WM 2026

WM 2010: Löws "junge Wilde" stürmen bis ins Halbfinale

08.06.2026
Fünf Turniertore bei der WM 2010 in Südafrika: Newcomer Thomas Müler (2.v.l.) Foto: dpa Picture-Alliance

An diesem Donnerstag, 11. Juni, beginnt die FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Deutschland nimmt zum bereits 21. Mal an einer WM-Endrunde teil. In einer Serie blickt DFB.de auf die deutsche WM-Geschichte zurück, von Turnier zu Turnier. Heute: die 17. Teilnahme mit Platz drei bei der WM 2010 in Südafrika.

Auf Jürgen Klinsmann folgte sein Assistent Joachim Löw, und der neue Bundestrainer kam als Vizeeuropameister nach Südafrika. Aber nicht als Favorit, zu dunkel waren die Vorzeichen. Drei Wochen vor Turnierstart verletzte sich Kapitän Michael Ballack, Legionär beim FC Chelsea, im englischen Pokalfinale - und ganz Deutschland malte schwarz. Zuvor war schon der vorgesehene Stammtorwart René Adler ausgefallen. Löw setzte notgedrungen auf frische Kräfte: Torwart Manuel Neuer, Holger Badstuber und Jerome Boateng in der Abwehr, Sami Khedira und Mesut Özil im Mittelfeld, Thomas Müller im Sturm - Deutschlands WM-Team war so jung wie seit 1934 nicht mehr.

Der Schwung reichte, um biedere Australier beim 4:0 zu demontieren, doch schon der erste harte Brocken sorgte für Schluckbeschwerden - Serbien gewann mit 1:0, Miroslav Klose flog vom Platz und Lukas Podolski verschoss einen Elfmeter. Das Finale ums Weiterkommen gegen Ghana wurde eine zähe Angelegenheit, aber Özils Tor sprengte die Ketten. Ab dem Achtelfinale glänzte die DFB-Auswahl, die nach dem 4:1 gegen England in aller Munde und dem 4:0 über Diego Maradonas Argentinier der neue WM-Favorit war. Dann kam der falsche Gegner zur falschen Zeit: Spanien. Im Halbfinale stießen die deutschen Himmelsstürmer an ihre Grenzen und verloren mit 0:1. Am Ende aber stand ein beachtlicher dritter Platz, und nach Miroslav Klose 2006 stellte Deutschland auch 2010 den Torschützenkönig der WM. Sein Nachname ließ die Welt erschaudern: Müller. Thomas Müller.

Wer schoss die deutschen Tore?

Thomas Müller (5), Klose (4), Podolski (2), Cacau, Friedrich, Jansen, Khedira, Özil (je 1).

Wieviel eingesetzte Spieler?

22 - alle außer Torwart Tim Wiese.

Fakten

Erstmals nach 1974 (Uli Hoeneß gegen Polen) verschoss Deutschland in einem WM-Spiel einen Elfmeter - Lukas Podolski vergab gegen Serbien.

Ganz in Schwarz spielte Deutschland bei einer WM nie zuvor, 2010 aber gleich dreimal - gegen Ghana, Argentinien und Uruguay.

Kurioses

Im Achtelfinale zu Bloemfontein wurde England ein klares Tor aberkannt. Der Ball prallte nach Frank Lampards Schuss deutlich hinter die Torlinie, der Schiedsrichter sah es nicht. Manche sahen darin die Revanche für das "Wembley-Tor" von 1966. FIFA-Chef Sepp Blatter entschuldigte sich bei den Engländern, aber an Tatsachenentscheidungen war 2010 noch nicht zu rütteln.

Ein Oktopus aus dem Sealife in Oberhausen wurde zum WM-Orakel. Krake Paul sollte vor jedem Spiel wählen, aus welchem Trog er sein Futter bekommt - jeweils einer in Deutschland-Farben und einer in der des Gegners. Die Wahl wurde zur Prognose umgedeutet. Paul entschied sich immer für Deutschland, bis zum Halbfinale - da stand er auf Spanien. "Die Stimme Pauls ist die Stimme Gottes", schrieb eine brasilianische Zeitung nach dem Spiel.

Bemerkenswertes Zitat

"Thank you, Fußball-Gott!" (Bild nach dem 4:1 gegen England)

Wer wurde Weltmeister?

Spanien durch ein 1:0 nach Verlängerung im Finale gegen Niederlande.

Kategorien: WM 2026, Männer-Nationalmannschaft, Weltmeisterschaft

Autor: um