Frauen-Nationalmannschaft
Berger: "Ein 5:0 ist auf jeden Fall ein Statement"

Einen Tag nach dem souveränen Auftaktsieg der Frauen-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Slowenien lässt Torhüterin Ann-Katrin Berger die Partie in Dresden Revue passieren, blickt aufs Duell mit Norwegen am Samstag (ab 18 Uhr, im ZDF-Livestream) und zieht ihr persönliches Fazit des EM-Jahres 2025.
Ann-Katrin Berger über...
... das Wiedersehen in der Nationalmannschaft: Die Freude ist natürlich riesig. Es ist wie so eine kleine Familie. Wenn man sie dann nicht so oft sieht, ist das schon ein bisschen traurig. Deswegen ist die Vorfreude viel größer, wenn man auch ein bisschen länger zusammenhocken und Zeit verbringen kann, auf und neben dem Platz. Natürlich ist die Abstellungsperiode diesmal länger. Wir haben jetzt zwölf Tage zusammen, da kann man besser ins Detail gehen, die Intensität im Training ein bisschen hochschrauben und den Feinschliff machen.
... das Spiel gegen Slowenien: Man hat gemerkt, dass wir schon lange nicht mehr zusammengespielt haben. Ich glaube, wir können noch effizienter sein. Aber ich muss ehrlich sagen, 5:0 fürs erste Spiel ist auf jeden Fall ein Statement, dass wir wirklich keine Mannschaft auf die leichte Schulter nehmen. Für den Anfang war es schon ganz ordentlich. Ich sage immer, dass ich am liebsten nichts zu tun habe, dann mache ich meine Arbeit gut. Sobald ich mal eine Parade habe, weiß ich, dass ich es nicht richtig organisiert habe. Deswegen sind solche Spiele für mich eigentlich echt angenehm.
... ihre Entscheidung, in der Nationalmannschaft weiterzumachen: Ich glaube, ich hätte gar nicht Nein sagen können. Die Mädels haben es mir da echt ein bisschen schwer gemacht. Ich musste ehrlich zu mir selbst sein und mich fragen, ob ich es noch schaffe, auf so einem Niveau zu spielen. Grundsätzlich fühle ich mich fit, und im Fußball weiß man sowieso nie, was passiert. Also warum sollte man dann aufhören, wenn es am Schönsten ist?
... die WM 2027 in Brasilien: Eine Weltmeisterschaft mitzumachen ist wirklich ein richtig, richtig schönes Ereignis für einen Sportler. Ich habe ja schon eine WM erlebt, und es war einfach besonders. Jeder weiß, dass Brasilien ein sehr fußballverrücktes Land ist. Wir haben auch letztes Jahr noch ein paar Brasilianerinnen in meiner Mannschaft gehabt. Man sieht einfach, was das für eine Kultur ist. Deswegen freue ich mich auch schon riesig auf die Weltmeisterschaft. Aber jetzt müssen wir erst gucken, dass wir soweit überhaupt kommen. Wir haben keine einfache Gruppe. Ich sage jetzt vielleicht nicht Todesgruppe, von der immer die Rede ist. Aber für mich ist eigentlich jede Gruppe schwierig, da muss man erst mal rauskommen.
... ihre gestiegene Popularität: Für den Frauenfußball generell haben wir wirklich ein sehr, sehr gutes Jahr gehabt. Und ich habe eigentlich nur versucht, meinen Beitrag zu leisten. Es ist schön, dass man mittlerweile so anerkannt wird in Deutschland. Vor allem, wo ich jetzt schon seit über zehn Jahren im Ausland spiele und das früher nie so der Fall war. Es ist einfach schön, die Entwicklung des Frauenfußballs zu sehen.
... ihre Parade im EM-Viertelfinale gegen Frankreich: Ich habe genug Aufnahmen von meiner Mannschaft bekommen. Ich habe schon ein paar witzige Fotos in unserem Gruppenchat gesehen. Nur wegen einer Parade sollte aber nicht die Mannschaft in den Hintergrund rücken, weil das, was wir gegen Frankreich geleistet haben, einfach eines der besten Spiele war, das ich im Fußball je gesehen habe. Das vergisst man nicht, wenn man dabei war.
... Gegner Norwegen: Jedes Spiel ist schwierig, und natürlich müssen wir schauen, dass unser Spiel vielleicht ein bisschen flüssiger wird. Norwegen ist eine sehr, sehr gute Mannschaft. Sie haben sehr viele individuell starke Spielerinnen, die wirklich überragend sind über einen langen Zeitraum.
... das Spiel auf Kunstrasen: Ich habe in Amerika zwei Spiele, die ich auch auf Kunstrasen spiele. Und das ist natürlich eine etwas andere Art und Weise des Fußballs. Deswegen wird das natürlich ein Faktor sein, aber wir sind Profis und sollten eigentlich damit sehr schnell umgehen. Jeder Platz ist anders und Kunstrasen auch. So sollten wir in das Spiel reingehen. Wenn ein Schuss aufs Tor kommt, kann er immer ein bisschen anders aufspringen, je nachdem wie lang das Gras ist oder wie viel Sand oder Granulat darauf sind.
Kategorien: Frauen-Nationalmannschaft
Autor: dfb

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