland) war noch nicht dabei.

Im Vergleich zum abschließenden Spiel des Jahres 2025 beim VfL Wolfsburg (1:3) rückten außerdem Melanie Brunnthaler und Maria Mikolajova neu in die HSV-Anfangsformation. Stattdessen blieben Torfrau Inga Schuldt sowie Annaleen Böhler und Mia Büchele zunächst draußen. Christin Meyer und die Ex-Essenerin Nina Räcke standen nicht im Aufgebot.

Bei der SGS Essen setzte die neue Trainerin Heleen Jaques auf wenige personelle Veränderungen. Gegenüber dem 1:4 gegen Eintracht Frankfurt vor der Winterpause, bei dem die frühere belgische Nationalspielerin noch nicht in der Verantwortung stand, rückte Maike Berentzen neu ins Team. Sie bekam diesmal von Vorzug vor Natasha Kowalski.

Mikolajova knapp drüber

Die erste Halbzeit der Partie hatte nur wenige Höhepunkte zu bieten. Die beiden abstiegsbedrohten Teams, die sich im Hinspiel im Essener Stadion an der Hafenstraße torlos 0:0 getrennt hatten, agierten betont vorsichtig und wurden deshalb auch nur selten wirklich gefährlich.

Die Gastgeberinnen erarbeiteten sich leichte Vorteile und hatten in der Schlussphase des ersten Durchgangs auch die einzige hochkarätige Tormöglichkeit. Nach einem Rückpass von Lotta Wrede kam Maria Mikolajova an der Strafraumgrenze frei zum Abschluss, schoss aber knapp über die Latte. Weitere vielversprechende Angriffe blieben oft in Ansätzen stecken.

Ballverlust wird bestraft

Zur Pause brachte HSV-Trainerin Liese Brancao mit Camilla Linberg (für Paulina Bartz) die nächste neue Spielerin. Ihre Mannschaft nutzte nur wenig später gleich die erste Offensivaktion zur Führung. SGS-Abwehrspielerin Lany Mia Bäcker unterlief kurz vor dem eigenen Strafraum ein Ballverlust, den Sophie Hillebrand eiskalt mit dem 1:0 (50.) bestrafte.

Die Gäste aus dem Ruhrgebiet zeigten sich allerdings nicht lange geschockt, sondern bemühten sich schnell um den Ausgleich. Bei einem Konter übersah Laureta Elmazi die mitgelaufene Kapitänin Jacqueline Meißner und blieb dann an der HSV-Abwehr hängen. Ein Abschluss von Paulina Platner wurde ins Toraus abgefälscht. Der folgende Eckball ließ die Esserinnen jubeln. Die nur wenige Minuten zuvor eingewechselte Spielmacherin Natasha Kowalski brachte die Kugel nach innen, wo Paulina Platner per Kopf zum 1:1 (67.) traf.

Paulick pariert gegen Elmazi

Nach den beiden Treffern entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit zahlreichen Torszenen auf beiden Seiten. So scheiterten Maria Mikolajova und Lotta Wrede jeweils an SGS-Torhüterin Kim Sindermann. Ein Abschluss von Sophie Hillebrand und ein direkter Freistoß von Maria Mikolajova gingen knapp am Tor vorbei, ein Schlenzer von Melanie Brunnthaler landete auf dem Netz.

Auf der Gegenseite verhinderte HSV-Torhüterin Lea Paulick, die beim Ausgleich nicht allzu gut ausgesehen hatte, mit einer Glanzparade gegen Laureta Elmazi den möglichen Rückstand. Außerdem wurden Versuche von Paula Flach und der eingewechselten Leonie Köpp erst in letzter Sekunde geblockt.

In den Schlussminuten waren die Hamburgerinnen zwingender in der Offensive - und wurden in der Nachspielzeit noch belohnt. Essens Defensivspielerin Vanessa Fürst brachte die eingewechselte Camilla Linberg durch einen energischen Körpereinsatz im Strafraum zu Fall, den folgenden Foulelfmeter verwandelte Sophie Hillebrand souverän zum 2:1-Endstand (90.+3). Damit sorgte die Österreicherin für riesigen Jubel im Volksparkstadion.

Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga

Autor: mspw