Google Pixel Frauen-Bundesliga
Vor 16.500 Fans: Frankfurt dreht 0:2 in Mainz

Eintracht Frankfurt erobert zumindest vorerst die Tabellenführung in der Google Pixel Frauen-Bundesliga. Das Team von Trainer Niko Arnautis kam zum Auftakt des 5. Spieltages im Rhein-Main-Duell beim Aufsteiger 1. FSV Mainz 05 trotz eines 0:2-Rückstands noch zu einem 3:2 (0:2)-Auswärtserfolg und bleibt damit weiterhin unbesiegt.
Vor 16.500 Zuschauer*innen, die bei der Premiere in der großen MEWA ARENA für einen neuen Vereinsrekord des Mainzer Frauenteams sorgten, durfte der Tabellenletzte nach Toren von Kara Bathmann (6.) und Sabina Jackson (30.) zunächst auf eine Überraschung hoffen. Nach der Pause drehte die Eintracht jedoch durch Treffer von Marthine Östenstad (58.), FSV-Kapitänin Johanna Berg (65., Eigentor) und Rebecka Blomqvist (70.) innerhalb von nur zwölf Minuten das Spiel.
Mit jetzt 13 Punkten verdrängten die Hessinnen den VfL Wolfsburg (1:2 bei der TSG Hoffenheim) von Platz eins. Am Samstag (ab 14 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN) konnte allerdings Titelverteidiger FC Bayern München schon mit einem Remis im Spitzenspiel gegen den 1. FC Köln wieder vorbeiziehen.
Lührßen: "Gute Mentalität"
"Die erste Halbzeit war überhaupt nicht gut von uns. Wir haben nur reagiert", sagte Frankfurts Linksverteidigerin Nina Lührßen im Interview mit MagentaSport. "Nach der Pause haben wir jedoch unser wahres Gesicht gezeigt und noch für die Wende gesorgt. Das spricht für die gute Mentalität des Teams."
Eintracht-Trainer Niko Arnautis erklärte: "Zur Halbzeit mussten wir einige Dinge deutlich anprechen. Bis dahin waren wir zu fahrlässig. Am Ende war unser Sieg jedoch verdient. Die Tore waren die logische Konsequenz unserer Überlegenheit. Wir haben jetzt einen guten Start hingelegt. 13 Punkte nach fünf Partien können sich sehen lassen."
Flügelstürmerin Ereleta Memeti meinte: "Wir haben uns zu Beginn schwergetan, ins Spiel zu kommen, und haben auch viele Zweikämpfe verloren. In der zweiten Halbzeit sind wir wesentlich besser in unseren Flow gekommen und haben unsere Chancen genutzt."
"Achterbahn der Gefühle"
"Die Unterstützung der Fans war überragend, bei meinem Treffer hatte ich Gänsehaut", betonte die Mainzer Torschützin Kara Bathmann gegenüber MagentaSport. "Insgesamt war das Spiel eine Achterbahn der Gefühle. Die erste Hälfte war überragend. Dann sind wir leider schlecht aus der Kabine gekommen. Die Frankfurterinnen haben in der zweiten Halbzeit ihre Qualität ausgespielt."
FSV-Trainer Takashi Yamashita betonte: "Wir haben es zu Beginn taktisch sehr gut gemacht. Im Spielverlauf der zweiten Halbzeit sind wir müde und dadurch auch zu passiv geworden. Trotz der Niederlage hat die Mannschaft erneut gezeigt, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht und wir uns nach und nach verbessern."
Drei Ex-Frankfurterinnen dabei
Trotz der vorherigen 0:3-Niederlage beim SC Freiburg sah Takashi Yamashita, Trainer beim 1. FSV Mainz 05, wegen der ansprechenden Leistungen seines Teams keinen Grund für Veränderungen und setzte auf eine unveränderte Anfangsformation. Mit Saskia Matheis, Kara Bathmann und Kapitänin Johanna Berg standen gleich drei Spielerinnen in der Startelf, die früher für die Frankfurterinnen am Ball waren.
Bei der Eintracht entschied sich Trainer Niko Arnautis im Vergleich zum 4:2-Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim für vier Umstellungen. In der Innenverteidigung startete Sara Doorsoun für Amanda Ilestedt, Pia-Sophie Wolter ersetzte Paulina Krumbiegel als Rechtsverteidigerin. Weiter vorne bekamen Hanna Bennison und Hayley Raso eine Pause. Dafür liefen Noemi Ivelj im zentralen Mittelfeld und Danique Tolhoek im Sturm an der Seite von Rebecka Blomqvist auf. Nationalspielerin Larissa Mühlhaus (muskuläre Verletzung am rechten Oberschenkel), Vivienne Lia (englische U 20-Nationalmannschaft) und Torhüterin Sophia Winkler (Aufbautraining) standen weiterhin nicht zur Verfügung.
