Krug: "Foul an Hahn kann nur Rot sein"

Berechtigter Elfmeter oder doch eine Fehlentscheidung? Abseits oder nicht? War der Platzverweis angemessen, oder hätte es auch eine Verwarnung getan? Handspiel oder nicht? Über diese und andere Fragen diskutiert Fußball-Deutschland nach jedem Bundesliga-Spieltag.

Ab dieser Saison beteiligen sich auch Vertreter der DFB-Schiedsrichter-Kommission an dieser Diskussion. Beziehungsweise: Sie bringen Licht in so manch dunkle Regelfrage. Und zwar durch einen Videoblog auf DFB-TV. Heute im Fokus: zwei Spielszenen vom 10. Spieltag in der Bundesliga und eine der 12. Runde in der 2. Bundesliga, die für DFB.de der DFL-Schiedsrichtermanager Hellmut Krug analysiert.

Foul und Rote Karte gegen Schalkes Johannes Geis nach Foul an Gladbachs André Hahn: Der Schalker Johannes Geis geht mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Nationalspieler André Hahn und trifft den Gladbacher mit gestreckter Sohle am Schienbein. Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) zögert keine Sekunde und zeigt dem Schalker die Rote Karte. Krug dazu: "Der Schiedsrichter steht optimal und entscheidet sich sofort für die richtige Strafe - und das kann und darf nur Rot sein. Wenngleich wir hier Geis keine Absicht unterstellen sollten, sieht es einfach brutal aus."

Foul und Gelbe Karte gegen Karlsruhes Dominic Peitz nach Foul an Kaiserslauterns Markus Karl: Ähnliche Szene wie in Gladbach. KSC-Akteur Peitz geht mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Lauterns Karl und trifft diesen dann auch. Der Unparteiische Knut Kircher (Rottenburg) zückt Gelb für den Karlsruher. Dazu führt Krug aus: "Das ist eine vergleichbare Szene zu der in Mönchengladbach. Allerdings stand der Schiedsrichter in diesem Fall um ein Vielfaches schlechter und hat keinen klaren Einblick ins Geschehen gehabt. Peitz geht in einem Spreizschritt mit dem rechten Fuß und offener Sohle dem Gegner auf den Unterschenkel. Auch er hätte des Feldes verwiesen werden müssen. Die Tatsache, dass der Schiedsrichter das nicht genau sah, führt dazu, dass er nur Gelb gibt."

Foul und Gelbe Karte gegen Augsburgs Tobias Werner nach Foul an Dortmunds Sokratis: Wieder gestrecktes Bein - Werner läuft den BVB-Innenverteidiger an und trifft mit der Sohle Sokratis' Oberschenkel. Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) zeigt dem Augsburger daraufhin die Gelbe Karte. Krug sagt zu dieser Entscheidung: "Strafmildernd wirkt hier, dass Werner im letzten Moment merkt, was auf ihn zukommt, und versucht zurückzuziehen. Dennoch: Werner hätte sich über Rot nicht beklagen dürfen. Aber: Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Intensität im Treffpunkt nicht so hoch war wie in den anderen beiden Fällen, ist Gelb hier noch eine vertretbare Strafe."