Google Pixel Frauen-Bundesliga
HSV im Alu-Pech: Union siegt vor 8666 Fans 1:0

Der Hamburger SV muss in der Google Pixel Frauen-Bundesliga weiter um den Klassenverbleib bangen. Das Team des neuen Trainers Rodolfo Cardoso verlor zum Auftakt des 24. Spieltages das Aufsteigerduell gegen den 1. FC Union Berlin 0:1 (0:0) und verpasste die Chance, den Vorsprung von drei Punkten vor der Gefahrenzone der Liga zu vergrößern.
Vor 8666 Zuschauer*innen im Volksparkstadion erzielte Amber Tysik (60.) den einzigen Treffer der Partie und sorgte dafür, dass die "Eisernen" in der Rückrunde auswärts weiterhin ungeschlagen bleiben. Der HSV hatte ein deutliches Chancenplus und kam auch zu den deutlich besseren Tormöglichkeiten, ging aber leer aus. Allein dreimal hatten die Gastgeberinnen Pech mit Aluminium-Treffern.
Medizinischer Notfall nach Abpfiff
Überschattet wurde die Partie durch einen medizinischen Notfall, der sich nach dem Schlusspfiff ereignete: HSV-Verteidigerin Magou Doucouré war auf dem Platz zusammengebrochen und wurde umgehend medizinisch versorgt. Beim Abtransport vom Gelände des Volksparkstadions war die 25-Jährige bereits wieder ansprechbar und stabil. Anschließend wurde sie vorsorglich zur weiteren Untersuchung ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gebracht.
"Wir sind alle immer noch geschockt angesichts dieses Vorfalls. In solchen Momenten merkt man, was am Wichtigsten ist. Die Gesundheit der Spielerinnen ist das Einzige, was zählt - alles andere ist egal", erklärte HSV-Vorstand Eric Huwer. "Die Kolleginnen und Kollegen haben sofort reagiert und alles Menschenmögliche getan. Wir sind erleichtert, dass die ersten Rückmeldungen vorsichtig positiv sind. Wir drücken alle Daumen, denken an Magou und hoffen, dass sie schnell wieder auf die Beine kommt."
Union-Cheftrainerin Ailien Poese sagte: "Der Vorfall nach dem Spiel überschattet das Sportliche. Ich hoffe, dass es der HSV-Spielerin schnell wieder gut geht. Was das Spiel angeht, müssen wir uns bei Cara Bösl bedanken, ohne die wir das Spiel nicht gewonnen hätten. Wir sehr glücklich die drei Punkte mitgenommen."
Croatto gibt Startelfdebüt
Im Vergleich zum wichtigen 1:0-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg nahm der neue HSV-Trainer Rodolfo Cardoso drei Veränderungen an seiner Anfangsformation vor. Michela Croatto ersetzte auf der Außenverteidigerinnen-Position Jonna Wrede, die in Nürnberg verletzungsbedingt ausgewechselt worden war. Für Michela Croatto war es der erste Einsatz von Beginn an. Außerdem rückten Mia Büchele und Sophie Hillebrand in der Offensive für Melanie Brunnthaler und Camilla Linberg (beide Bank) neu ins Team. Weiterhin passen muss U 19-Nationalspielerin Lotta Wrede, die wegen einer Fußverletzung bis zum Saisonende ausfällt.
Beim 1. FC Union Berlin gab es gegenüber der 2:3-Heimniederlage gegen den alten und neuen Deutschen Meister FC Bayern München nur eine Umstellung in der Startelf. Für Mittelfeldspielerin Tanja Pawollek, die sich in dieser Woche verletzungsbedingt einer Operation unterziehen musste, startete Jenny Hipp. Neben Tanja Pawollek musste das Trainerteam um Ailien Poese auch auf Anna Aehling, Dina Orschmann, Korina Janež, Alma Aagaard, Athanasia Moraitou, Mariann Noack und Tomke Schneider verzichten.
Bösl oft im Blickpunkt
Von Beginn an entwickelte sich eine sehr intensive und abwechslungsreiche Partie. Die Gäste aus der Hauptstadt hatten zwar viel Ballbesitz, wurden aber nur selten torgefährlich. Einzige Ausnahme vor der Pause war ein vermeintlicher Treffer von Lia Kamber, dem jedoch ein Foul vorausging und der deshalb keine Anerkennung fand.
Wesentlich häufiger stand Union-Torfrau Cara Bösl im Blickpunkt. So zeigte die 29-Jährige unter anderem bei zwei Kopfbällen der völlig freistehenden Christin Meyer herausragende Paraden und verhinderte einen Rückstand. Bei einem Freistoß von Mia Büchele, der an den Innenpfosten prallte, hatte Cara Bösl Glück, wehrte dann aber innerhalb weniger Sekunden die Nachschüsse von Paulina Bartz, Svea Stoldt und erneut Christin Meyer ab. Weniger Mühe hatte die Berlinerin Torhüterin schließlich noch bei einem Distanzschuss von Magou Doucouré. Unter dem Strich rettete Cara Bösl den Gästen den torlosen Halbzeitstand.
Torpremiere für Tysiak
Auch in der zweiten Halbzeit verzeichneten die Hamburgerinnen durch die österreichische Nationalspielerin Sophie Hillebrand den ersten Abschluss, sie verfehlte den Union-Kasten jedoch knapp. Kurz darauf hatte auf der Gegenseite Jenny Hipp die Möglichkeit, das erste Tor der Partie zu erzielen, scheiterte jedoch an HSV-Torhüterin Lea Paulick.
Nach einer Stunde ging der 1. FC Union dann aber in Führung. Einen Schuss von Jenny Hipp konnte Lea Paulick noch mit einem Reflex an den Pfosten lenken. Im Nachsetzen reagierte jedoch Amber Tysiak am schnellsten und drückte den Ball zum 0:1 (60.) über die Torlinie. Für die belgische Nationalspielerin war es der erste Treffer in der höchsten deutschen Spielklasse.
Die erste gute Möglichkeit zum Ausgleich hatte die eingewechselte Camilla Linberg, die nach einem schnellen HSV-Konter von der Strafraumgrenze zum Abschluss kam, aber etwas zu hoch zielte. In der Schlussphase warfen die Hanseatinnen dann alles nach vorne, wurden aber nicht mehr belohnt. Zunächst lenkte Cara Bösl einen Versuch von Paulina Bartz über die Latte. Dann trafen nacheinander die eingewechselte Vildan Kardesler, Kapitänin Pauline Machtens und die ebenfalls erst kurz zuvor ins Spiel gekommene Carla Morich Pfosten und Latte. Mit Hilfe des Aluminiums brachte Union den knappen Vorsprung über die Zeit.
Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga
Autor: mspw

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