DFB-Pokal
Freiburg bewahrt im Elfmeterschießen die Nerven

Vier Jahre nach dem letzten Finaleinzug im DFB-Pokal darf der SC Freiburg in dieser Saison von einer Wiederholung träumen. Der Bundesligist aus dem Breisgau hatte beim klassentieferen Zweitligisten Hertha BSC im Viertelfinale aber größte Mühe und gewann erst im Elfmeterschießen mit 5:4. Nach torlosen 90 Minuten hatte es nach der Verlängerung 1:1 (0:0, 0:0) gestanden.
Der Freiburger Pokaltorhüter Florian Müller wurde zum Helden, als er den unplatziert geschossenen Elfmeter des sechsten Freiburger Schützen Pascal Klemens parierte. Zuvor hatten er schon gegen Michael Cuisance gehalten. Hertha-Keeper Tjark Ernst hatte lediglich den Versuch von Johan Manzambi entschärft. Für die "Alte Dame" ist der Traum von einem ersten heimischen Finale im Olympiastadion dagegen einmal mehr vorzeitig geplatzt.
In einer umkämpften Partie vor 55.000 Zuschauenden hatte Freiburgs Yuito Suzuki zuvor erst in den zusätzlichen 30 Minuten nach einem missglückten Berliner Rückpass den Bann gebrochen (96.). Doch ein Traumtor nach einem platzierten Schuss von Fabian Reese aus knapp 20 Metern gestaltete das Spiel wieder offen (104.) - und Berlin war in der Verlängerung in der Folgezeit dem Sieg näher als der Bundesligist.
Reese-Treffer wird einkassiert
Ein Distanzversuch aus knapp 30 Metern vom späteren Torschützen Suzuki, der etwa einen halben Meter über das Hertha-Tor flog, bildete den Startschuss für eine muntere Anfangsphase (3.). Auf der anderen Seite setzte Marten Winkler einen Kopfball aus kürzester Distanz nur knapp neben das Tor (4.). Drei Minuten später klingelte es dann aber doch im Freiburger Tor, nachdem Fabian Reese aus wenigen Metern eine Rettungsaktion von Florian Müller zur vermeintlichen Führung abstaubte (7.). Doch der Treffer wurde nach Videostudium einkassiert, weil eine Abseitsstellung vorausgegangen war.
Auch in der Folgezeit versteckte sich die klassentiefere Hertha nicht und machte mit schnellen Gegenstößen immer wieder Alarm, während Freiburg bemüht war, Ruhe und Struktur ins Spiel zu bringen. Dies hätte beinahe Früchte getragen, doch der frühere Berliner Derry Scherhant scheiterte aus sieben Metern mit dem Rücken zum Tor stehend mit einem Schuss aus der Drehung am glänzend haltenden Tjark Ernst (20.).
Die Breisgauer wirkten in der Folgezeit wacher und aktiver, die Hertha machte hinten aber die Räume eng, was zulasten von Torszenen auf beiden Seiten ging. Erst kurz vor der Halbzeit zeigten sich beide Mannschaften wieder gefährlich in den Strafräumen. Auf Freiburger Seite verzog Scherhant knapp aus 13 Metern (40.). Für die Berliner verfehlte erst Michael Cuisance das Tor aus spitzem Winkel nur hauchzart (43.), dann konnte sich Müller nach einem Kopfball von Linus Gechter auszeichnen (44.). Nach einem Stockfehler von Toni Leistner wäre dann aber den Südbadenern kurz vor dem Pausenpfiff beinahe noch die Führung gelungen, doch wieder parierte Ernst sehenswert gegen den konternden Suzuki (45.+2).
Wenig Risiko in der Schlussphase
Auch nach dem Wiederanpfiff war ein Klassenunterschied höchstens zu erahnen, denn beide Teams starteten schwungvoll mit kleineren Torgelegenheiten. Auch wenn Freiburg mit weiterem Spielverlauf wieder mehr die Kontrolle übernahm, bekam es die Hertha mit ihren giftigen Gegenstößen nie vollends in Griff. Nach einer kecken Balleroberung von Suzuki hatte der eingewechselte Vincenzo Grifo dann die Freiburger Führung in bester Schussposition auf dem Fuß, traf dann aber aus zwölf Metern den Ball nicht richtig, sodass Ernst klären konnte (69.).
Mit einer drohenden Verlängerung im Hinterkopf gingen beide Mannschaften zu Beginn der Schlussphase nicht das letzte Risiko, um einen möglicherweise folgenschweren Fehler zu vermeiden. Zwar hatten beide Teams die Möglichkeit zum Lucky Punch, wie durch Grifo mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze (89.) oder einem Freistoß aus 17 Metern in der Nachspielzeit (90.+4), richtig zwingend wurde es aber auf beiden Seiten nicht.
Beide Tore in der Verlängerung
So ging es in die Verlängerung, in der Hertha zunächst der Führung näher war. Einen wuchtigen Drehschuss von Cuisance lenkte Müller noch gerade so um den langen Pfosten (94.). Im Gegenzug war dann aber Freiburg erfolgreich: Nach einem dicken Fehler im Berliner Aufbauspiel und einem missratenen Rückpass von Gechter in die Füße von Suzuki ließ der Japaner den Berliner Torwart zur Gästeführung aussteigen (96.). Hertha BSC blieb aber engagiert und kam noch vor der Pause traumhaft zum Ausgleich: Bei einem Distanzschuss von Fabian Reese aus knapp 20 Metern war Torwart Müller chancenlos (104.).
In der zweiten Halbzeit der Verlängerung erhöhten die Gastgeber weiter den Druck und hätten mit einem satten Abschluss von Luca Schuler das Spiel fast komplett gedreht, doch der Berliner Joker verzog bei seiner Direktabnahme und knallte den Ball knapp neben das Tor (109.).
Kategorien: DFB-Pokal
Autor: sid/bt

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