U 20-Männer

Hannes Wolf: "Das ist eine gute Generation"

05.10.2026
U 20-Cheftrainer Hannes Wolf: "Es waren drei hochklassige Spiele auf absolutem Profiniveau" Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Die deutsche U 20-Nationalmannschaft hat im kürzlich zu Ende gegangenen Lehrgang in Spanien mit starken Leistungen gegen Top-Nationen auf sich aufmerksam gemacht. Im DFB.de-Interview spricht Cheftrainer Hannes Wolf über die Duelle mit Frankreich, Italien und England.

DFB.de: Hannes Wolf, Ihre neue U 20-Nationalmannschaft hat Frankreich und Italien ohne Gegentor geschlagen. Wie blicken Sie auf den Saisonauftakt mit den Spielern der Jahrgänge 2006 und 2007 zurück?

Hannes Wolf: Das war super. Wenn du nach zwei Spielen sechs Punkte hast, dann hätte ich gerne auch noch gegen England etwas geholt. Da habe ich ein wenig geschimpft auf der Bank. Insgesamt war das trotzdem echt gut. Wenn vorher jemand gesagt hätte: Frankreich, Italien, England, sechs Punkte - dann hätte ich das genommen.

DFB.de: Ihre Mannschaft bekommt auffallend wenig Gegentore.

Wolf: Wir hatten eine Serie von sechs Siegen hintereinander, davon fünf ohne Gegentor. Das sagt auf jeden Fall etwas aus. Bei den Gegnern Rumänien, Polen, Tschechien, Italien und Frankreich kannst du wirklich sehr, sehr positiv auf den Saisonauftakt schauen.

DFB.de: Warum hat es gegen England trotz 45-minütiger Überzahl weniger gut funktioniert?

Wolf: Gegen England musst du in engen Räumen noch besser sein, damit du sie ausspielen kannst. Sie geben dir schon den Ball. Auch bei Elf-gegen-Elf hatten wir in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz. Sie kontern uns einmal aus. Danach sind wir unsauber geworden und haben den Ball zu oft verloren. Dann kommt ihre Qualität. Das sind alles unfassbar gute Individualisten.

DFB.de: Sie klingen nicht übermäßig verärgert, täuscht das?

Wolf: Wir hätten einen Top-Tag haben müssen, und den hatten wir nicht. Die drei Spiele sind Teil der U 20 Elite League. Da wollten wir gerne mit neun oder mindestens sieben Punkten rausgehen. Das hat uns schon geärgert. Aber es ändert nichts daran, dass das ein guter Lehrgang war. Das sind gute Jungs, das ist eine gute Generation. Es waren auf jeden Fall drei hochklassige Spiele auf absolutem Profiniveau.

DFB.de: Verfolgen Sie im Turnierjahr - die U 20-WM in Usbekistan und Aserbaidschan steht 2027 an - mit Ihrer Mannschaft einen vergleichbaren Ansatz wie Bundestrainer Jürgen Klopp und haben vielen verschiedenen Spielern viele Minuten gegeben?

Wolf: Es waren super Härtetests für viele Spieler, die das im Moment gut gebrauchen können, weil sie im Verein nicht ständig zum Zug kommen. Wir haben viel gewechselt und Einsatzzeiten verteilt. Alle, die wir dabeihaben, sind für uns förderungswürdig. Jeder Feldspieler im Kader hat mindestens einmal auch von Anfang an gespielt. Die WM nächstes Jahr ist nur für Spieler des Jahrgangs 2007, aber wir lassen die 2006er deshalb nicht fallen. Wir glauben an die ganze Gruppe, die dabei war.

Kategorien: U 20-Männer

Autor: jf