Bathmann staubt ab
Die erste gute Tormöglichkeit gehörte den favorisierten Gästen. Nach einer Flanke von Pia-Sophie Wolter köpfte Angreiferin Rebecka Blomqvist an das Außennetz. Früh in Führung gingen jedoch die Mainzerinnen. Nach einer cleveren Ablage von Gentiana Fetaj traf Chiara Bouziane zunächst mit einem abgefälschten Schuss die Unterkante der Latte. Dann aber beförderte Kara Bathmann den Abpraller aus kurzer Entfernung zum 1:0 (6.) über die Linie.
Die Eintracht antwortete mit wütenden Angriffen und hatte durch Danique Tolhoek, deren Schuss Johanna Berg von der Torlinie kratzte, und Lina Lührßen, in deren Abschluss sich Sabina Jackson warf, auch gute Chancen zum Ausgleich. Allerdings ließen die Frankfurterinnen immer wieder Gelegenheiten des FSV zu. So verhinderte Torhüterin Lina Altenburg gegen die völlig frei auf sie zulaufende Matton Strickler den zweiten Gegentreffer.
Wenige Minuten später hatten die Mainzer Fans dann aber doch erneut Grund zum Jubeln. Nach einem Eckball von Saskia Matheis war Sabina Jackson zur Stelle und drückte das Spielgerät mit der Hüfte zum 2:0 (30.) ins Netz. Nachdem Saska Matheis sogar noch das mögliche 3:0 auf dem Fuß hatte, verpassten Rebecka Blomqvist und Ereleta Memeti zweimal aus aussichtsreichen Positionen die Chance, auf 2:1 zu verkürzen. Deshalb ging es mit einem Zwei-Tore-Vorsprung des FSV in die Kabine.
Debüt für Torhüterin Schön
Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Gastgeberinnen zum ersten Wechsel gezwungen. Für Torhüterin Mamiko Matsumoto, die sich kurz vor der Pause bei einer Abwehraktion verletzt hatte, ging es nicht weiter. Für sie wurde Marisa Schön eingewechselt, die damit ihre Premiere in der höchsten deutschen Spielklasse feierte. Die 21 Jahre alte Torfrau hatte schon nach wenigen Minuten Glück, als ihre Mitspielerin Yurina Imai einen Frankfurter Freistoß per Kopf abfälschte und sich die Kugel auf die Latte des Mainzer Tores senkte.
Insgesamt entfachte die Eintracht jetzt deutlich mehr Druck nach vorne, drängte auf den Anschlusstreffer - und wurde dann auch schnell belohnt. Nach einem Eckball von Ereleta Memeti prallte der Ball vom Oberkörper der aufgerückten Abwehrspielerin Marthine Östenstad zum 2:1 (58.) ins Tor.
Die Gäste blieben nun am Drücker, erarbeiteten sich eine Serie von Standardsituationen, die immer wieder für Gefahr sorgten. So köpfte erneut Marthine Östenstad nach einer Ecke von Ereleta Memeti knapp vorbei. Kurz darauf fiel dann aber doch der Ausgleich. Einen Linksschuss von Nina Lührßen fälschte Johanna Berg unglücklich zum 2:2 (65.) ins eigene Tor ab. Die Hereingabe kam von der eingewechselten Hayley Raso.
Blomqvist trifft über Kopf
Das Momentum war nun komplett auf Frankfurter Seite, so dass sich die Mainzerinnen kaum noch befreien konnten. Schon Laura Freigang hätte per Kopfball den Führungstreffer erzielen können, die Nationalspielerin scheiterte jedoch an der gut reagierenden Marisa Schön, die den Ball um den Pfosten drehte. Nur wenige Minuten war die Debütantin allerdings machtlos. Eine Maßflanke von Rechtsverteidigerin Pia-Sophie Wolter verlängerte Rebecka Blomqvist mit einem sehenswerten Kopfball zum 2:3 (70.) ins lange Eck. Innerhalb von nur zwölf Minuten hatten die Hessinnen den 0:2-Rückstand komplett gedreht. In der Schlussphase versuchte der Aufsteiger noch einmal alles, um zum ersten Punktgewinn in der Frauen-Bundesliga zu kommen. Die Eintracht brachte den knappen Vorsprung jedoch über die Zeit und sprang zumindest über Nacht auf Platz eins.
Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga
Autor: mspw

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