Integrationsbeauftragter des DFB: Ex-Nationalspieler Cacau © Bremer Fußball-Verband
Integrationsbeauftragter des DFB: Ex-Nationalspieler Cacau

Die Nominierten in der Kategorie "Verein"

Altonaer FC von 1893 e.V.: 1400 Hamburger/innen sind Mitglied beim Traditionsklub. Die 1. Mannschaft schaffte vergangene Saison den Aufstieg in die Regionalliga Nord. Fast jede/r Zweite im Verein hat einen Migrationshintergrund. Zum modernen Integrationskonzept zählen neben einem internationalen Sportfest auch Angebote für Flüchtlingskinder und ihre Eltern sowie Kooperationen mit Migrantenorganisationen, Schulen und Kitas. 2014 wurde man dafür mit dem Integrationspreis des Hamburger FV ausgezeichnet.

FC Ente Bagdad/Vitesse Mayence 1986 e.V.: Studenten gründeten "die Ente" 1973 als Hobbyverein. Man ist älter geworden, aber immer noch begeistert und mit einer klaren Grundhaltung bei der Sache. Das Motto "You’ll never watschel alone" wird gelebt, etwa durch das seit 2015 geförderte Programm "Willkommen im Fußball". Außerdem bietet der Verein den ankommenden Menschen seine Hilfe beim Spracherwerb an sowie bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen an. 2010 wurde man mit dem "Respekt-Preis" ausgezeichnet.

SV Rot-Weiß Hütte: Unter dem Motto "Keiner bleibt zurück" engagiert sich der Troisdorfer Verein für eine vielfältige Gemeinschaft. Mehr als die Hälfte der jugendlichen Mitglieder hat einen Migrationshintergrund. Unabhängig von der finanziellen Situation der Familien, können alle Jugendlichen aktiv am Vereinsleben und an mehrtägigen Jugendfreizeiten teilnehmen. Für das Engagement wurde man 2013 mit dem Ehrenamtspreis der Bayer 04 Sportförderung ausgezeichnet.

Die Nominierten in der Kategorie "Schule"

Gesamtschule Berger Feld: Die Gesamtschule in Gelsenkirchen kennt jeder ernsthafte Fußballfan in Deutschland, denn schließlich drückten hier einst Leroy Sané, Julian Draxler, Mesut Özil, Benedikt Höwedes oder auch Manuel Neuer die Schulbank. Über die Hälfte der Schüler haben einen Migrationshintergrund. Gelegen in Blickweite zur Schalker Arena, pflegt man natürlich eine Kooperation mit den Königsblauen. Seit 2013 laufen integrative Projekte wie "Fußball trifft Kultur", "kickformore" und "Open Sundays". Dann nämlich schließt der Hausmeister auch am Sonntag die Sporthalle auf.

Hans Tilkowski Schule: Alle 300 Schüler/innen – die Hälfte mit Migrationshintergrund -nehmen an der Hauptschule in Herne an verschiedenen sportlichen Initiativen zur Integration von Flüchtlingen und Seiteneinsteigern in die Gesellschaft teil. Beispielhaft ist das Projekt "In save hands". Die Kooperationen "Lebenswelten aktiv gestalten" und "Rock your live" bringen den Kindern andere Kulturen näher und helfen Jugendlichen bei der Berufsorientierung. Dafür gab es 2012 den Deutschen Schulsportpreis.

Janusz-Korczak-Förderschule Voerde: Seit 2015 gibt es die Förderschule für "Emotionale und soziale Entwicklung" am Niederrhein. Sowohl das interkulturelle Zusammenleben der Schüler, als auch der Integrations- und Inklusionsgedanke werden insbesondere durch Fußball gefördert. Hierfür wurde 2015 das Projekt der Fußball-AG "Toleranz gewinnt", das Begegnungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen ermöglicht, ins Leben gerufen. 2017 besuchte Cacau die Schule und leitete ein Fußballtraining.

Die Nominierten in der Kategorie "Freier/Kommunaler Träger"

Buntkicktgut gGmbH: Durch das Berliner Straßenfußball-Konzept lernen Kinder und Jugendliche in gemischten Mädchen- und Jungen-Teams Verantwortung zu übernehmen und ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Das Projekt richtet Fußballtrainingseinheiten, Turniere und eine Liga aus, führt Jugendliche an ein Ehrenamt heran und stellt Qualifizierungs-, Bildungs- und Freizeitangebote zur Verfügung.

Fan-Projekt Dortmund e.V.: Rund 3000 Jugendliche pro Jahr - 60 Prozent mit einem Migrationshintergrund - beteiligen sich an den verschiedenen Lernveranstaltungen, die die Initiative als Mitglied des Vereins "Lernort Stadion e.V." direkt im Signal-Iduna Park in Dortmund durchführen. Die Faszination des Fußballs nutzend, werden den Jugendgruppen Toleranz und Demokratie vermittelt und Themen wie Zivilcourage und Inklusion nähergebracht. Am interkulturellen Stadionfest "Unser Ball verbindet die Welt" beteiligen sich einmal im Jahr mehr als 100 Vereine.

Step Stiftung Freiburg: Das Projekt aus Freiburg fördert den Mädchenfußball, insbesondere für Mädchen mit Migrationshintergrund. Immer wieder leiten Bundesligaspielerinnen des SC Freiburg das Training. Durch ein großes ehrenamtliches Engagement bei der Organisation von Fußball-AGs, Turnieren und die Zusammenarbeit mit dem Sportinstitut der Universität Freiburg hat die Stiftung sich eine bemerkenswerte Kompetenz im Thema Mädchenfußball und Migration erworben und viele Mädchenfußball-Veranstaltungen in Freiburg etabliert.