Schiedsrichter
Ein Leben für die Schiedsrichterei: Trauer um Eugen Strigel
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Der DFB trauert um seinen ehemaligen Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel, der im Alter von 76 Jahren gestorben ist. Strigel war über Jahrzehnte hinweg eine prägende Persönlichkeit des deutschen Schiedsrichterwesens. Egal ob in der Rolle als Bundesliga-Schiedsrichter, als TV-Experte, Mitglied im DFB-Schiedsrichterausschuss oder als internationaler Schiri-Beobachter: Er widmete einen Großteil seiner Lebenszeit den Unparteiischen. Immer getreu dem Motto: "Ganz oder gar nicht."
Seit 1968 war der gebürtige Baden-Württemberger Schiedsrichter, zwischen 1987 und 1995 pfiff er 70 Bundesligapartien. Seine aktive Karriere krönte und beendete er schließlich mit der Leitung des DFB-Pokalendspiels 1995 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg. "Ich hätte nicht im Traum gedacht, das alles zu erleben", sagte Strigel 2020 rückblickend.
15 Jahre lang DFB-Lehrwart
Doch sein Wirken endete mit diesem Höhepunkt nicht, sondern ging weit über den Fußballplatz hinaus. Eine Funktion hat es ihm dabei besonders angetan: die des Lehrwartes. Bereits seit 1976 sammelte er darin Erfahrungen, von 1984 bis 1994 auf Verbandsebene. Er gilt als einer der Pioniere, die damals Videoszenen in die Lehrarbeit mit aufgenommen haben. Ab 1995 kümmerte sich Strigel dann 15 Jahre lang als DFB-Lehrwart um die Aus- und Weiterbildung der Schiedsrichter*innen in Deutschland.
Zwischenzeitlich engagierte sich der leidenschaftliche Skifahrer 1994 und 1995 als Verbands-Schiedsrichter-Obmann in Württemberg, von 1998 bis 2010 war er der stellvertretende Schiri-Chef des DFB unter Volker Roth. Bekanntheit erlangte er auch durch den "Pfiff des Tages", das Format, mit dem Strigel im Aktuellen Sportstudio des ZDF die Schiedsrichterleistungen bei der WM 2002 und der EM 2004 sowie Entscheidungen seiner ehemaligen Kollegen in der Bundesliga kommentierte.
Auch nach 2010 blieb Eugen Strigel Mitglied der Schiedsrichter-Kommission, bis 2020 zuständig für das Beobachtungswesen. Dazu gehörte neben der Ansetzung der Beobachter auch die wöchentliche Auswertung der Bögen von der Bundesliga bis zur 3. Liga. Selbst als Beobachter unterwegs war der Südpfälzer schon seit 1995 – auch international für die UEFA und FIFA, unter anderem Topspiele der Champions League wie zwischen Real Madrid und Paris St. Germain.
Aktiv selbst in Schiri-Rente
Seine "Pension" verbrachte Strigel nach fast sechs Schiri-Jahrzehnten vor allem mit Fahrrad- und Motorradfahren sowie mit Skilaufen mit seiner Frau und Besuchen bei den Kindern und Enkeln. Nach einem Herzstillstand vor etwa 16 Jahren erkannte Eugen Strigel: "Ich habe gesehen, was wichtig ist, und zwar nur eines: deine Gesundheit und die deiner Mitmenschen." Selbst nachdem bei ihm die unheilbare Nervenkrankheit ALS diagnostiziert worden war, setzte er im vergangenen Jahr ein besonderes Zeichen der Verbundenheit zum Fußball und vermachte Borussia Mönchengladbach den originalen Spielball des Pokalfinales von 1995 – ein emotionales Symbol seiner Wertschätzung.
Eugen Strigels Lebensweg war geprägt von Verlässlichkeit und dem tiefen Wunsch, den Sport besser zu machen. Sein Leitspruch war stets: "Da sind zwei Mannschaften, die Fußball spielen wollen. Dazu braucht es einen Schiedsrichter. Ein Schiedsrichter, der zwei Mannschaften braucht, um sich selbst darzustellen, ist fehl am Platz. Und das Menschliche darf neben der notwendigen Leistung nicht vergessen werden."
Knut Kircher, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH sagt: "Wir sind tieftraurig und bestürzt von Eugens Tod. Noch bis vor einigen Monaten war er jede Woche unterstützend im Video-Assist-Center in Köln im Einsatz, zuletzt begleitete er mich bei manchen Beobachtungen im Stadion. Er wird uns nicht nur als stets kompetenter Ansprechpartner oder Motivator fehlen, sondern in erster Linie auch als Mensch und Freund. Die gesamte Schiri-Familie wird Eugen vermissen."
Kategorien: Schiedsrichter, DER DFB
Autor: mv

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