Männer-Nationalmannschaft
Tah: "Es ist das Größte, was ein Fußballer erleben kann"

Am Sonntag (ab 19 Uhr, live in der ARD und bei MagentaTV) ist es soweit: Die deutsche Nationalmannschaft trifft in ihrem ersten Gruppenspiel bei der FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko auf Curacao. Vorab sprechen Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck über den WM-Neuling, die Bedingungen im DFB-Teamquartier in Winston-Salem und die Erwartungen fürs Turnier.
Jonathan Tah über...
... Nico Schlotterbeck: Nico ist ein überragender Innenverteidiger, den ich jetzt schon ein paar Jahre kennenlernen durfte. Er ist auch ein besonderer Typ, sehr extrovertiert, hat immer einen Spruch auf Lager – mag ich. Und auf dem Platz kann er uns sehr viel geben. Vor allem mit dem Ball gibt es in Europa nicht so viele, die auf dem Niveau unterwegs sind. Ich finde es top, wie er sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat.
... Manuel Neuer: Ich habe jetzt ein Jahr mit Manuel bei Bayern spielen dürfen. Er hat diese besondere Ausstrahlung, diese besondere Aura. Als wir noch sehr jung waren, haben wir Manuel schon im Tor gesehen, als wir die Spiele noch vorm Fernseher geschaut haben. Deswegen hat man da großen Respekt. Manu macht es top.
... die Trainingsinhalte: In den letzten Einheiten hatten wir einen Fokus auf kleine Details, die jetzt wichtig werden für die Spiele – natürlich auf die Gegner, aber auch grundsätzlich fürs Turnier. Da haben wir schon viel erreicht und sind gut in die Abläufe reingekommen.
... seine erste WM: Ich freue mich mega, dass ich jetzt bei meiner ersten WM dabei sein darf. Im Vorfeld habe ich schon gespürt, wie groß dieses Turnier ist. Es ist das Größte, was ein Fußballer erleben kann, und deswegen bin ich sehr dankbar.
... den zweiten Gegner Elfenbeinküste, wo seine Wurzeln liegen: Ich bin als Deutscher in Deutschland aufgewachsen, aber ich habe von meinem Vater die Kultur mitbekommen und fühle mich auch verbunden mit dem Land. Ich war vergangenes Jahr auch dort, um meine Oma und andere Familienmitglieder zu besuchen. Deswegen wird das Spiel etwas Besonderes.
... das Klima in den USA: Natürlich ist es extrem heiß, das wussten wir auch schon vorher. Ich habe immer gesagt, dass das für mich eine extra Challenge sein kann. Ich glaube, am Schlechtesten geht man damit um, wenn man sich darüber beschwert. Man sollte das annehmen und Lösungen finden. Wir kriegen alles zur Verfügung gestellt, um das auszugleichen, so gut es geht. Am Ende des Turniers wird wichtig sein, dass man es schafft, das auszublenden und sich aufs Wesentliche zu fokussieren.
... WM-Songs: Ich mag es, wenn es wirklich echte Musiker sind. Das nimmt einen mehr mit. Ich glaube, wenn wir jetzt anfangen zu spielen und erfolgreich sind, wird sich der WM-Song rauskristallisieren.
Nico Schlotterbeck über...
... Jonathan Tah: Jona hat sich in den vergangenen drei, vier Jahren nochmal einen extremen Schritt gemacht. Er hat für München die erste Saison gespielt und es richtig gut gemacht. Er ist ein unglaublich guter Verteidiger. Man hat es gegen die USA gesehen – in den Eins-gegen-eins-Situationen ist er sehr stark. Ich freue mich, dass er neben mir steht. Wir haben unterschiedliche Stärken, das ist sehr gut für uns beide. Wenn wir beide unsere Fähigkeiten auf den Platz bringen, sind wir ein sehr gutes Duo. Wir müssen uns vor anderen Innenverteidiger-Duos auf der Welt nicht verstecken.
... den Ruhetag: Ich habe tatsächlich am Montag oder Dienstag gehört, dass wir am Donnerstag etwas weniger machen. Wir haben gestern ein extrem langes Training gemacht, deswegen tut mir der Pausentag persönlich sehr gut. Wir haben viel gespielt, Elf gegen Elf, viel ausprobiert und sind noch mal einen Schritt weitergekommen.
... seine Verletzung: Seit meiner Knie-OP hatte ich mit dem Knie gar keine Probleme mehr. Ich wusste, dass das Jahr nach der Verletzung schwer wird. Ich kam aus einer langen Verletzung, bin direkt in die neue Saison eingestiegen und wollte alle Spiele über 90 Minuten gehen. Ich bin happy mit der Saison, wie das gelaufen ist, dass das Knie gehalten hat. Ich fühle mich jetzt richtig gut, bin fit und freue mich, dass das Turnier am Sonntag losgeht.
... den mentalen Aspekt: In Katar war ich 22 oder 23, ich wusste gar nicht so richtig, was das für eine Bedeutung hat. Ich sehe jetzt in der Mannschaft sehr viele Spieler, die sehr talentiert sind und sich noch gar nicht den Kopf machen, wie groß eine WM ist. Wir haben eine Mischung, die extrem gut ist. Und wie ich die Jungs gerade kennenlerne – jeder freut sich einfach, es herrscht kein Druck. Wir wissen, wie gut wir sind.
... Auftaktgegner Curacao: Es ist wirklich anders als im europäischen Fußball. Wenn man in der Bundesliga spielt, kennt man die Spieler jahrelang. Bei Curacao spielen viele im Ausland. Wir bekommen vor dem Spiel das iPad hingestellt und sehen viele Szenen mit den Gegenspielern. Was für mich immer am wichtigsten ist: welcher der starke Fuß des Gegners ist. Das ist entscheidend, wenn man verteidigt.
... die Favoritenrolle: Ich weiß, wie gut wir sind. Ich finde schon, dass wir uns vor niemandem verstecken müssen. Wir sind eine Topmannschaft mit guten Einzelspielern. Wir haben deutsche Tugenden: Disziplin, Leidenschaft, Widerstandsfähigkeit. Wenn wir das auf den Platz bringen, sind wir richtig gut.
... WM-Geheimfavoriten: Ich bin gespannt auf Mexiko. Sie spielen eine Heim-WM, das kann noch mal eine gewisse Euphorie auslösen. Ich glaube, es wird sich schnell herauskristallisieren, welche Nicht-Favoriten gute Spiele machen.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026
Autor: dfb

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