Leistungstest für Schiedsrichter/innen

Neben den theoretischen Regelkenntnissen muss die/der Schiedsrichter/in auch über körperliche Voraussetzungen verfügen, die ihr/ihm erlauben, das Spiel über maximal 120 Minuten zu leiten. Diese werden mittels eines Leistungstest überprüft.

Um die Lesbarkeit des Textes im Folgenden zu vereinfachen wird lediglich die männliche Form verwendet. Selbstverständlich ist in allen Fällen die weibliche Form mit eingeschlossen.

1. Test: Kurzstrecken

Gemessen wird die die Zeit, die der Schiedsrichter für eine 40-Meter-Strecke benötigt, die er sechsmal durchlaufen muss. Der Aufbau und Ablauf ist wie folgt:

  • Ein Streckenabschnit von 40 Metern wird mittels Lichtschranken oder auch mit Hütchen (Start- und Ziellinie) auf einer Laufbahn markiert (aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit).
  • 1,5 Meter vor der eigentlichen Startlinie mit der Lichtschranke wird eine weitere Linie markiert, von der der Schiedsrichter dynamisch in die Lichtschranke startet ("fliegender Start").
  • Nach dem 40-Meter-Sprint hat er 1,5 Minuten Zeit, zurückzugehen und den nächsten Sprint zu starten.
  • Insgesamt absolviert der Schiedsrichter die Strecke sechsmal. Stürzt oder strauchelt ein Schiedsrichter, hat er einen weiteren Versuch ((1 Versuch = 1 x 40 m).
  • Überschreitet ein Schiedsrichter bei einem der sechs Versuche die geforderte Zeit, kann er unmittelbar nach Sprint 6 einen weiteren Versuch absolvieren. Bei zwei gescheiterten Versuchen gilt der Test als nicht bestanden.
  • Nagelschuhe sind nicht zugelassen.

Geforderte Zeiten:

  • 6,2 Sekunden für Lizenzliga-Schiedsrichter und -Assistenten in allen sechs Sprints
  • 6,0 Sekunden für internationale Assistenten in allen sechs Sprints
  • 6,6 Sekunden für Schiedsrichterinnen und Assistentinnen der Frauen-Bundesliga in allen sechs Sprints
  • 6,8 Sekunden für alle Schiedsrichterinnen und Assistentinnen ausgenommen Frauen-Bundesliga-Schiedsrichterinnen und internationale Assistentinnen
  • 6,4 Sekunden für internationale Assistentinnen in allen sechs Sprints

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2. Test: Langstrecken

Die Schiedsrichter müssen zwanzigmal in einer bestimmten Zeit und mit vorgegebenen 50-Meter-Gehpausen eine 150-Meter-Strecke absolvieren. Der Aufbau und Ablauf ist wie folgt:

  • Auf der 400-Meter-Laufbahn sind zwei 150-Meter-Abschnitte markiert, die durch 50-Meter-Abschnitte getrennt sind (s. Abb.).
  • Auf den ersten Pfiff hin müssen die Schiedsrichter 150 Meter in einer bestimmten Zeit (s.u.) zurücklegen und den Beginn der Gehzone mit dem zweiten Pfiff mit mindestens einem Fuß betreten.
  • Der Beginn der Gehzone ist 3 Meter vor und 3 Meter hinter den Ziellinien mit Hütchen markiert.
  • Durch diese Zone gehen die Schiedsrichter in vorgegebener Zeit und starten mit dem nächsten Pfiff erneut eine 150-Meter-Strecke. Helfer zählen die Sekunden dabei rückwärts (z. B . 15, 10, 5 Sek.), damit die Schiedsrichter stets wissen, wie viel Zeit verbleibt.

Geforderte Zeit für Männer:

  • Die Schiedsrichter und Assistenten müssen die erste 150-Meter-Strecke (von Start 1 bis Ziel 1, s. Abbildung) in 30 Sekunden zurücklegen. Danach haben sie für die Gehpause von 50 Meter (Ziel 1 bis Start 2) 35 Sekunden Zeit. Beim nächsten Pfiff müssen sie wieder in 30 Sekunden 150 Meter zurücklegen (Start 2 bis Ziel 2), gefolgt von weiteren 35 Sekunden für die 50-Meter-Gehpause.
  • Die vier Strecken bilden eine Runde. Es sind mindestens zehn Runden zu absolvieren.

Geforderte Zeit für Frauen:

  • Die Schiedsrichterinnen und Assistentinnen müssen die erste 150-Meter-Strecke (von Start 1 bis Ziel 1) auf Kommando in 35 Sekunden zurücklegen. Danach haben sie für die Gehpause von 50 Meter (Ziel 1 bis Start 2) 45 Sekunden Zeit. Beim nächsten Pfiff müssen sie wieder 150 Meter in 35 Sekunden zurücklegen (Start 2 bis Ziel 2), gefolgt von weiteren 45 Sekunden für die 50-Meter-Gehpause.
  • Die vier Strecken bilden eine Runde. Es sind mindestens zehn Runden zu absolvieren.
  • Schiedsrichterinnen der Frauen-Bundesliga haben jeweils nur 40 Sekunden Zeit für die 50-Meter-Gehpause.

Hinweis

Eine Voraussetzung für den Einsatz beim DFB ist das Bestehen der Leistungsprüfung beim Sommer-Lehrgang. Wird die Leistungsprüfung nicht bestanden, so werden bis zum Nachprüfungstermin keine DFB-Spielaufträge erteilt, ggfs. schon zugegangene Spielaufträge werden zurückgezogen.